Reiseführer Polen
Entdecken Sie Polen!Einsame Seen und Wälder, weite Ebenen, prächtig restaurierte Städte und ein Volk in Aufbruchstimmung
Wer ist sich schon dessen bewusst, dass es von Berlin bis Köln genau so weit ist wie von Berlin bis Warschau? Oder dass die Stettiner nur anderthalb Stunden unterwegs sind, wenn sie mit dem Auto zum Einkaufen nach Berlin fahren? Polen liegt so nah und dennoch so weit. Traditionell blicken Westeuropäer eher nach Westen als nach Osten. Dabei hat Polen nicht nur landschaftliche Attraktionen und eine ebenso spielerische wie geschichtsbewusste Mentalität zu bieten. Auf Grund jahrhundertelanger Nachbarschaft begegnen gerade Deutsche in Polen oft der eigenen Geschichte.
Das Land (313 000 km², 38 Mio. Ew.) bietet seinen Besuchern ganz unterschiedliche Reize. Im Norden die lange Ostseeküste mit ihrem weißen Sandstrand, die ausgedehnte Seenlandschaft, in der fast 10000 stehende Gewässer eine Ausdehnung von mehr als 1 ha haben, und die endlosen Wälder voller Blaubeeren und Pilze. Die Sudeten und Karpaten locken mit malerischen Bergseen, Wasserfällen, skurrilen Felsformen, sanften und wild zerklüfteten Berggipfeln. Die Bieszczady schließlich, das Gebirge am südöstlichsten Zipfel Polens, dicht an der Grenze zur Ukraine, bilden den romantischen, aber armen Teil des Landes, der in der Infrastruktur weit hinter den Landesdurchschnitt zurückfällt.
Neben diesen Schönheiten und vielen weitgehend intakten und natürlichen Gegenden hat das Land allerdings auch dunkle Seiten. Das ganze oberschlesische Kohlerevier hat lange eine dunkelgraue, dumpfe Rußschicht überzogen, Abwässer aus den Industrieanlagen und Wohnzentren haben das Wasser von Weichsel und Oder seit langem verseucht; Umweltschutz ...
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Wer ist sich schon dessen bewusst, dass es von Berlin bis Köln genau so weit ist wie von Berlin bis Warschau? Oder dass die Stettiner nur anderthalb Stunden unterwegs sind, wenn sie mit dem Auto zum Einkaufen nach Berlin fahren? Polen liegt so nah und dennoch so weit. Traditionell blicken Westeuropäer eher nach Westen als nach Osten. Dabei hat Polen nicht nur landschaftliche Attraktionen und eine ebenso spielerische wie geschichtsbewusste Mentalität zu bieten. Auf Grund jahrhundertelanger Nachbarschaft begegnen gerade Deutsche in Polen oft der eigenen Geschichte.
Das Land (313 000 km², 38 Mio. Ew.) bietet seinen Besuchern ganz unterschiedliche Reize. Im Norden die lange Ostseeküste mit ihrem weißen Sandstrand, die ausgedehnte Seenlandschaft, in der fast 10000 stehende Gewässer eine Ausdehnung von mehr als 1 ha haben, und die endlosen Wälder voller Blaubeeren und Pilze. Die Sudeten und Karpaten locken mit malerischen Bergseen, Wasserfällen, skurrilen Felsformen, sanften und wild zerklüfteten Berggipfeln. Die Bieszczady schließlich, das Gebirge am südöstlichsten Zipfel Polens, dicht an der Grenze zur Ukraine, bilden den romantischen, aber armen Teil des Landes, der in der Infrastruktur weit hinter den Landesdurchschnitt zurückfällt.
Neben diesen Schönheiten und vielen weitgehend intakten und natürlichen Gegenden hat das Land allerdings auch dunkle Seiten. Das ganze oberschlesische Kohlerevier hat lange eine dunkelgraue, dumpfe Rußschicht überzogen, Abwässer aus den Industrieanlagen und Wohnzentren haben das Wasser von Weichsel und Oder seit langem verseucht; Umweltschutz rückt erst langsam ins Bewusstsein. Wie so oft in Polen - die Extreme liegen dicht beieinander.
Extrem ist auch der Unterschied zwischen den grauen Betonsilos der Trabantenstädte und den erstklassig wieder aufgebauten oder restaurierten Stadtkernen einiger Großstädte. Warschau, Danzig, Breslau, Stettin und Posen lagen am Ende des Zweiten Weltkriegs ganz oder zu großen Teilen in Schutt und Asche. Entweder hatte Hitler sie mutwillig zerstört, oder sie waren in die Kampflinie zwischen den abrückenden deutschen Einheiten und den vorstoßenden sowjetischen Truppen geraten. In den ersten Nachkriegsjahren ließ die kommunistische Regierung jedoch ganze Häuserzeilen mit unendlicher Akribie und nach alten Plänen wieder aufbauen, die den Gebäuden ihre ursprünglichen Fassaden zurückgaben. Nun sind Warschaus und Danzigs Stadtkerne - die einen sagen es mit Stolz, bei den anderen schwingt ein wenig Distanz mit - lebendige Museen, grandios kopierte Originale aus vergangenen Jahrhunderten, die die zerschossene, zerbombte, verbrannte Vergangenheit vergessen machen.
Die Polen sind geschichtsbewusst. Ganz anders als der Westen orientieren sie sich stark an Denk- und Verhaltensmustern aus der Vergangenheit, vor allem an der grundlegenden Erfahrung, dass selbst lange und drückende Fremdherrschaft nicht ihre nationale Identität zerstören kann. Das war so in den über hundert Jahren, in denen das Land unter Preußen, Russen und Österreichern aufgeteilt war (1772-1918), das wiederholte sich 1939-45 unter nationalsozialistischer Okkupation und nochmals unter der kommunistischen Herrschaft nach 1945. Die Nation sah sich als Märtyrer, als »Christus der Völker«, Dichter wie bildende Künstler setzten ihrer Aufopferung und ihrem Leiden im 19. Jh. Denkmäler. Noch heute wird an Allerheiligen der Powazki-Friedhof in Warschau zu einem wogenden Lichtermeer. An den Gräbern von Verwandten und Freunden, die für Polen kämpften und fielen, stellt sich die Gemeinschaft aller her, die für das Vaterland das Leben zu opfern bereit waren und sind. Auch Solidarnosc schuf Gedenkstätten für die Märtyrer der polnischen Protestbewegung, wie etwa in Posen für die Erschossenen des Juni-Aufstands von 1956 oder in Danzig für die beim Streik 1970 Ermordeten.
Als Erste in Osteuropa haben sich die Polen gegen die kommunistische Herrschaft gewehrt. Und von Polen ging der Aufbruch aus - 1980, als die unabhängige Gewerkschaft Solidarnosc gegründet wurde, und 1989, als am »Runden Tisch« die Kommunisten eine echte Opposition im Parlament zulassen mussten. Polen brachte den Stein ins Rollen, der schließlich den Kommunismus auch in Prag, Budapest, Bukarest und Ostberlin stürzte.
Seit der Wende ist Polen ein Land des Umbruchs. Aus dem egalitären kommunistischen Korsett hat sich unter großen Anstrengungen eine Gesellschaft herausgeschält, die lernt, ihre Freiheit zu nutzen. Unrentables fiel, staatliche Betriebe machten dicht, der private (auch der schwarze) Handel blühte. In den Städten eröffneten Selbstbedienungsläden, Lokale und Boutiquen, ausländische Konzerne bauten Filialen in allen Großstädten auf, hier schossen gläserne Bürohäuser aus dem Boden, dort wurden Altstädte restauriert. Das Einheitsgrau aus sozialistischer Zeit wurde von bunten Reklameschildern verdrängt, die Besucher oft als aufdringlich und hässlich erleben. Aber: Die Großstädte Warschau, Breslau, Danzig und Krakau können sich in Bezug auf Warenangebot, Gastronomie und kulturelle Darbietungen durchaus mit dem Westen messen.
Polen sind mobil und aufstiegsorientiert, und jeder Vierte wäre bereit, auch im Ausland zu arbeiten. Die Zukunft wird besser, sind die meisten überzeugt - und zufrieden mit ihrem Leben. Was sie allerdings verdrießt, ist die Korruption in der herrschenden politischen Klasse. Seit Jahren schon taumelt das Land von einem Skandal in den nächsten, weil sich Politiker mit Schmiergeldern kaufen ließen und sich an unseriösen Geschäften beteiligten. Parlamentarische Untersuchungsausschüsse konnten das dubiose Beziehungsgeflecht zwischen Politik und Wirtschaft bisher nicht völlig aufdecken. Die Folge: Nur etwa 40 Prozent der Bürger machen noch von ihrem Wahlrecht Gebrauch, weil sie der ganzen politischen Klasse nicht mehr trauen.
Angesichts des Legitimitätsdefizits im Innern verwundert es nicht, wenn vor allem rechte Parteien zu populistischen Lösungen greifen und den Unwillen der Bürger auf das Ausland zu lenken versuchen: etwa auf die EU, die Polen angeblich gering schätzt, oder auf den Nachbarn Deutschland, der sich in der Teilungszeit die Westgebiete Polens einverleibte, im Nationalsozialismus das ganze Land besetzte und nach dem Zweiten Weltkrieg mit der sowjettreuen DDR die aufmüpfigen Slawen von Westen her in Schach hielt. Dieses Misstrauen sitzt tief. Doch nach dem Grenzvertrag von 1990 und dem Freundschaftsvertrag von 1991 begannen sich die Beziehungen auf staatlicher Ebene zu normalisieren. Das Bild der Deutschen - auch wenn die negativen Seiten im Konfliktfall schnell wachzurufen sind - verbessert sich kontinuierlich. Die Polen schätzen Gewissenhaftigkeit, Disziplin und Zuverlässigkeit der Deutschen - fürchten allerdings auch einen blinden Gehorsam. Den Deutschen wiederum gefällt die slawische Spontaneität, die Wärme und die Gastfreundschaft, aber sie flüchten vor der Improvisation und Regellosigkeit des polnischen Alltags.
