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Reiseführer Slowakei

Entdecken Sie die Slowakei!

In Europas Mitte zu Unrecht vergessen: der junge Staat mit traditionsreicher Geschichte und malerischen Naturschönheiten

Beim Stichwort Slowakei geraten die meisten Westeuropäer immer noch ins Grübeln. War das nun ein Bestandteil Jugoslawiens oder der früheren Tschechoslowakei? In jedem Fall ist die Slowakei immer noch eines der unbekanntesten Länder in der Mitte Europas, das man im Übrigen »weit im Osten« vermutet. Dabei ist sie selbst für deutsche Nordlichter in einer Tagesreise zu erreichen und hat als Urlaubs- und Reiseland auch abseits der Hauptstadt Bratislava und der Hohen Tatra, dem touristischen Aushängeschild, viel zu bieten. Die Slowakei ist ein kompaktes, überschaubares Reiseziel, von dem man sich auch in wenigen Tagen einen Eindruck verschaffen kann. Berge - von sanften Hügeln bis zu steilen Felswänden - bestimmen das Landschaftsbild. Schon in der Hauptstadt beginnen die Karpaten; sie heißen hier Kleine Karpaten und werden weiter nördlich von den Weißen Karpaten und anderen Höhenzügen abgelöst, die sie mit den Beskiden an der polnischen Grenze verbinden. Im Norden zieht sich die Hohe Tatra mit etlichen Gipfeln, die über 2600 m hinausragen, nordostwärts. Ihr gegenüber liegen die etwas flachere Niedere Tatra und westlich davon die weitgehend unbekannte West-Tatra sowie die Kleine Fatra, die von Žilina aus gut zugänglich ist. Südöstlich schließt sich an das Tatra-Massiv die bizarre Landschaft des slowakischen Karsts an, der im oberen Teil verheißungsvoll Slowakisches Paradies genannt wird. Im Herzen des Landes komplettieren die erzhaltigen Mittelgebirge das Gebirgspanorama der Slowakei.

Eine ganz andere, lieblichere Landschaft präsentieren das untere, breite Tal der hier behäbig d ...
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Impressionen







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Angesagt

Angesagt!

Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten in der Slowakei

Angesagt

Wie im Wilden Westen

Äußerst beliebt sind zurzeit Reiterhöfe, die möglichst stilecht einer amerikanischen Ranch nachempfunden sind. Viele bieten Übernachtungsmöglichkeiten, sodass Pferdenarren auch zum Wochenendtripp samt Familie anreisen und sich dann wie Cowboys in den Sattel schwingen können. Das echte Amerika ist weit und teuer - und so geht's ja auch.

Pop-Ladies

Das Ex-Fotomodell Jana Kirschner errang mit ihrem ersten Album gleich einen Achtungserfolg. Seither steigt die Popularität ihrer meist auf Slowakisch gesungenen Lieder, die sich am internationalen Pop orientieren. Die CD »Veci, co sa dejú« (Dinge, die geschehen) kam 2004 auf den Markt. Persönliche Freundin und zugleich größte Konkurrentin ist Misha. Mit ihren rhythm-and-blues-Melodien des Debütalbums »Colors in My Life« heimste sie beim Start 2002 gleich drei der begehrten Aurel-Figuren der Slowakischen Musikakademie ein. 2003 wurde sie Sängerin des Jahres, und seit 2004 liegt ihr zweites Album »Misha« vor.

Rollerblades

Die rollenden Schuhe sind auch in der Slowakei im Kommen, auch wenn zuweilen noch staksige Beine darin stecken. Sobald sich nach Geschäftsschluss die Straßen leeren, schwärmen selbst in kleinen Städten die Inlinefahrer aus.

Retrostil

Von der sozialistisch interpretierten Moderne hatte man schon lange die Nase voll. Mit dem Aufkommen der beliebten Pubs schwappte auch bei anderen Lokalen eine Nostalgiewelle übers Land. Ob Bistro, Landhaus, Western Ranch oder k.u.k. Habsburg - alles versucht man stilgetreu nachzuahmen.

Cajovna

Bei uns längst passé, sind »Teestuben« - so die deutsche Übersetzung - in der Slowakei zu einem regelrechten Boom geworden. Mal sind sie esoterisch angehaucht (mit dem Verkauf von entsprechender Literatur), meist sind es aber einfach nur nette, kleine Cafés, in denen man gemütlich zusammensitzt, wo nicht geraucht und eher »softe« Musik gespielt wird.