»Die Chance ist einzigartig«, sagte die Journalistin Marion Gräfin Dönhoff, als sie 1991 den Ehrendoktor der Universität Thorn erhielt. »Nicht Revisionismus wie nach dem Ersten Weltkrieg ist heute die Losung, sondern die gemeinsame Arbeit am europäischen Haus; also die Errichtung eines gemeinsamen Dachs über beiden Teilen unseres Kontinents.« Doch gemeinsame Institutionen allein vermögen die Spannungen nicht abzubauen. Die Deutschen fürchten Lohndumping und die Polen ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin - Deutsche auch als Opfer scheinen die Geschichte auf den Kopf zu stellen. Es bleibt nur, hier wie dort um Verständnis für das Schicksal von Menschen zu werben, deren Geschichtsbilder sich nicht immer entsprechen.
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Handküsse und Frauenpower
Zwischen Marienkult und avantgardistischer Kultur: Gegensätze bestimmen das Leben in Polen
Außenpolitik
Durch den Beitritt zu Nato und EU ist Polen fest in den Westen eingebunden. Das Verhältnis zum ehemals verbündeten Russland aber blieb gespannt, weil sich Polen von Russland übergangen fühlt und eine Achse Berlin-Moskau fürchtet. Außerdem kollidieren Polens und Russlands außenpolitische Interessen: Polen wünscht sich demokratische Nachbarn im Osten, Russland würde Weißrussland und die Ukraine gern in seinem Einflussbereich belassen.
Bauern
Im kommunistischen Polen waren die vielen kleinen Privatbauern als Bollwerk gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft hoch geachtet: Nirgends sonst in Osteuropa wurden nur 18 Prozent des Bodens verstaatlicht - die Privatbauern hatten sogar ein höheres Einkommen als der Durchschnittsbürger in der Stadt. Erst fürchteten sie den Beitritt zur EU, dann waren sie erleichtert und optimistisch. Die polnischen Bauern erhielten hohe Subventionen aus Brüssel, erhöhten schlagartig ihren Export und erzielten höhere Gewinne. Bis jetzt: eine Erfolgsstory.
Deutsche
Am Ende des Zweiten Weltkriegs mussten 9,3 Mio. Deutsche ihre Heimat in Ostpreußen, Schlesien und Pommern verlassen. Soweit sie nicht vor der Front geflohen waren, wurden sie von den Polen 1946-49 vertrieben. Jenen, die blieben, wurde der Gebrauch der Muttersprache untersagt, sodass weitere Hunderttausende bis in die 80er-Jahre hinein ausreisten. Seit 1989 jedoch ist die vor allem im Oppelner Raum ansässige deutsche Minderheit auch im polnischen Parlament vertreten. Über 250 000 Deutsche besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft.
Frauen
Traditionell ist die polnische Frau sehr geachtet: Sie symbolisiert die Kontinuität der Nation. Wenn nämlich in der fast 150 Jahre währenden Teilungszeit, als der polnische Staat unter Preußen, Russland und Österreich aufgeteilt war, die Männer im Untergrund kämpften oder ihre Strafe in Sibirien verbüßten, hielten die (Adels-)Frauen das nationale Leben wach. Deshalb hat in Polen auch der Handkuss überlebt, seit er unter den Sachsenkönigen August II. und III. im 17. und 18. Jh. in Mode kam. So verhielt sich nicht nur der Adel, so verneigte sich auch der einfache Mann vor der Bäuerin, und selbst die kommunistische Herrschaft trieb den Arbeitern die Adelssitte nicht aus. Heute kämpfen die Frauen einerseits um Gleichberechtigung (weil sie keinen gleichen Lohn erhalten), stellen aber andererseits ein Drittel aller Unternehmer.
Johannes Paul II. (1920-2005)
Seine Berufung war Rom, aber seine Heimat blieb Polen. Dafür liebten die Polen »ihren« Papst Johannes Paul II., der 1920 als Karol Wojtyla in der südpolnischen Stadt Wadowice geboren wurde und zwanzig Jahre als Erzbischof von Krakau diente. Als einer seiner größten Siege aus jener Zeit gilt die Errichtung der »Arka«-Kirche in der nahe gelegenen Arbeiterstadt Nowa Huta (1977). Mögen seine Haltungen zur Abtreibung, zur Pille oder zur Rolle der Frauen in anderen Teilen der Welt auch auf Kritik stoßen - in seiner Heimat ist Jan Pawel II. ein Held: Während seines ersten Besuchs in Polen (1979) unterstützte er jenen Freiheitswillen, der wenig später in der Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc seinen Ausdruck fand.
Juden
Von den ca. 3 Mio. Juden, die vor dem Krieg in Polen lebten, konnte dem Holocaust nur ein kleiner Teil entkommen. Ungefähr 250 000 Juden wurden 1946 noch in Polen registriert: 15 000 hatten in den Konzentrationslagern überlebt, etwa 20 000 hatten sich mit gefälschten Papieren durchgeschlagen oder waren von Polen versteckt worden, die Übrigen hatten sich dem Genozid durch Flucht in die Sowjetunion entzogen. Schon kurz nach dem Krieg kam es in Polen zu antisemitischen Ausschreitungen und Pogromen. Am bekanntesten wurde das Pogrom in Kielce von 1946 mit 42 Toten. Heute zählen vermutlich nicht mehr als etwa 10 000 Personen zur jüdischen Minderheit.
Das polnisch-jüdische Verhältnis war lange verdrängt. Aber nachdem im Jahr 2000 der Massenmord im kleinen Ort Jedwabne neu aufgerollt wurde, wo die Juden des Orts am 10. Juli 1941 von Polen im Schutz der deutschen Wehrmacht umgebracht wurden, hat eine tief greifende Gewissenserforschung über die Beteiligung von Polen an der Ermordung von Juden eingesetzt. Nun ist in Warschau die Errichtung eines »Museums der Juden in Polen« beschlossen worden.
Kirche
Im Kommunismus bot das Gotteshaus Schutz vor Verfolgung; die Priester stärkten den Widerstandsgeist. Ohne diese Kirche hätte niemals die Solidarnosc-Bewegung entstehen können. Jetzt ergeht es der Kirche wie allen anderen gesellschaftlichen Organisationen beim Übergang vom totalitären in ein demokratisches System - sie steckt in einer Identitätskrise. Viele Gläubige stoßen sich an dem Hochmut und Machtanspruch, dem Provinzialismus, der fehlenden Innerlichkeit und dem Nationalismus mancher Kleriker. Doch die Volksfrömmigkeit - mehr Ritual als individueller Glaube - ist noch sehr verbreitet, und schwerlich dürften irgendwo sonst in Europa solche Eindrücke zu gewinnen sein wie bei den Pilgermärschen oder Mysterienspielen in Tschenstochau, Kalwaria Zebrzydowska und anderen Wallfahrtsorten.
Kultur
Weltweit bekannt unter den polnischen Künstlern vergangener Jahrhunderte ist wohl nur einer: Fryderyk (Frédéric) Chopin, der geniale Neuerer am Klavier, der 1810 in Zelazowa Wola unweit von Warschau geboren wurde und 1849 an Lungentuberkulose in Paris starb. Die großen romantischen Schriftsteller Adam Mickiewicz (1798 bis 1855) und Juliusz Slowacki (1809 bis 1849), der Historienmaler Jan Matejko (1838-93) und der Komponist Karol Szymanowski (1882 bis 1937) sind im Westen hingegen kaum ein Begriff: Zu fremd erscheint vielen ihr Werk, zu stark verwoben mit der polnischen Leidensgeschichte.
Mit den Künstlern des 20. Jhs. verhält es sich jedoch bereits ganz anders. Die Kompositionen von Krzysztof Penderecki und Witold Lutoslawski finden sich im Repertoire aller großen Orchester; Tadeusz Kantors Theater »Cricot« erlangte auf dem Gebiet des experimentellen Theaters genauso Weltruhm wie Jerzy Grotowskis »Armutstheater«; und die Namen von Andrzej Wajda und Krzysztof Kieslowski sind Kinogängern seit langem vertraut.
Auf dem Gebiet der Literatur vollzieht sich seit dem Zusammenbruch des Kommunismus ein deutlicher Generations- und Themenwechsel. Waren die Werke der Älteren noch stark beeinflusst von der Auseinandersetzung mit dem totalitären System oder - wie bei Hanna Krall - mit der Vergangenheit des Holocaust, so wählt die junge Generation ihre Themen allein nach individuellem Interesse. Texte von Andrzej Stasiuk, Pawel Huelle, Stefan Chwin, Olga Tokarczuk oder dorota Maslowska sind in den letzten Jahren auch auf Deutsch erschienen.
Solidarnosc
Solidarnosc, 1980 auf der Danziger Lenin-Werft gegründet, war die erste unabhängige Gewerkschaft, die eine kommunistische Partei legalisieren musste. 1989 gestand die KP der Opposition eine Mitwirkung am politischen Leben zu; bei den Wahlen im Juni 1989 gewannen die Solidarnosc-Vertreter im Senat auf Anhieb 99 von 100 möglichen Sitzen. Unter dem Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki bildete Solidarnosc im Sommer 1989 die erste nicht kommunistische Regierung im Ostblock.