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Ausflüge und Touren

Durch die Karpaten und das Waagtal

Ausflüge und Touren

Die grosse Tatra-Tour

Die Kleinteiligkeit der Tatra erlaubt es, sich von den höchsten Erhebungen des Karpatengebirges in wenigen Tagen einen Eindruck zu verschaffen. Diese östlichen Mini-Alpen sind in verschiedene Höhenzüge unterteilt, die Sie je nach eingeschobenen Wanderungen in 6-8 Tagen kennen lernen können. West-Tatra, Niedere und Hohe Tatra sowie die sich im Norden anschließende Weiße Tatra und die Pieninen eröffnen auf kleinem Raum die Vielfalt der famosen slowakischen Bergwelt. Die Route ist mit allen Abstechern insgesamt ca. 1000 km lang.

Von Bratislava aus erreichen Sie nach 250 km (Autobahn oder zumindest gut ausgebaute Fernstraßen) kurz hinter Martin den Ort Kralovany am Zusammenfluss von Orava und Waag, dem Eingangstor zu den Tatra-Massiven. Hier geht es ab von der Fernstraße, in Richtung Dolný Kubín und durch die Ausläufer der Kleinen Fatra linker Hand und der Oraver-Höhe auf der rechten Seite: stille Berge des Landstrichs Orava, der von vielen slowakischen Dichtern besungen wurde, allen voran von Pavol O. Hviezdoslav. 24 km hinter Dolný Kubín, seinem Lebens- und Sterbeort, erreichen Sie in Oravský Podzámok die wildromantische Orava-Burg auf halsbrecherisch abfallendem Gefelse. Weiter geht es nach Tvrdošín (21 km), wo Sie sich die hölzerne Allerheiligen-Kirche nicht entgehen lassen sollten. Dann trennen Sie nur noch wenige Kilometer vom »Meer der Slowaken«, dem Orava-Stausee. Außer Wassersport und Baden lockt im Sommer eine Schiffsfahrt auf die Museumsinsel Slanický ostrov. Ganz im Norden, über der Kleinstadt Námestovo, erheben die gemäßigten Höhen der Oraver Beskiden, des Grenzkamms zu Polen.

Zurück über Tvrdošín geht es nach 6 km links über Habovka nach Zuberec. Aus diesem Dorf der West-Tatra führt der Weg zum Nationalpark über das Freilichtmuseum des Oraver Dorfes. Wenn Sie hier Quartier bezogen haben, können Sie im Museum an einer ebenso stimmungs- wie eindrucksvollen Abendführung teilnehmen. Am Ende der Fahrstraße können Sie dann zumindest einen Blick auf das Roháce-Massiv der West-Tatra werfen, eine Gegend von friedlicher Abgeschiedenheit, denn nirgends sonst in der Tatra gibt es weniger Tourismus.

Das beschauliche Zuberec ist durch eine gewundene, aber gut befahrbare Straße (584) mit dem zweiten Stausee der Hochkarpaten, der Liptovská Mara, verbunden. Bade-, Surf- und Segelmöglichkeit bietet in östlicher Richtung Liptovský Trnovec mit seinem am See gelegenen Campingplatz nebst Strandbad. 6 km weiter folgt Liptovský Mikuláš, das städtische Zentrum des ganzen Tals. Am Hauptplatz steht das Janko-Král-Museum. In diesem Gebäude wurde der Räuberhauptmann Jánošík zum Tod am Eisenhaken verurteilt. Eine getreu nachgebildete Folterkammer hilft Ihrer Phantasie auf die Sprünge lässt Sie seine Qualen erahnen.