Symbolfigur der Bewegung war Lech Walesa, ein ehemaliger Elektriker. 1983 wurde ihm für seine »Verdienste um die Sicherung des Rechts der Arbeiter auf eine eigene Organisation« der Friedensnobelpreis zuerkannt. Im Herbst 1990 gewann er die ersten freien, allgemeinen Wahlen für das Amt des Staatspräsidenten.
Tourismus
Wer sich nicht kümmert, pflegt alte Vorurteile. Wer da war, ist überrascht - und begeistert. In welchem mitteleuropäischen Land finden sich für Geschichts- und Kulturbegeisterte gleichzeitig Spuren polnischer, jüdischer, ukrainischer und deutscher Kultur? Wo finden Sie neben den Heimwehtouristen aus Deutschland, die vor allem Pommern, Schlesien und Ostpreußen bereisen, auch jüdische Heimwehtouristen, die es nach Warschau, Krakau oder Lublin zieht? Und die Aktivurlauber: Erleben sie beim Paddeln, Segeln, Wandern, Golfen, Fahrradfahren, Reiten, Skifahren oder Jagen nicht eine größere Nähe zur Natur als in vielen westeuropäischen Regionen - und brauchen dennoch nicht auf komfortable Übernachtung und gutes Essen zu verzichten?
Polen hat sich schnell den Wünschen seiner (West-)Touristen angeglichen. Zumindest die größeren Orte warten auf mit Gourmetlokalen, Jazzkellern und Designergeschäften, die die Konkurrenz mit dem Westen nicht zu scheuen brauchen. Ländliche Gegenden hingegen haben sich eine Ruhe und Einfachheit bewahrt, nach der man sich in Deutschland vergeblich sehnt - vor allem in den Nationalparks, die sich vom Süden des Landes bis in den Norden ziehen.
Außerdem finden gestresste Menschen oder erschöpfte Workaholics - Frauen wie Männer - ein immer größeres Angebot an Wellness- und Kosmetikstudios in renovierten Schlosshotels oder in modernsten Anlagen, die in einsamen Gegenden errichtet wurden. Manche Kuren in polnischen Heilbädern werden inzwischen sogar von deutschen Krankenkassen erstattet (www.kurreisen.de).
Schließlich der kleine Grenzverkehr: Benzin und Lebensmittel sind im Durchschnitt immer noch viel billiger als im Westen - sodass sich auch für Grenzgänger eine Stippvisite lohnt.
Ukrainer
Vor dem Zweiten Weltkrieg haben gut 5 Mio. Ukrainer in den südöstlichen, galizischen Teilen von Polen gesiedelt. Bei Kriegsende wurde der überwiegende Teil der Ukrainer, die nach der Abtrennung der polnischen Ostgebiete im polnischen Staat verblieben, in die Sowjetukraine abgeschoben, der Rest 1947 in der »Aktion Weichsel« in die alten deutschen Ostgebiete umgesiedelt - vor allem in die Gegend von Olsztyn (Allenstein). Das Verhältnis zu den Ukrainern blieb gespannt, weil Polen bisher vergeblich auf Selbstkritik wartet: etwa 100 000 Polen sind während des Zweiten Weltkriegs in Wolhynien und Ostgalizien vom ukrainischen Untergrund ermordet worden.
Wirtschaft
Polen wurde in der neuen Marktwirtschaft zwar in relativ kurzer Zeit mit der Hyperinflation fertig, aber die großen staatlichen Moloche gingen nicht so prompt bankrott, wie es sich die Regierung nach der Streichung der Subventionen erhofft hatte, und mit der Privatisierung ließ sie sich viel - wie viele sagen: zu viel - Zeit.
Doch insgesamt stand das Land wenige Jahre nach der »Schocktherapie« von Leszek Balcerowicz, dem Vater der polnischen Wirtschaftsreform, nicht nur im Vergleich zu den anderen ex-sozialistischen Ländern gut da: 1994 wies Polen die höchste Wachstumsrate in Europa auf.
Es gibt also viele Neureiche, aber auch viele Arme. Das Durchschnittseinkommen liegt bei gut 600 Euro. Auf der Gewinnerseite stehen die Großstädte, wo Industrie, Handel und Dienstleistungen expandieren. In Warschau etwa sind nur 5 Prozent der Einwohner arbeitslos. Auf dem Land allerdings, wo mit der Schließung ineffizienter Betriebe häufig die Lebensgrundlage einer Region verloren ging, sind es manchmal bis zu 40 Prozent.
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Angesagt
Pop und Romantik
Polen lieben ihre einheimischen Bands und Liedermacher. Mögen manche Gruppen auch gepierct sein und punkig auftreten - fast immer enthalten ihre Songs romantische Momente und nachdenkliche Texte über Sehnsüchte, Enttäuschungen und Träume. Spitzengruppen wie »Ich Troje« verkaufen manche Titel 700 000-mal, aber auch »Raz Dwa Trzy« hat eine große Fangemeinde.
Kurt Scheller
Geboren wurde er in der Schweiz, gekocht hat er in Amsterdam, Jamaika, Kuwait, Kairo und Moskau; 1991 blieb er in Warschau hängen. Der überlange Oberlippenbart und die freche Kappe auf dem Kopf wurden sein Markenzeichen. Kurt Scheller ist der einzige Meisterkoch in Polen, nach dem ein Restaurant benannt wurde (im Warschauer Hotel Rialto). Inzwischen hat er eine eigene Kochschule eingerichtet.
Polnische Designer(innen)
Der erfolgreichste polnische Designer heißt Arkadius, kommt aus Lublin und machte eine Blitzkarriere im Ausland. Aber auch Eva Minge und Michal Starost bewegen sich bereits auf internationalem Parkett. Ihre Kreationen zeichnen sich durch Eigenwilligkeit, Originalität und Qualität aus - so lieben es nicht nur polnische Frauen.
Literarisches Naturtalent
Mit achtzehn schrieb sie ihren ersten Roman - er wurde ein Bestseller (deutsch: »Schneeweiß und Russenrot«). Knapp drei Jahre später legte sie nach - und wieder jubelte die Presse. Dorota Maslowska ist ein literarisches Naturtalent. In einem wütend-vulgären Jugendslang zeichnet sie die Konfusion einer jungen Generation, die die Zivilisation anklagt und sich in der Tiefe nach einer verlorenen heilen Welt sehnt.
Berühmter Ausländer
In Deutschland ist der Kabarettist so gut wie unbekannt, in Polen hingegen ein Star: Steffen Möller, 1996 erstmals in Warschau, nimmt inzwischen in (fast) akzentfreiem Polnisch deutsche und polnische Absonderlichkeiten so liebenswürdig auf die Schippe, dass ihm bei seinen landesweiten Auftritten sogar die sensiblen Polen zujubeln.
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Auf den Spuren der polnischen Juden
Vor dem Krieg hatte Warschau mit 370 000 so viele jüdische Einwohner wie keine andere Stadt Europas - fast jeder Dritte war Jude. Einige Bilder und sakrale Gegenstände dieser Tradition zeigt das Jüdische Historische Museum (ul. Tlomackie 3/5, Mo-Fr 9-15 Uhr, www.jewishinstitute.org.pl), das in seinem Erdgeschoss eine umfangreiche Bücherei zu jüdischen Themen aufgebaut hat. Auf einem Platz an der ul. Mordechaja Anielewicza erinnert das 1948 enthüllte Denkmal der Gettohelden (vor dem Willy Brandt 1970 seinen berühmt gewordenen Kniefall leistete), an den Aufstand der jüdischen Kampforganisation ZOB, die der nationalsozialistischen »Säuberung« einen Monat lang bewaffneten Widerstand entgegensetzte. All jenen, die am Umschlagplatz zum Abtransport nach Treblinka in die Güterwaggons gestoßen wurden, wurde in der ul. Stawki ein Denkmal aus schlichtem Marmor gesetzt. Zu besichtigen ist auch der jüdische Friedhof mit über 250 000 Gräbern in der ul. Ogrodowa, der weit gehend erhalten blieb (So-Do 10-15 Uhr).
Um den Plac Grzybowski herum hat sich wieder jüdisches Leben entwickelt. Hier befindet sich das Jüdische Theater, in dem meist polnische Schauspieler in Jiddisch jüdische Klassiker wie Scholem Aleichem spielen. Wenige Schritte dahinter liegt die schlichte Nozyk-Synagoge, in der sich die Warschauer Juden zum Gottesdienst versammeln; und gleich nebenan befinden sich die Räume der Jüdischen Gemeinde von Warschau - weitgehend renoviert mit Geldern amerikanisch-jüdischer Stiftungen. Mit »Midrasz« gibt es sogar wieder eine (polnischsprachige) Zeitschrift für Juden.