Kurz hinter der Stadt zweigen Sie bei Liptovský Peter (8 km) von der 537 nach Pribylina ab. Hier befindet sich das Liptauer Museumsdorf mit vielen Tieren und attraktiven Angeboten. Von Pribylina ist auch schon der sagenumwobene Berg Kriván schön zu sehen, sofern er sich nicht stolz in Wolken hüllt. Ab Podbanské reihen sich entlang der »Straße der Freiheit« (Cesta slobody) die berühmtesten Orte der Hohen Tatra wie Perlen auf einer Schnur. Štrbské Pleso verfügt über einen geheimnisvoll dunkel glitzernden See, umstanden von einem herrlichen Gebirgspanorama: ein Rundumspaziergang sollte hier mindestens drin sein. Starý Smokovec ist sozusagen das hiesige Davos. Einige schön erhaltene Sanatorien der Jahrhundertwende dokumentieren die Geschichte des traditionsreichen Luftkurorts. Die Standseilbahn zum Hrebienok ist die beliebste und kürzeste Ausflugsmöglichkeit. Oben angekommen, können Sie entweder zu einer anspruchsvollen Bergtour aufbrechen oder einfach auf der Restaurantterrasse ein genüßliches Sonnenbad nehmen. Weiter geht es entlang der Tatra-Magistrale, einem insgesamt 70 km langen und auch zu Fuß zu erkundenden Weg nach Tatranská Lomnica. Hier bringt Sie die Seilbahn zur Lomnitzer Spitze (2632 m). Vom zweithöchsten Gipfel der gesamten Karpaten können Sie auf der Plattform der Wetterstation zum höchsten Berg, der Gerlsdorfer Spitze (2655 m), hinüber blicken.

Als wahrlich »hinterste« Gemeinde liegt das Dorf Ždiar schon in der Weißen Tatra und fast am Ende der Tatra-Magistrale. Hier hat das Bergvolk der Goralen für besondere Hausverzierungen gesorgt: kräftig rot, blau oder grün gestrichene Holzhäuser mit weißen Kreuzen und Strichen, die an Stickmuster erinnern.

Um zu den goralischen Flößern am Dunajec ins Boot zu steigen, müssen Sie die Straße 67 von Ždiar bis nach Spišská Belá fahren. Dann geht es auf der 77 etwa 22 km bis kurz vor Stará Lubovna, wo Sie die 543 zum Kloster Cervený kláštor nehmen müssen. Am Kloster wartet ein kleines Museum, und im Sommer veranstalten die Flößer am Lagerfeuer rustikale Vespern mit deftigem Gulasch und Gebratenem - Schlusspunkt der aufregenden Fahrt durch die felsigen Täler des Grenzflusses Dunajec.

Zur Niederen Tatra kommen Sie am schnellsten, indem Sie von Stará Lubovna an auf der 77 bleiben. Ab Spišská Belá trägt sie die 67, ab Poprad geht es wieder Richtung Liptovský Mikuláš, insgesamt 102 km. Am westlichen Ende der Stadt folgen Sie den Hinweisschildern zur Demänovská dolina. Das touristisch am besten erschlossene Tal an der Nordseite der Niederen Tatra säumen jede Menge Pensionen und Hüttensiedlungen. Oben im Hauptort Jasná (14 km) stehen dann einige große Hotels. Der Chopok (2023 m) ist hier der Hausberg; schön ist eine Kammwanderungen mit besten Aussichten auch zur Südseite der Niederen Tatra und zum Dumbier (2045 m), dem höchsten Gipfel hier. Eine weitere Attraktion bieten in diesem Tal die Demänová-Höhlen; sie liegen etwa auf halber Strecke nach Jasná.

Zurück am Talende lohnt es, in Richtung Westen die Landstraße 18 zu nehmen. Der Anblick der umliegenden Berge wird nicht durch Autobahnmarkierungen geschmälert, und Sie können nach 7 km einen Abstecher nach Svätý kríž mit der gleichnamigen Artikularkirche kurz vor Lazisko unternehmen. Sie wurde vor der Flutung des Stausees hierher verlegt und ist allein in ihrer Größe schon beeindruckend.

Zurück auf der 18 und kurz bevor Sie das Gebiet um den Stausee verlassen, können Sie im Aquapark Tatralandia wieder mal heiße Thermalquellen genießen. Kleine, neu entstandene Pensionen sorgen dafür, dass Sie hinterher träge ins Bett fallen können. Eine letzte, von der gesamten Welt geschützte Attraktion hält die Tatra-Tour kurz vor Ružomberok bereit. Nehmen Sie 8 km hinter Bešenová an der Ortseinfahrt die Straße E77 Richtung Banská Bystrica. Nach 4 km geht es hinter Biely Potok in der Ortschaft Jazierce ab ins Museumsdorf Vlkolínec, direkt am hübschen Motel Vlcí dvor mit empfehlenswertem Restaurant, in dem an kühlen Tagen ein offener Kamin brennt (Tel. 044/432 16 62, €). Der Weg schlängelt sich am Bach und später steile Bergwiesen hinauf. Vor dem denkmalgeschützen Ort müssen Sie das Auto auf dem Parkplatz abstellen. Vlkolínec vermittelt auf beeindruckende Weise das abgeschieden-karge Leben der slowakischen Bergbauern noch um die Mitte des 20. Jhs. Zurück nach Ružomberok, und von hier wieder die gleiche Route wie zur Hinfahrt, diesmal Richtung Bratislava nehmen.