Von Warschau führt uns der Weg über die Straße 801 am Ostufer der Weichsel nach Pulawy, dem ehemaligen Sitz des Adelsgeschlechts der Czartoryskis, und weiter geradeaus auf der 824 mit einem kleinen Abstecher nach rechts nach Kazimierz Dolny. Unter der Obhut Kazimierz' des Großen, nach dem die Stadt ihren Namen hat, siedelten sich hier seit dem Mittelalter viele Juden an. Doch obwohl sie bis zum Zweiten Weltkrieg sogar die Bevölkerungsmehrheit bildeten, sucht man meist vergeblich nach Hinweisen auf die jüdische Tradition. Dabei zeugen beispielsweise die imposanten Speicher an der Ortseinfahrt vom regen Handel jüdischer Kaufleute mit Getreide; die Synagoge hinter dem Markt diente bis 1939 als Gotteshaus und wurde erst nach dem Krieg als Kino benutzt; in dem dunklen Holzgebäude gleich nebenan, wo sich jetzt Geschäfte befinden, schächteten die Juden einst ihr Vieh, und in dem Gebäude der ul. Senacka 21 befand sich einst die jüdische Mikwe, das rituelle Tauchbad. Am Neuen Jüdischen Friedhof wurde 1985 die eindringliche Klagemauer errichtet: aus den Resten von 600 Grabsteinen, die man auf Fußwegen und Straßen entdeckte.
Über Naleczów, einen alten Kurort mit dem Charme der Belle Epoque, in dem der beiden berühmten polnischen Schriftsteller Boleslaw Prus und Stefan Zeromski gedacht wird, geht die Fahrt weiter nach Lublin, der größten polnischen Stadt östlich der Weichsel. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der Wojewodschaft mehr als 300 000 Juden. Auf dem alten, meist verschlossenen jüdischen Friedhof im Ortsteil Kalinowszczyzna bezeugen noch etwa 30 Grabsteine eine jüdische Tradition bis ins Jahr 1541. Der Neue Jüdische Friedhof (ul. Walecnych 7), von den Nationalsozialisten zerstört, wird zu Teilen heute wieder benutzt, und ein Mausoleum erzählt die Geschichte der Lubliner Juden. Sie bildeten 1939 32,5 Prozent der Bevölkerung, waren sehr wenig assimiliert und entsprechend eng auf ihren eigenen Kulturkreis fixiert.
Ab Mitte des 19. Jhs. konzentrierte sich das jüdische Leben in der ul. Lubortowska - die Häuserfassaden sind weitgehend identisch mit damals. Die Synagoge in der Nr. 8 wird allerdings nicht mehr als Gotteshaus genutzt; hier können Sie (So 13-15 Uhr) Dokumente und rituelle Gegenstände der Gemeinde besichtigen.
Nicht nur Isaak Beshevis Singer hat die jüdische Welt der Stadt in seinem »Zauberer von Lublin« festgehalten. Auch Itzchak Lejbus Peretz (1851-1915) bewahrte in seinen Erzählungen und Theaterstücken das Leben dieser meist chassidischen Juden vor dem Vergessen. Denn fast alle kamen sie zwischen Oktober 1941 und Juli 1944 in Belzec um oder in Majdanek, dem zweitgrößten Konzentrations- und Vernichtungslager des NS-Regimes nach Auschwitz. Es lag 5 km vom Zentrum entfernt an der Straße nach Zamosc. Die Gedenkstätte, schon von weitem durch ein großes Mahnmal zu erkennen, führt den Genozid zwischen authentisch erhaltenen Holzbaracken, Wachtürmen und Krematorien bedrückend vor Augen (Droga Meczenników 67).
Wer auf der Reise auch jüdische Gerichte essen möchte, kann in Kazimierz Dolny das Lokal U Fryzjera besuchen (ul. Witkiewicza 2, Tel. 081/881 04 26, €) und in Lublin das Restaurant Szeroka 28 mit jüdischer Musik am Samstag (ul. Grodzka 21, Tel. 081/534 61 09, €). Übernachtungsmöglichkeit im Hotel Przepióreczka, 26 Zi., Naleczów, ul. 1go maja 6, Tel. 081/501 41 29, €. Die Rückfahrt nach Warschau empfiehlt sich aus Zeitgründen über die Hauptstraße E 17.
Architektonische Kleinode in Schlesien
Von Breslau (Wroclaw) wählen Sie die Straße 395 und erreichen nach 40 km Strzelin (Strehlen). Zwar wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg fast ganz zerstört, doch die spätgotische Gotthardskirche (14./15. Jh.) blieb unversehrt. Die Weiterfahrt nach Süden führt entlang der Wzgórza Strzelinskie (Strehlener Berge) nach Henryków (Heinrichau): ein mächtiges, nach seinem Stifter Herzog Heinrich benanntes Klosterdorf mit einer Zisterzienserabtei. Hier befindet sich das für das polnische Nationalbewusstsein wichtige »Heinrichsbuch«, das die ersten Wörter einer polnischen Schriftsprache enthält. Die frühgotische, dreischiffige Basilika erhielt im Barock eine neue Innenausstattung - unter anderem das Chorgestühl im Hauptschiff und mehrere Altarbilder von Michael Willmann.
Von Henryków führt der Weg auf der Straße 394 nach Süden an Ziebice (Münsterberg) mit seinen eindrucksvollen mittelalterlichen Mauern vorbei nach Paczków (Patschkau). Dieser Ort beeindruckt durch die 1200 m (von ursprünglich 1350 m) lange erhaltene, mittelalterliche Stadtbefestigung mit ihren 19 (von ursprünglich 24) Basteien. Die zinnenförmige Renaissance-Attika der Wehrkirche des hl. Johannes etwas südlich vom Marktplatz diente der Abwehr von Türkenangriffen, der »Tatarenbrunnen« im Innern der Wasserversorgung der Bevölkerung in Belagerungszeiten.
Von Paczków geht es nun nach Osten entlang des Südufers des Jezioro Otmuchowskie (Ottmachauer Sees) zu dem 14 km entfernten, zwischen zwei Stauseen der Glatzer Neiße gelegenen Otmuchów (Ottmachau). Schon von weitem sichtbar ist die teilweise abgetragene Befestigungsanlage aus dem 12. Jh., die vom Turm einen schönen Ausblick bietet (hier lebte der Begründer der Universität Berlin, Wilhelm von Humboldt, nachdem er in den Ruhestand getreten war). Den Marktplatz schmückt das Renaissancerathaus (17. Jh.) mit einer Sgraffito-Sonnenuhr. Übernachten können Sie im mitten im Park gelegenen Hotel Zamek (33 Zi., ul. Zamkowa, Tel. 077/431 51 48, €).
Nach weiteren 12 km erreichen Sie Nysa (Neiße), eine der ältesten Siedlungen in Schlesien, die ihrer vielen barocken Sakralbauten wegen einst den Beinamen »Schlesisches Rom« erhielt: Daran erinnert noch die reich dekorierte Barockkirche der Ritter des Heiligen Grabes (Kosciol Bozogrobców, ul. Bracka) und die Ende der 50er-Jahre rekonstruierte Jakobskirche nordöstlich vom Markt mit ihrem beeindruckenden Triptychon am Hauptaltar vom Beginn des 16. Jhs. Leider hat die Stadt unter den Zerstörungen zu Ende des Zweiten Weltkriegs stark gelitten. Historisch interessant am Markt ist nur noch die Stadtwaage (1604), eine nach dem Krieg wieder aufgebaute Kämmerei.
Im ehemaligen Bischofspalast (ul. Jaroslawska) können Sie das gut ausgestattete Stadtmuseum besichtigen. Das Jesuitenkollegium Carolinum (Solny Platz) hat als berühmtesten Zögling den späteren polnischen König Jan III. Sobieski hervorgebracht. In seinen letzten Lebensjahren lebte auch der schlesische Dichter Joseph von Eichendorff in Neiße.
Die Rückfahrt führt wieder nach Norden: Entweder direkt über Pakoslawice (Straße 404) in das ca. 30 km entfernte Niemodlin (Falkenberg) oder mit einem kleinen Umweg über Lambinowice (Lamsdorf), wo das NS-Regime im Zweiten Weltkrieg ein großes Lager u. a. für russische, belgische und französische Kriegsgefangene eingerichtet hatte. Nach dem Krieg wurden in demselben Lager deutsche Zivilisten vor ihrer Vertreibung untergebracht. Heute gibt es hier über die Kriegsgefangenen ein Museum und einen Gedenkstein für die Deutschen.
Niemodlin, inmitten weiter Waldgebiete gelegen, lohnt den kurzen Halt wegen seiner Burg, von deren Substanz Renaissancekreuzgänge und der Burgturm erhalten geblieben sind.
Die nächste Station ist Opole (Oppeln). Obwohl am Ende des Krieges zu zwei Dritteln zerstört, überrascht die Stadt mit einem (wieder) geschlossenen historischen Stadtkern: einem Markt mit Barock- und Rokokofassaden, einem Rathaus von 1936 und einer backsteingotischen Franziskanerkirche mit der angrenzenden Hl.-Anna-Kapelle. Westlich des Markts (zu erreichen über die ul. Zamkowa) befindet sich ein Ausgrabungsfeld auf der Oder-Insel Pasieka mit den Relikten einer slawischen Siedlung. Hoteltipp: Hotel Piast, 25 Zi., ul. Piastowska 1, Tel. 077/454 97 10, www.hotelpiast.com.pl, €€.
Von hier aus empfiehlt es sich, statt der autobahnähnlichen A 4 die Landstraße 4 bis Brzeg (Brieg) zu benutzen. In Brzeg herrschte das schlesische Piastengeschlecht bis zum Jahre 1675. Seine Einflüsse in Politik, Wirtschaft und Kultur dokumentiert das Museum der schlesischen Piasten im Ostflügel des Renaissanceschlosses aus dem 16. Jh.: Es ist angeblich dem Krakauer Wawel nachempfunden. Besonders beeindruckend: der lichte Arkadenhof und das Haupttor, an dem in zwei Reihen übereinander die Piastendynastie Polens (oben) und die von ihnen abstammenden Dynastien Schlesiens (unten) dargestellt sind.
Von Brzeg führt Sie der Weg dann über Olawa (Ohlau) mit seiner berühmten Figurenuhr im Turm des Rathauses - dem »Tod von Ohlau« - zurück nach Breslau.
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Bloß nicht!
Auch Polen hat seine Tücken für Touristen
Bloß nicht
Verkehrsregeln missachten
Seit 2001 gilt in Polen ein neuer Bußgeldkatalog mit drakonischen Strafen. Für Überschreitung des Tempolimits, Alkohol am Steuer oder Telefonieren beim Autofahren zahlen Sie bis zu 125 Euro Strafe. Haben Sie das Geld allerdings nicht in bar dabei, so kann die Bundesrepublik die im Ausland verhängte Strafe bis jetzt noch nicht eintreiben …
Zu leichtsinnig sein
Polen ist inzwischen zwar besser als sein Ruf. In den letzten Jahren wurden weniger Taschendiebstähle registriert, und auch der Diebstahl westlicher Autos ist deutlich zurückgegangen. Trotzdem sollten Sie im Gedränge auf Bahnhöfen, in Zügen und Bussen auf Ihre Brieftasche achten (selbst wenn Sie sie in der Innentasche Ihres Jacketts gut untergebracht glauben), höhere Geldsummen im Safe des Hotels deponieren, nichts Wertvolles im Auto liegen lassen und das Fahrzeug tagsüber durch Wegfahrsperre bzw. einen Alarm sichern und nachts auf einem bewachten Parkplatz abstellen.
Leitungswasser ungeprüft trinken
Bevor Sie Ihren Tee mit Leitungswasser kochen, sollten Sie sich nach der Qualität erkundigen. In vielen Orten ist das Leitungswasser nicht nur ungenießbar, sondern auch gesundheitsschädlich. Sollten Sie allerdings in Masuren sein oder durch das Bieszczady-Gebirge wandern, dann vergessen Sie die Gräuelgeschichten, und genießen Sie einfach das klare, bekömmliche, reine Wasser!
Schlaglöcher übersehen
Selbst in gut ausgebauten Landstraßen finden sich tief versteckte Gullideckel, ausgefahrene Spurrillen, schlecht reparierte Löcher und Schienenübergänge, die selbst gut gefederte Autos besser im Schritttempo überfahren sollten. Rechnen Sie auch mit Fahrzeugen, die unvorhergesehen ausscheren oder doppelt so schnell fahren wie erlaubt. Also: lieber langsamer fahren, dafür aber heil ankommen!
Taxi fahren ohne Taxameter
Manche Taxis kosten in Polen mehr als andere. Vom Flughafen oder Hauptbahnhof zahlen Sie bis zu dreimal so viel zum Zielort wie normal. Andere Taxifahrer spekulieren auf Ihre Hilflosigkeit als Ausländer und verlangen einen überhöhten Preis. Lassen Sie also auf jeden Fall das Taxameter einschalten und multiplizieren Sie die Zahl mit dem Faktor, der - stets gut sichtbar - je nach Inflationsstand im Taxi angegeben sein muss. Am besten fordern Sie ein Funktaxi an (in Warschau z. B. Tel. 96 22, 96 44 oder 96 64).
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Silber, Bernstein und Porzellan
Von traditioneller Volkskunst bis zu eigenwilligen Schmuckstücken ist mit etwas Glück alles zu finden
Beim Shopping kann man in Polen neben sehr viel Alltäglichem und Geschmacklosem auch sehr Schönes und Ausgefallenes finden. Die Cepelia-Läden verkaufen von bestickten Leinentischdecken über handgewebte Teppiche, silbergefassten Bernsteinschmuck bis zum blau bemalten, traditionellen Bunzlauer Geschirr alles, was mit volkstümlicher Kunst und polnischem Handwerk verbunden ist - nichts Artifizielles, eher Derbes, aber in warmen Tönen und aus erdigen Materialien.
Sehr bekannt ist sorgfältig handbemaltes Porzellan aus Wloclawek und Bunzlau (Boleslawiec). Entweder in Blau oder in Braun auf weißem Grund erhalten Sie Kerzenständer, Bodenvasen, Obstschalen und Essservices.
Auffallend sind die vielen Schmuckgeschäfte. Galerien, Konfektionsläden oder spezielle Geschäfte haben eine große Auswahl an Silberarbeiten. Phantasievoll sind Broschen, Anstecknadeln, Ketten, Ringe, Armreifen - nicht nur im Ostseeraum mit Bernstein kombiniert.
Schon immer berühmt wegen seiner Plakatkünstler hat Polen auch heute namhafte Grafiker, Maler, Bildhauer und Designer vorzuweisen. Vor allem in Krakau und Warschau stoßen Sie auf zahlreiche Galerien mit Werken moderner Künstler. Früher war Kunst in Polen relativ preiswert zu bekommen - heute liegen die Preise auf Westniveau. Dennoch dürfte ein Liebhaber von naiver Malerei selten so viele Motive finden wie in Polen: eine idyllische Dorfhochzeit etwa oder einen fröhlichen Bauernmarkt.
Großer Beliebtheit erfreuen sich die gemäß alten Vorbildern konzipierten bunten oder einfarbigen Tiffanylampen. Fast jedes größere Hotel hat eine kleine Auswahl anzubieten. Wer dort nichts findet, sollte in Spezialgeschäfte gehen, etwa in Warschau an der Nowy Swiat.
Sehr typisch für alte polnische Volkskunst sind die Holzfiguren, die ursprünglich talentierte Bauern in ihrer freien Zeit herstellten. Heute finden Sie die Figuren schon etwas kommerzieller hergestellt, aber nach wie vor sehr typisch in Formen und Farben: religiöse Motive, Bauern und Bäuerinnen, Juden in schwarzem Gehrock und mit Ringellocken, Tiere, Blumen und Obst.
nach obenEssen und Trinken
Barszcz und Bigos
Die deftige altpolnische Küche behauptet sich gegen internationale Einflüsse
Die Polen sind zu Recht stolz auf ihre Küche. Zwar halten internationale Gerichte und Fastfood seit 1989 auch östlich der Oder Einzug. Doch neben neu eröffneten spanischen, italienischen, japanischen und vietnamesischen Restaurants werden Sie überall auf einheimische Spezialitäten stoßen, deren Geschmacksrichtungen Sie etwa in Frankreich, Italien oder Deutschland vergeblich suchen.
Das traditionelle Mittagessen besteht aus mindestens drei Gängen und wird normalerweise zwischen 14 und 17 Uhr eingenommen. Suppe, Hauptgang und Nachtisch (und sei es nur Kompott) sind auch im Alltag obligatorisch.
Die Polen lieben den süßsauren Geschmack. Sie finden ihn beim Schweinsrücken, der mit Pflaumen verfeinert wird, ebenso wie beim Wildbret mit Preiselbeeren oder bei der mit Majoran und Rosmarin gebeizten Bratente, zu der eine Apfelfüllung gehört, wie sie früher in Deutschland zum Weihnachtsfest üblich war. Und natürlich beim Eintopf bigos - dem polnischen Nationalgericht.
Als Beilage zum Fleisch werden neben Kartoffeln, die es immer wieder und reichlich gibt, auch kluski (Knödel) und kasza gryczana (Buchweizengrütze) gereicht. Bunte Salatteller wie in Westeuropa sind in den Städten mittlerweile bekannt. Ansonsten werden Sie neben frischen Gurken, Tomaten und grünem Salat - nach polnischer Art mit einer Sahnesoße angemacht - häufig auf surówka stoßen: eingelegtes Sauergemüse, vom Weißkohl über Paprika bis zur Gurke. Eine wahre Renaissance erleben die pierogi: Gab es die Teigtaschen nach altem Brauch schon immer auf vielfältige Weise mit Kartoffeln, Pilzen, Sauerkraut, Fleischfüllung oder Quark, so sind der Phantasie jetzt keine Grenzen mehr gesetzt. Je nach Jahreszeit mit Erdbeeren oder Preiselbeeren gefüllt, mit zerlassener Butter übergossen und mit Puderzucker überstreut, sind sie eine wahre Delikatesse in der einfachen Bar genauso wie im Nobelrestaurant.
Zum zünftigen Mahl gehört (noch) ein zünftiger Wodka. Bei den Vorspeisen - einem Karpfen in Aspik etwa, geräuchertem Lachs oder Pilzen aus den heimischen Wäldern - wärmt er den Magen; nach dem Hauptgang regt er die Verdauung an. Zum Essen sind die Sorten Wyborowa und Zytnia zu empfehlen, während Zubrówka mit dem intensiven Geschmack des eingelegten Mariengrases besser zum Abend passt.
Eine Spezialität in Danzig ist das Danziger Goldwasser, ein traditioneller, süßer honiggelber Likör mit hauchzarten Goldflocken.
Jahrhundertelang tranken die Polen ein leichtes und schäumendes Bier zum Essen. Nach dem Kommunismus wetteifern viele Firmen auf dem Markt: beispielsweise Lech, Zywiec Tyskie oder EB. Wodka und Bier machen gut 90 Prozent des Alkoholkonsums aus - Wodka ist wieder im Kommen. Wein ist auf Grund eines hohen Einfuhrzolls teurer als im Westen. Nur in wenigen Lokalen finden Sie gute französische oder italienische Sorten.