Städte- und Burgentrip durchs Waagtal

Diese Route durch das fruchtbare Waagtal ist für all jene zu empfehlen, die den Kulturgenuss in den Vordergrund stellen und die Natur eher passiv genießen wollen. Sie sollten 4-5 Tage einplanen und werden dabei rund 430 km zurücklegen.

Von Bratislava geht es auf der Autobahn E 75 nach Trnava, dem »slowakischen Rom«. Rund um den Dreifaltigkeitsplatz finden Sie alles, was sehenswert ist, vor allem die Universitätskirche mit ihrem beeindruckenden Barockaltar. Doch auch den Nikolaus-Dom mit seinen zwei roten Spitzhauben sollten Sie nicht auslassen. Bemerkenswert, weil ungewöhnlich gut erhalten: die Stadtbefestigung, deren Burggraben zum Spaziergang einlädt. Nach weiteren 40 km gen Norden erreichen Sie das einst weltberühmte Kurbad Piešt'any. Auf einer Insel im Fluss Waag stehen die meisten Kurhäuser mit Badeanstalten. Zur Zeit am schönsten, weil bereist modern saniert und in seinem historischen Aussehen erhalten, ist das Napoleonsbad in Kaisergelb. Hier ist man auch auf ambulante Anwendungen, also auf Laufkundschaft eingestellt - Sie sollten sich ein Bad im wohl temperierten Thermalwasser mit anschließender Massage gönnen.

Nächste Station nach 42 km ist Trencín mit seiner weithin sichtbaren, stolzen Burg. Selbst wenn Sie sich die detaillierte Burgbesichtigung aus Zeitgründen sparen, sollten Sie zumindest den Burgberg besteigen. Die Aussicht auf Altstadt, Waag und Weiße Karpaten, die diesen Flussabschnitt in weiter Ferne als sanft hintereinander versetzte Bergsilhouetten begleiten, ist sagenhaft!

Zum nächsten Etappenziel Žilina sind es 77 km. In den Altstadtgassen der nördlichen Industriestadt werden Sie rund um einen zentralen Platz mit Renaissance-Lauben kleinstädtische Ausprägungen von Jugendstil entdecken. Die kräftigen Farben stechen manchmal ein wenig ins Auge, doch ist Žilina damit im Vergleich zu den ansonsten vor allem an k.u.k-Habsburg erinnernden Waagtal-Städten etwas Besonderes. Das Waagtalmuseum im Schloss Budatín mit seinem mächtigen, runden Wehrturm ist u. a. wegen seiner weltweit einzigartigen Drahtflechtarbeiten einen Besuch wert.

Von Žilina geht es anschließend auf der Straße Nr. 64 in den Süden Richtung Prievidza. Nach etwa 30 km, kurz hinter dem Ort Fackov, führt die Straße herrlich abgeschieden am Bach entlang in das Dorf Cicmany. Die typischen Blockhäuser mit ihren geometrischen Verzierungen sind zum Großteil noch bewohnt, sodass Sie vom früheren Leben auf dem slowakischen Land einen authentischen Eindruck gewinnen. Üppige Bauerngärten zieren dieses »belebte« Museum. Zwei Gebäude mit historischer Ausstattung können besichtigt werden. Wer hier von der Bewegung in freier Natur nicht mehr abzuhalten ist, findet dazu im umliegenden Naturschutzgebiet beste Gelegenheiten. Um die Fahrt nach Prievidza fortsetzen zu können, müssen Sie wieder zurück auf die 64. Knapp 30 km weiter erreichen Sie die Stadt, an deren westlichen Berghängen die romantische Burg Bojnice aus den Baumkronen aufragt. Nach einer buchstäblich märchenhaften Führung - durch kostümierte Burgfräulein - werden Sie verstehen, warum Bojnice die beliebste Burg der ganzen Slowakei ist. Ein nach all der Fahrerei entspannendes Plantschen in Thermalwasser ist im hiesigen Kurbad ebenfalls möglich.

Die letzte Etappe der Rundfahrt ist Nitra, an derselben Straße 80 km südlicher gelegen. Die Stadt liegt am Rand der weit gespannten Donauebene. Sozusagen in Ihrem Rücken beginnt das Tribec-Gebirge. Aus dem flachen Stadtgelände ragt der Burgberg empor, auf seiner Spitze als nationales Kleinod die St.-Emeram-Kathedrale tragend. Nitra ist stolz auf die erste christlich geweihte Kirche auf slowakischem Gebiet, die hier oben gestanden haben soll. Das heutige, in unterschiedlichen Epochen fertig gestellte Gotteshaus wird Sie auch beeindrucken, wenn Sie ansonsten kein Liebhaber sakraler Kunst sind. Bei Bruder Ivan gibt es den Schlüssel zum Vasil-Turm (Vasilova veža), der einen Balkon mit wunderbarer Aussicht besitzt. Die Fahrt zurück nach Bratislava (92 km) geht durch die sonnenverwöhnte Donauebene. Bevor Sie die Autobahn erreichen, werden Sie Alleen aus Obst- und Walnussbäumen an frühere Zeiten erinnern.



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Bloß nicht

Bloß nicht!

Hier ein paar Tipps, wie Sie in der Slowakei den Tritt ins Fettnäpfchen vermeiden können

Bloß nicht

Überlegenheit demonstrieren

In postkommunistischen Ländern wie der Slowakei ist trotz erstaunlicher Aufholleistungen in Sachen Lebensstandard vieles noch nicht auf dem Niveau, das Westeuropäer gewohnt sind. Demonstrieren Sie nicht Ihre materielle Überlegenheit. Außerdem: Manches sieht zwar etwas überholt aus, meist tut es seinen Dienst aber ebenso gut wie das neueste Modell eines Markenfabrikats. Überheblichkeit wird negativ vermerkt. Bringen Sie deshalb Ihre Wertschätzung durch ein paar slowakische Alltagsfloskeln zum Ausdruck. In einem kleinen Land, in dem keine »Weltsprache« zu Hause ist, zählt so eine Geste doppelt.

Markierte Wege verlassen

In den Nationalparks ist es sowieso verboten, querfeldein zu laufen oder saisonal gesperrte Wege (in der Brut- und Aufzuchtzeit der Tiere) zu benutzen. Doch auch in den Schutzgürteln der Nationalparks sowie in den übrigen Naturschutzgebieten (CHKO, Chránená krajinná oblast'), zu denen viele Wanderlandschaften gehören, sollten Sie auf den markierten Wegen bleiben.

Auf den Straßen rasen

Auch wenn relativ leere Autobahnen und manche Landstraßen Sie dazu verleiten könnten: Halten Sie sich an die vorgeschriebenen Tempolimits!. Die slowakische Polizei hat ein wachsames Auge auf Raser und kassiert sofort und saftig.

Mit Straßenschuhen ins Wohnzimmer

Sie mögen es belächeln oder bei sich zu Hause ärgerlich finden: den Anblick vor der Wohnungstür abgestellter Straßenschuhe. Vielleicht ist das der Vorbote einer östlich beeinflussten Lebensart. Denn in Indien oder Japan ist der Privatbereich nahezu heilig, und Straßenschmutz muss draußen bleiben. In der Slowakei wird das zwar nicht ganz so strikt gehandhabt, doch sollten Sie vor dem Betreten eines Privathaushalts die Bereitschaft zum Abstreifen Ihrer Schuhe signalisieren.

Das Auto sorglos abstellen

Ähnlich wie in Südfrankreich oder Süditalien sollten Sie genau darauf achten, wo Sie Ihr Auto abstellen. Leider sind Autodiebstähle immer noch an der Tagesordnung. Am besten sind bewachte Parkplätze (strážené parkovisko), die Sie meist in der Nähe von Kaufhäusern und großen Hotels finden. An frequentierten Plätzen kleinerer Städtchen genügt bei einem kurzen Besichtigungstripp ein möglichst leer geräumtes Auto plus Lenkradkralle. Doch lassen Sie es nachts nie unbewacht!