Ansonsten heißt das Lieblingsgetränk der Polen herbata (Tee). Sie trinken ihn morgens, mittags, abends und zwischendurch. In größeren Städten finden Sie Kaffee auch als Cappuccino, Caffè latte etc., auf dem Land allerdings nach »türkischer Art« meist nur mit Satz.
Im sozialistischen Polen zählten die Restaurants und Cafés in den großen Hotels zu den besten in der Stadt, und normalerweise kann man sich auch heute auf ihre Qualität verlassen. Das gilt noch mehr für alle im Band empfohlenen Hotels in ländlichen Gebieten, zumal diese häufig als einzige bis in die Abendstunden geöffnet haben. Ansonsten schießen Bars, Bistros, Pizzerias und Restaurants überall in Polen wie Pilze aus dem Boden. Gehen Sie also auf Entdeckungstour; die Qualität des Essens wie des Interieurs ist allerdings sehr unterschiedlich.
Wer aus dem Westen gewohnt ist, es sich nach Tagesausflügen in ländliche Gegenden in Gasthäusern oder Wirtsstuben wohl sein zu lassen, muss in Polen umdenken: Vielleicht findet er in größeren Dörfern tatsächlich eine »Bar«, die auch noch kühles Bier hat. Verlassen Sie sich darauf aber nicht. Bei Ausflügen außerhalb der Städte sollte deswegen vorsichtshalber ein Proviantkorb dabei sein.
nach obenFeste und Events
Feste, Events und mehr
Polen öffnet sich der Moderne, ohne traditionelle Bräuche zu vergessen
Neben den großen religiösen und nationalen Feiertagen entwickelt sich - besonders im Sommer - immer stärker eine regionale Kultur
mit Musikveranstaltungen, Ritterspielen und Jahrmärkten. Ausführlich informiert über alle Termine: www.polen-info.de
Offizielle Feiertage
1. Januar
Neujahr
März/April
Ostermontag
1. Mai
Tag der Arbeit
3. Mai
Jahrestag der Verfassung vom 3. Mai 1791
Mai/Juni
Fronleichnam
15. August
Mariä Himmelfahrt
1. November
Allerheiligen
11. November
Jahrestag der Unabhängigkeit 1918
25./26. Dezember
Weihnachten
Feste und Veranstaltungen
März/April
Mysterienspiel: In der Karwoche wird in Kalwaria Zebrzydowska das Leiden Christi aufgeführt. In allen übrigen Kirchen besichtigen die Gläubigen am Karfreitag und Karsamstag das Heilige Grab und lassen (am Samstag) die Speisen segnen.
Smigus-dyngus: Am Ostermontag bespritzen sich die Menschen gegenseitig mit Wasser: Früher war es Parfüm, und junge Männer zeigten Mädchen so ihre Sympathie.
Mai
Musikfestivals: Im Schloss von Lancut finden Konzerte klassischer Musik statt; in Hajnówka im Bialowieksi-Nationalpark hingegen ertönt russisch-orthodoxe Kirchenmusik.
Mai/Juni
Fronleichnam: Eindrucksvolle große Prozessionen vor allem in Krakau und Warschau.
Volksspiel des Lajkonik: Das Spiel erinnert an den Holzfäller, der im 13. Jh die Tataren zurückgeschlagen hatte und dann in Tatarentracht nach Krakau zurückkehrte.
Johannisnacht: In der kürzesten Nacht des Jahres werden an Flüssen und am Meer Blumenkränze mit Kerzen ins Wasser gelassen, in Krakau Anlass für das größte Sommerfest im Jahr.
In Posen findet das Malta-Festival statt, ein großes Straßentheater mit internationaler Beteiligung.
Festival der jüdischen Kultur: In Kazimierz, dem jüdischen Viertel Krakaus, treten u. a. die bekanntesten Klezmer-Gruppen aus der ganzen Welt auf.
Fischerwallfahrt: Am 29. Juni pilgern Fischer mit ihren Booten von der Halbinsel Hel zu Gottesdienst und Volksfest nach Puck.
Juli
Monat der klassischen Konzerte: Die schönsten gibt es in Warschau, Danzig, Thorn und Kamien Pomorski.
Außerdem findet in Posen ein Theaterfestival statt.
August
Dominikanermarkt: Der in Danzig seit dem 12. Jh. abgehaltene Dominikanermarkt wurde wieder zum Leben erweckt: ein großes kulturelles Fest.
Mariä Himmelfahrt: Gläubige aus ganz Polen erreichen am 15. August nach tagelangen Wanderungen die Ikone der Schwarzen Madonna in Tschenstochau.
September
Warschauer Herbst: Namhaftes internationales Festival zeitgenössischer Musik in Warschau.
Wratislavia Cantans: Künstler und Orchester aus der ganzen Welt kommen zu diesem großen Festival der Kantaten und Oratorien nach Breslau.
Oktober
Jazz Jamboree: Polens ältestes und bestes Jazzfestival findet Ende des Monats vier Tage in Warschau statt.
November
Allerheiligen: Am 1. November werden die Soldatengräber mit nationalen Symbolen und Kerzen geschmückt - besonders eindrucksvoll ist diese Zeremonie auf dem Powazki-Friedhof in Warschau.
Dezember
Weihnachtskrippen: Jedes Jahr wird in Krakau vom 3. bis 10. Dezember die schönste unter den Weihnachtskrippen prämiert.
nach obenPraktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Polenreise
Anreise
Auto
Zur Einreise (an 17 Grenzübergängen) brauchen Sie nur noch den nationalen Führerschein. Die Wartezeiten an der Grenze sind in der Regel kurz. Auf zwei Teilabschnitten der Autobahn sind Gebühren (10 Zl., also ca. 2,50 Euro, pro PKW) zu entrichten: auf der A 4 zwischen Kattowitz und Krakau und auf der A 2 zwischen Konin und Posen.
Bahn
Dreimal täglich gibt es reservierungspflichtige Eurocity-Verbindungen von Berlin über Posen nach Warschau (6 Std.) und einmal täglich einen Intercity von Hamburg über Berlin und Breslau nach Krakau (12 Std. 40 Min.). Dazu kommen vier Nachtzüge von Köln, Berlin und Dresden nach Warschau bzw. Krakau. Eine Rückfahrkarte Berlin-Warschau kostet ca. 70 Euro bzw. ca. 53 Euro mit Bahncard. Verfügen Sie über eine Railplus-Karte (15 Euro) im Zusammenhang mit Ihrer Bahncard, verbilligt sich das Ticket auf polnischen Strecken noch einmal um 25 Prozent.
Bus
Busfahrten sind am unbequemsten - aber am billigsten. Abfahrten aus vielen größeren deutschen Städten bietet die Deutsche Touring GmbH, Mo-Fr 9-18, Sa 9-13 Uhr, Tel. 069/79 03 50, Fax 790 32 19, www.deutsche-touring.com.
Von Berlin gibt es regelmäßige Touren ins Riesengebirge und nach Masuren: Bayern Express, Tel. 030/ 860 96-0. www.berlinlinienbus.de
Flugzeug
Von Köln/Bonn, Berlin, Stuttgart, Hannover und Dortmund bieten verschiedene Fluggesellschaften Flüge nach Warschau, Krakau, Danzig, Posen und Kattowitz an. Reguläre Flüge etwa von Berlin nach Warschau erhalten Sie ab ca. 170 Euro; außerdem gibt es - bei Vorbestellung - Billigflüge von Berlin nach Krakau. www.flugzentrale.de
Wer von Warschau in eine andere polnische Stadt fliegen will, muss vom internationalen zum nationalen Flughafen wechseln.
Auskunft
Polnisches Fremdenverkehrsamt
- Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030/210 09 20, Fax 210 09 14, info@polen-info.de, www.polen-info.de
- Lerchenfelder Str. 2, A-1080 Wien, Tel. 01/524 71 91, Fax 524 71 91 20, info@polen-info.at, www.poleninfo.at
Auto
Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 km/h, auf Landstraßen 90-110 km/h und auf Schnellstraßen (Autobahnen) 130 km/h. Es besteht Anschnallpflicht; Promillegrenze 0, 2. Vom 1. Oktober bis 1. März ist grundsätzlich das Abblendlicht einzuschalten. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und weitgehend modernisiert. An großen Landstraßen gibt es inzwischen ein dichtes, meist ganztägig geöffnetes Tankstellennetz. Bei Pannen hilft der Polnische Motorverband unter Tel. 981. »ON« ist die polnische Abkürzung für Diesel; bleifreies Benzin ist durch ein durchgestrichenes »Pb« zu erkennen. Auf den Straßen gilt Vorsicht: Polen hat die höchste Unfallrate Europas!
Bahn
Mit Expresszügen sind Sie schneller als mit dem Auto. Die Züge verkehren allerdings nur zwischen den Großstädten und sind, zumindest in der 2. Klasse, oft voll besetzt. Sonderangebote gibt es für Wochenenden und Feiertage: Für 50 Zl. (ca. 13 Euro) können Sie in der 2. Klasse unbegrenzt Regionalbahnen und für 99 Zl. (ca. 25 Euro) unbegrenzt IC-, EC- und Expresszüge benutzen (außer EC Berlin-Warschau). Informationen unter www.polen-info.de
Camping
Campingplätze der Kategorie I und II verfügen über Elektrizität und sanitäre Anlagen, Abwaschbecken, Kochplatten und Warmwasserduschen. In der Regel sind die Plätze von Mitte Juni bis September geöffnet. Informationen unter www.campingpolska.com und www.e-masuren.com
Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
ul. Dabrowiecka 30, Warszawa, Tel. 022/584 17 00, Fax 584 17 39, www.ambasadaniemiec.pl
Botschaft der Republik Österreich
ul. Gagarina 34, Warszawa, Tel. 022/841 00 81, Fax 841 00 85
Botschaft der Schweiz
al. Ujazdowskie 27, Warszawa, Tel. 022/628 04 81, Fax 621 05 48
Ein- und Ausreise
Seit dem Beitritt Polens zur EU ist beim Grenzübertritt nur noch der Personalausweis erforderlich. Kinder bis zum 16. Lebensjahr brauchen einen Kinderausweis (mit Foto) oder müssen im Pass der Eltern mit eingetragen sein. Die Ausweiskontrollen werden noch so lange bestehen bleiben, bis Polen seine Ostgrenze gegen illegale Einwanderer gesichert haben und dem Schengener Abkommen beigetreten sein wird.