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Einkaufen

Geschnitzt, gestickt, geflochten

Traditionelles Kunsthandwerk wird in den Souvenirläden in zunehmender Vielfalt und Qualität angeboten

Die land- und almwirtschaftlich geprägte Slowakei war einst reich an handwerklichem Können. In Zeiten der sozialistischen Staatsherrschaft schrumpfte das Kunsthandwerk zu einer vereinheitlichten, staatlich verordneten Folklore. Nun besinnt man sich wieder auf alte Handwerkstraditionen. Die noch immer staatliche Zentrale für volkstümliches Kunsthandwerk heißt ÚLUV (Ústredie ludovej umeleckej výroby) und ist mit einigen Verkaufsstellen im ganzen Land vertreten. Über sie werden die Heimarbeiter angeheuert und geschult. Darüber hinaus gibt es nur wenig Formschönes und Originäres zu erstehen. Typische Mitbringsel aus der Slowakei sind geschnitzte Holzgegenstände, allen voran ein crpák. Das ist eine Art Holztasse mit ausgeschmücktem Henkel, die der Senner zum Abschöpfen der Käsebottiche benutzte. Für Kinder wird schönes und preiswertes Holzspielzeug angeboten. Keramik ist ein weiterer wichtiger Souvenirartikel. Jede Region hat ihre eigenen Farben und Muster, die berühmtesten Töpfereiprodukte stammen aus dem Winzerstädtchen Modra und werden in die ganze Welt exportiert. Landestypisch ist der Blaudruck (modrotlac), in vielfältigen Mustern bedruckte Baumwollstoffe, aus denen auch geschmackvolle Accessoires für den Haushalt hergestellt werden. Drahtbinderarbeiten - einst eine slowakische Spezialität - tauchen immer häufiger als Tischkörbchen oder geflochtene Figuren auf. Als Andenken an eine Reise in die Slowakei sollte eine Maisstrohpuppe nicht fehlen. Šúpolie werden die trockenen Schutzblätter vom Mais genannt, aus denen die unterschiedlichsten Figuren gefertigt werden: Spinnerinnen, Schuster, Bauern, Kinder, strickende Omas. Hochwertige Souvenirs sind reich bestickte oder mit handgeklöppelter Spitze besetzte Tischdecken und -sets. Sie werden auch auf Märkten oder an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen und Passagen angeboten. Eine Qualitätsgarantie für Unkundige bietet allerdings nur der Kauf in einem der ÚLUV-Läden. Für Korbwaren kann man sich jedoch getrost auf Märkte wagen und wird nicht selten ein hübsches Stück mit nach Hause nehmen.



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Essen und Trinken

Handfeste Kost ohne viel Schnickschnack

Die slowakische Küche ist nichts für Gourmets. Ein dichtes Netz an Gastwirtschaften sorgt jedoch immer für einen gut gefüllten Magen

Die typisch slowakische Küche - nicht das spätere k.u.k.-Konglomerat - ist eine karge Küche, entstanden auf Grund der rauen Bedingungen in den Bergregionen. Da gab es neben Teigwaren mit Käse oder Mohn vor allem Breie aus geschrotetem Getreide oder Hülsenfrüchten, später auch Kartoffeln und natürlich viel Kraut. Strenge Naturkostler könnten da eigentlich frohlocken, doch leider werden diese Komponenten der urslowakischen Küche in der Gastronomie heute weitgehend außer Acht gelassen. Auf den Speisekarten der Restaurants finden Sie eher eine Mischung aus dem, was bei uns in den 1970er-Jahren als modern und fortschrittlich galt. Hinzu kommen seit der Wende Einflüsse beliebter internationaler Küchen, wie z. B. Spaghetti oder Pizza. Doch Achtung, Sie werden meist eine »slowakische« Variante serviert bekommen, und die deckt sich nicht immer mit dem, was Sie sich vielleicht darunter vorstellen.

Die Slowaken essen gern und deftig. Nicht selten ist - wie in mediterranen Ländern - warmes Mittag- und Abendessen üblich. Für die Morgenmahlzeit darf's ebenfalls gern üppig sein, wobei man in den Hotels größtenteils zu Frühstücksbüfetts übergegangen ist, die hier »schwedische Tische« genannt werden (švédske stoly).

Die Speisekarten beginnen meist mit Vorspeisen (predjedlá), wobei zwischen kalt (studené) und warm (teplé) unterschieden wird. Zu den typischen Vorspeisen gehört die Schinkenrolle (šunková rolka), die gewürzten Frischkäse umhüllt. In kleinen, familiär geführten Gasthäusern sind Suppen (polievka) zu empfehlen. Hier werden Rinder- und Hühnerbouillon noch frisch zubereitet. Traditionelle slowakische Suppen sind Knoblauchsuppe (cesnakova polievka) und Krautsuppe (kapustnica), die Schweinefleisch, deftige Wurst, Pilze und Graupen enthalten sollte und mit einem Klecks Rahm abgeschmeckt wird.

Bei den warmen Speisen für mittags und abends werden Sie sich meist zwischen einer Vielzahl an Fleischgerichten entscheiden müssen, ohne dass diese wirklich differenziert zubereitet werden. Gut beraten ist man mit paniertem (vyprážané mäso) oder gegrilltem (na rošte) Fleisch. Die Beilagen (prílohy) wählt man meist gesondert, eine Gemüsedekoration (obloha) gehört dagegen häufig zum Gericht dazu. Viel frischen Salat oder große Salatteller werden Sie allerdings vergeblich suchen. Beliebt und wirklich schmackhaft sind aber Krautsalate (Rot- und Weißkraut, kapustový šalát). Außerdem gibt es Gurkensalat (uhorkový šalát, mit Knoblauch!) und šopský šalát: ein gemischter Salat mit geriebenem Käse. Der gehört übrigens zu den wenigen wirklichen Spezialitäten des Landes. Unbedingt probieren sollten Sie auch parenica und oštiepok. Ersteres ist ein so genannter Dampfkäse, sehr mild, leicht gesalzen und wie eine Garnrolle aufgespult; ihn gibt es auch geräuchert. Geräuchert ist auch der oštiepok, etwas fester und traditionell wie ein kleiner Rugbyball geformt.

Wenn Ihnen der Sinn nach traditionsreichen Gerichten steht, suchen Sie eine Koliba oder einen Salaš auf. Das sind Begriffe aus der Almwirtschaft - so hießen die Hütten der Senner, die früher in den Bergen Wanderer bewirten durften. Heute ist das aus hygienischen Gründen nicht mehr erlaubt, es gibt nur noch kommerzielle Restaurationsbetriebe, die sich so nennen. Vielfach gibt es in diesen Lokalen ein offenes Feuer, besonders wenn es sich um eine »Räuberhütte« (zbojnícka koliba) handelt, deren Name natürlich auf den Nationalhelden Jánošík anspielt.

Die Slowaken werden im Gegensatz zu den für ihr gutes Bier berühmten Tschechen gern als Weintrinker-Nation bezeichnet. Doch trifft dies eigentlich nur für die traditionellen Weingegenden im Süden des Landes zu. In den Kleinen Karpaten, im Nitra-Becken und südlich von Kosice gedeihen seit Jahrhunderten Weine, die im Allgemeinen eine gute Tafelqualität erreichen. Ambitionierte Winzer arbeiten daran, den Anschluss an gehobene europäische Weinmaßstäbe zu finden. Hinter rizling rýnsky verbirgt sich ein Rhein-Riesling, und eine frankovka ist meist ein süffiger Blaufränkischer.

Beim Bier, nach wie vor das alkoholische Hauptgetränk des Landes, gibt es gute Marken: Zlatý bažant, Šariš, Smädný mních oder Topvar. Bekannt sind die Slowaken allerdings für Schärferes: borovica, oder auch liebevoll borovicka genannt, ist der landesweit angebotene Wacholderschnaps. Obstbrände sind ebenfalls typisch, der Pflaumenbrand slivovica ist hier der geläufigste. Nach dem Essen, auch abends zu später Stunde wird man Ihnen eine kávicka (Kaffeechen) anbieten. Wählen können Sie zwischen Filterkaffee, Espresso (espreso oder auch nur preso) und türkischem (turecká káva), der mit Bodensatz an den Tisch kommt. Wenn Sie zwischendurch einen Kaffee trinken wollen, kehren Sie in ein international klingendes Café oder slowakisch kaviaren, oder auch in ein Espreso/Preso ein. Reiche Kuchenauswahl ist lediglich in einer cukráren garantiert, die anderen bieten häufig nur Strudelsorten an.