Eintrittspreise
Viele staatliche Museen sind kostenlos. Sonst liegen die Eintrittspreise bei Museen und ähnlichen Einrichtungen zwischen 1,25 und 2 Euro. Am teuersten ist mit 3 Euro das Nationalmuseum in Warschau.
Inzwischen finden zwar viele Führungen zu Sehenswürdigkeiten auch auf Deutsch statt, Sie müssen aber gerade in ländlichen Gegenden damit rechnen, dass bei geführten Besichtigungen nur polnisch gesprochen wird.
Fahrräder
Fahrradfahren entwickelt sich in Polen zum Massensport. Vor allem in den Erholungsgebieten sind immer mehr Wege ausgeschildert. Hotels vermieten Räder. Für den grenzüberschreitenden Verkehr ist eine internationale Fahrradkarte erforderlich (10 Euro).
Gesundheit
Im Krankheitsfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ärztliche Leistungen in Polen - allerdings brauchen Sie die Europäische Versicherungskarte EHIC, die kostenlos bei Ihrer Krankenkasse erhältlich ist.
Apotheken haben geöffnet wie alle anderen Geschäfte, in Großstädten gibt es nachts Notapotheken. Nicht verschreibungsfähige Medikamente sind häufig billiger als in Deutschland.
Internet
In Polen nutzen etwa 1,5 Mio. Menschen das Internet. Allerdings haben fast alle Zeitungen nur polnischsprachige Websites. Aktuelle Informationen auf Englisch erhalten Sie bei The Warsaw Voice (www.warsawvoice.pl) und unter www.inyourpocket.com/poland/
Allgemeine Informationen über den Tourismus sind u. a. erhältlich unter www.urlaub-polen.de, www.polish-online.com und www.polishworld.com. Aktuelle Hotelangebote erhalten Sie unter www.hotelsinpoland.com
Internetcafés
Mit eigenem Laptop (einschließlich Modem) können Sie sich über die polnische Telefongesellschaft einloggen: Wählen Sie 020 21 22 und geben den Benutzernamen und das Passwort ppp ein. Internetcafés sind immer mehr im Kommen, selbst in kleineren Städten. In Warschau z. B. Empik, ul. Marszalkowska 116 und Casablanca, ul. Krakowskie Przedmiescie 4/6, in Danzig Rudy Kot, ul. Garncarska 18/20, in Breslau Kalambur, ul. Kuznica 29. Die Preise liegen bei 1-3 Euro pro Stunde. Sie können auch - für erheblich teurere Tarife - die Businesscenter der Hotels nutzen.
Mietwagen
Mietwagen großer Verleihfirmen sind entweder direkt am Flughafen oder bei den Büros in den Städten zu mieten. Ein Opel Corsa kostet (unabhängig von der Kilometerzahl) pro Tag ab 66 Euro, ein VW Passat ab 129 Euro und ein VW-Bus ab 204 Euro. Weitere Angebote für Autovermietungen finden Sie unter www.marcopolo.de.
Notruf
Ambulanz 999, Feuerwehr 998, Polizei 997, Pannenhilfe 981, ADAC -Notruf 061/831 98 88 (man spricht deutsch)
Öffnungszeiten
Geschäfte, Kaufhäuser und Einzelhändler sind Mo-Fr 11-19 Uhr und Sa 11-14 Uhr geöffnet. Lebensmittelläden öffnen früher, einige haben auch nachts und feiertags auf. Behörden und Banken: 8-17 Uhr, manchmal bis 19 Uhr. Restaurants haben in der Regel keinen Ruhetag.
Post
Briefe und Postkarten innerhalb Polens kosten 1,80 Zl., in andere europäische Länder 2,10 Zl. (Luftpost 2,60 Zl.) In der Regel dauert die Post nach Deutschland drei Tage; manchmal allerdings bis zu zwei Wochen. Postämter in größeren Orten sind meist Mo-Fr 8-19 Uhr geöffnet. Die Hauptpost in Warschau (Poczta Glówna, ul. Swietokrzyska 31/33) hat 24 Stunden geöffnet.
Preise und Währung
Der Zloty ist frei konvertierbar, der Wechselkurs ändert sich täglich. Am günstigsten tauschen Sie Ihre Euros in Polen, und zwar in einer der zahlreichen Wechselstuben (kantor); Sie dürfen aber in Geschäften und Restaurants seit dem 1. Mai 2004 offiziell auch mit Euro bezahlen (allerdings kann man dort im Einzelfall auf der Bezahlung mit Zloty bestehen).
Ansonsten akzeptieren die Geldautomaten u. a. EC- oder Visakarten. Kreditkarten (vor allem Visa und Eurocard) werden nicht nur von großen Hotels und Restaurants, sondern immer mehr auch von kleinen Geschäften akzeptiert.
Die Preise sind oft überraschend für Touristen: Brot, Butter, Eier und Obst sind billiger als in Westeuropa; für einheimisches Bier und für importierten Alkohol muss man aber teilweise erheblich mehr bezahlen.
Reisezeit und Wetter
Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt 16,5-19 Grad, im Januar 0 bis -4,5 Grad. Im Osten fällt das Thermometer auch schon auf bis zu -38 Grad. Sehr schöne Reisezeiten sind der frühe Sommer und der goldene Herbst.
Sonstiges
Ferien auf dem Bauernhof
Die »Agroturystyk« ist in Polen groß im Kommen - Urlaub auf Ökobauernhöfen unter dem Logo einer blauen Schwalbe. Geboten werden Unterkünfte zwischen 5 und 10 Euro pro Nacht, Rundwanderungen, Reiten, Radfahren, Segeln, Yogakurse. Informationen (auch auf Deutsch) unter www.wakacje.agro.pl
Telefon
Telefonkarten für Automaten gibt es in jeder Post und in allen Kiosken mit 25, 50 und 100 Einheiten (ca. 5, 10 und 20 Euro), allerdings für zwei verschiedene Telefonautomaten. Bei Gesprächen innerhalb Polens ist der Ortsvorwahl eine Netzvorwahl voranzustellen (z. B. 1033 o. 1055): also 0-1033-12-... für Krakau. Bei Gesprächen ins Ausland entfällt die Netzwahl; es gelten die internationalen Vorwahlnummern (Polen 0048, Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041). Ortsgespräche kosten 0,33 Zl. (3 Min.), Ferngespräche 0,59 bis 0,78 Zl. (22-8 Uhr günstiger). Die Telefonauskunft hat landesweit die Nummer 913 (für das Ortsnetz) und 912 (für Fernverbindungen).
Handys wählen sich automatisch ins einheimische Netz ein. Abgesehen von einigen Gebieten Ost- und Südostpolens besteht gute Verbindung. Der Normaltarif für Gespräche in Polen beträgt 77 Cent, von Polen z. B. nach Deutschland 92 Cent. Bei ankommenden Gesprächen werden Ihnen die Kosten für die Weiterleitung im Satellitennetz berechnet.
Informieren Sie sich über Calling Cards fürs Ausland, die Sie in Deutschland kaufen und mit denen Sie von Ihrem Urlaubsort aus telefonieren können.
Toiletten
Anstelle von toaleta oder WC sind Damentoiletten meist durch einen Kreis, Männertoiletten durch ein Dreieck gekennzeichnet. Selbst in Restaurants wird eine Gebühr verlangt, meist 1-1,50 Zl.
Veranstaltungstipps
Kulturinstitute
Die deutschsprachigen Kulturzentren bieten ein vielseitiges Musik-, Literatur-, Film- und Sprachprogramm:
- Goethe-Institut, ul.Chmielna 13, Warszawa, Tel. 022/505 90 00
- Goethe-Institut, Rynek Glówny 20, Krakow, Tel. 012/422 58 29, Fax 422 82 76
- Österreichisches Kulturinstitut, ul. Prózna 8, Warszawa, Tel. 022/ 620 96 20
- Österreichisches Kulturforum, ul. Krupnicza 42, Krakow, Tel. 012/ 421 99 00
Zeit
Polen hat die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die Sommerzeit dauert von Ende März bis Ende Oktober.
Zoll
Die durchgängigen Zollkontrollen sind mit dem EU-Beitritt weggefallen. Es gilt die normale EU-Bestimmung, dass Waren für den privaten Bedarf frei ein- und ausgeführt werden können (z. B. 90 l Wein, 10 l Spirituosen). Ausnahme sind Zigaretten und andere Tabakwaren: So dürfen Sie z. B. nur 200 Zigaretten aus Polen ausführen (Kontrollen!). Die Ausfuhr von vor dem 9. Mai 1945 hergestellten Antiquitäten bedarf einer Genehmigung des Denkmalkonservators der jeweiligen Wojewodschaft. www.zoll.de
nach obenSport und Aktivitäten
Mit Angel oder Golfschläger
In Polen kann man auch jenseits von Wandern und Paddeln sportlich aktiv sein
Die Möglichkeiten für einen aktiven Urlaub in Polen haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert - und zwar in allen Regionen. Wer sich nicht auf mehrtägige Rad- oder Paddeltouren festlegen will, kann oft auch über Hotels und Pensionen Aktivitäten wie Angeln, Reiten und Segeln organisieren, wie z. B. im Freizeit- und Erholungszentrum Morsko in Zawiercie, nördlich von Krakau (Tel. 032/ 673 76 31, www.morsko.com.pl).
Sport und Aktivitäten
Angeln
In Gebirgsflüssen und -seen und in Masuren finden sich z. B. Forellen und Zander; in der Ostsee ist der Lachs daheim, hier werden auch Hochseeangeltouren angeboten. Gegen Entgelt können sich Touristen am Fischfang beteiligen. Polnischer Anglerverband, Warschau, ul. Twarda 42, Tel. 022/620 89 66, Fax 620 50 89, www.zgpzw.pl
Fahrradtouren
Auf Grund der zunehmenden Popularität haben die Wojewodschaften inzwischen fast überall markierte Wege für Radfahrer eingerichtet - insgesamt eine Strecke von mehreren Tausend Kilometern in Pommern, Masuren, der Jura-Hochebene, in Masowien um Warschau und - schon schwierigere Strecken - in den Bieszczady-Bergen und den Sudeten. Gute Bedingungen für Mountainbiker hat das Dreiländereck bei Cieszyn (Teschen) mit 800 km markierten Radwegen durch die polnischen Beskiden und über die Grenze nach Tschechien und in die Slowakei. Karten sind erhältlich bei der Touristenauskunft (PTTK) Cieszyn, Tel. 033/852 11 86.
Allgemeine Informationen gibt es beim Polnischen Radfahrerverband, Warschau, ul. Afrykanska 7a, Tel. 022/671 99 10, www.pzkol.pl; Kontaktadresse für Masuren: Campisz, Pisz, al. Turystow 1, Tel. 087/ 423 04 59, www.radreisen-masuren.de.
Golf
Eine völlig neue Errungenschaft seit Anfang der 90er-Jahre, die schnell Anhänger findet. Siebzehn Golfplätze gibt es bereits, weitere sind im Bau (Informationen unter www.golf.pl).
- Golf Club Binowo Park, Binowo 62 (20 km von Stettin), Stare Czarnowo, Tel. 091/404 15 33, Fax 404 15 38, www.binowopark.pl (18-Loch-Anlage)
- Amber Baltic Golf Club, auf der Insel Wollin im Ort Kolczewo (90 km von Stettin), ul. Baltycka 13, Tel. 091/326 51 10, Fax 326 53 33, www.abgc.pl (18-Loch-Anlage)
- Warschauer Golf Club, ca. 25 km vom Zentrum in Rajszew 70, Jablonna, Tel. 022/782 48 52 (18-Loch-Anlage)
- Postolowo Golf Club, Elganowo (28 km von Danzig), Tel. 058/ 683 71 00 (18-Loch-Anlage in kaschubisch verträumter Landschaft)
Paddeln
Schon berühmt sind die romantischen Paddelrouten in Nordpolen auf den Flüssen Brda, Krutynia und Czarna Hancza. Wer eine größere sportliche Herausforderung sucht, wählt eine Kajaktour auf den Gebirgsflüssen Dunajec und Bóbr im Süden. Polnischer Kajakverband, Warschau, ul. Ciolka 17, Tel. 022/ 873 40 59, www.hbz.com.pl/pzk; Kontakt für Masuren: AS-Tour, Krutyn 4, Tel./Fax 089/742 14 30, www.as-tour.de
Reiten
Einst nur von den staatlichen Gestüten angeboten, hat sich das Reiten zu einer touristischen Attraktion entwickelt. An der deutsch-polnischen Grenze hat sich eine ganze Reihe von Gestüten etabliert, u. a. in Bielun, Moryn und Radun (Buchungen über www.reiten-in-polen.de). Ansonsten gibt es eine Vielzahl guter Gestüte im ganzen Land.
- Reitzentrum Furioso, Stare Zukowice (Bezirk Tarnów), Tel. 014/ 678 68 15, www.furioso.prv.pl
- Palast Czerniejewo (40 km von Posen), Czerniejewo, Tel. 061/427 30
- Gestüt Kadyny, Tolkmicko (Masuren), Tel. 055/231 61 20, www.kadyny.com
- Hengstgestüt Ksiaz, am Schloss Fürstenstein (Schlesien), Tel. 074/840 58 67
Auf organisierte Trailritte spezialisiert ist eine Försterei in der Kaschubei: Es geht entweder 200 km durch die abwechslungsreiche Landschaft der Kaschubei oder durch die Dünen des Slowinski-Nationalparks bis zur Ostsee. Anmeldungen in Deutschland unter Tel. 040/60 76 69 46, www.pferdreiter.de/polen
Segeln
Zum Segeln bietet sich die Masurische Seenplatte an, vor allem der Sniardwy- und der Mamry-See. Gesegelt wird aber auch im Stettiner Haff - wer will, kann von hier einfach in die Ostsee stechen - und im Bieszczady-Gebirge auf dem Solina-See. Segelzentren und -schulen finden Sie unter www.polen-info.de.
Ski
Seit Skisprungstar Adam Malysz hat der ganze Skisport in Polen Zulauf. Die beliebtesten Skigebiete sind das Riesengebirge (Szklarska Poreba und Karpacz) sowie die Tatra (besonders in der Gegend von Zakopane). Die einzige Ganzjahrespiste auf Kunststoffmatten (200 m) befindet sich in den Beskiden am Berg Klimczok beim Ferienort Bystra Slaska.
Tauchen
Zu den größten Unterwasserattraktionen gehört das Wracktauchen in der Ostsee bis in 60 m Tiefe. Aber auch Baggerseen in Oberschlesien mit ihren ausrangierten Maschinen ziehen Unterwasserfotografen an. Für Anfänger empfehlen sich hingegen die Seengebiete in Masuren und der Kaschubei. Auskunft erteilt der Taucher-Dachverband KDP (auch auf Englisch), Tel./Fax 022/ 826 35 73, www.kdp-pttk.org.pl
Wandern
30 000 km sind in Polen gut als Wanderwege markiert: von der flachen Ostseeküste bis in den gebirgigen Süden. Die meisten Wege - für erfahrene wie für ungeübte Wanderer - befinden sich allerdings in den südlichen Bergregionen: in den Sudeten, den Beskiden, der Hohen Tatra und im Bieszczady-Gebirge.
Hervorragend zum Wandern sind auch die Nationalparks geeignet. Allein der Biebrzanski-Park in der Nähe von Bialystok, mit seinen 600 km² das größte Moorgebiet in Mitteleuropa, verfügt über 480 km Wanderwege und 400 km Radwege. Informationszentrum: Osowiec-Twierdza 8, Goniadz, Mai-Sept. tgl. 7.30-19 Uhr, Okt.-April Mo-Fr 7.30-15.30 Uhr, www.biebrza.org.pl
Wellness
Wellness ist im Trend. Immer mehr Hotels an der Ostsee und im schlesischen Bergland bieten Akupunktur, Antistresstherapien, Schlankheitskuren, Massagen, Saunen und Schönheitspflege.
Gesundheitsklinik Villa Park, Ciechocinek, ul. Warzelniana 10, Tel. 054/416 41 00, www.villapark.pl
- Hotel Senator, Dzwirzyno, ul. Wyzwolenia 35, Tel. 094/354 95 00, www.hotelsenator.pl
- Kurkomplex Sandra, ul. Wojska Polskiego 3, Pogorzelica, Tel. 091/481 47 00, www.sandra.ta.pl
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Essen und Trinken
Das Essen ist sehr bodenständig und handfest und widerspiegelt die vielen Einflüsse, denen das Land seit jeher ausgesetzt war.Es wird viel Fleisch gegessen: Rind, Schwein und Geflügel aber auch Würste und Schinken. Die regionalen Unterschiede sind sehr gering. Im katholischen Polen essen die meisten Leute am Freitag kein Fleisch. Im Sommer gibt es an Seen und am Meer eine schöne Auswahl von fangfrischen Fischen. Im Herbst werden Wildund Pilzgerichte (v.a. Pfifferlinge) angeboten. Das Frühstück ist reichhaltig und besteht meist aus Brot,Wurst, Rührei, Tee oder Kaffee. Das Mittagessen besteht meist aus drei Gängen: Suppe, Fisch- oder Fleischspeise und Nachtisch. Tee ist das Nationalgetränk Polens, aber auch Bier ist sehr beliebt und das Angebot an guten einheimischen Bieren steigt stetig.
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Autofahren
Während das ausgedehnte Netz an Fernstrassen normalerweise in sehr gutem Zustand ist, können Fahrten auf Nebenstrassen manchmal recht beschwerlich sein. Autobahnen gibt es nur bei grösseren Städten. Tankstellen befinden sich an Durchgangsstrassen und in Städten. Die Versorgung mit bleifreiem Benzin ist flächendeckend. Die Strassenverkehrsregeln sind weitestgehend die selben wie im übrigen Europa. Innerorts darf nicht schneller als 60 km/h gefahren werden, ausserorts maximal 90 km/h und auf Autobahnen und Schnellstrassen sind es 110 km/h. Das Alkohollimit beträgt 0,2 Promille, was einem absoluten Alkoholverbot gleichkommt.