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Feste und Events

Feste, Events und mehr

Tanzen, Singen, Kräftemessen

Die Slowaken finden rund ums Jahr viele Gelegenheiten, um fröhlich zusammenzukommen und zu feiern. Vor allem die zahlreichen Folklore- und Weinfeste sind für Besucher attraktiv.

Offizielle Feiertage

1. Januar

Neujahr und Gründungstag der Slowakei

6. Januar

Dreikönigstag

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Tag des Sieges über den Faschismus

5. Juli

Feiertag der Hl. Kyrill und Method

29. August

Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstandes

1. September

Tag der slowakischen Verfassung;

15. September

Fest der schmerzensreichen Mutter Gottes, Patronin der Slowakei

1. November

Allerheiligen

25./26. Dezember

Weihnachten

Feste und Veranstaltungen

Februar

Traditionelles Winteraustreiben in Štrbské Pleso; Veranstaltungen in herrlicher Hochgebirgslandschaft unter dem Motto »Der Winter verlässt die Tatra«: Kostümierte und Maskierte tragen zu Musik und Tanz den Winter in Form einer Strohpuppe aus dem Ort.

Hundeschlittenrennen in Donovaly in der Niederen Tatra.

April

Weinmarkt (Vinne trhy) in Pezinok (am zweiten Wochenende); große Weinausstellung mit Verkostung der prämierten Vorjahresweine, mit Teilnehmern aus den angrenzenden Weinregionen Mähren und Neusiedl.

Internationaler Wasserslalom in Liptovský Mikuláš; wird seit 1984 auf dem Wildwassergelände der Stadt ausgetragen.

Mai

Poprader Kutsche am Fuß der Tatra; Folk- und Country-Wettbewerbe.

Festliche Eröffnung der Sommersaison auf der Zipser Burg.

Internationales Festival der Geister und Gespenster im Schloss Bojnice.

Juni/Juli

Die Hochsaison für Folklorefeste, die inzwischen nahezu jede Region veranstaltet. Die renommiertesten finden in Východná (Tatra) und Detva (Erzgebirge) statt. Neben Volkstanz werden in Kežmarok (Zips) und auf der Orava-Burg (West-Tatra) schöne Handwerkermärkte organisiert.

Pohoda ist das größte Popfestival des Landes und stellt am zweiten Juli-Wochenende ganz Trencín auf den Kopf.

August

Jánošík-Tage in Terchová (Anfang des Monats); großes, traditionsreiches Folkloreereignis mit handwerklichen Produkten. Eine Woche später spielen hier Folkrock-Bands auf.

Nationalwallfahrt auf den Kriván (Hohe Tatra); eine gute Gelegenheit, sich beim Wandern unter Slowaken zu mischen.

Mountainbike-Marathon in Banská Štiavnica; Wettfahrten im hügeligen Bergmannsrevier rundum.

September

Bratislavské hudobné slávnosti (BHS) in Bratislava; das bedeutendste Musikfestival (seit 1964) für klassische Musik in der Slowakei; zugleich Forum für preisgekrönte einheimische und internationle junge Interpreten. Auskunft: Nationales Musikzentrum, Tel. 02/54 43 03 78, Fax 54 43 20 29, www.hc.sk

Weinlese (vinobranie) abwechselnd in Pezinok oder Modra (Mitte des Monats); bei Umzügen wird der frisch vergorene Wein (burciak) ausgeschenkt, dazu gibt's deftiges Essen.

Tage des Salamanders in Banská Štiavnica (Anfang des Monats); farbenprächtige Umzüge zu Ehren des Bergbaus.

November

Jazztage in Bratislava und Prešov.

Fotomonat in Bratislava; in vielen Galerien, Museen und Institutionen der Stadt wird zeitgenössische internationale Fotografie präsentiert.

Tag der offenen Weinkeller in Pezinok (Kleine Karpaten); eine gute Gelegenheit,Weine und Winzer der Region kennen zu lernen.

Dezember

Weihnachstmärkte in Bratislava und weiteren Städten; auf schönen Märkten werden landestypische Produkte verkauft.



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Praktische Hinweise

Von Anreise bis Zoll

Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Slowakei-Reise

Anreise

Mit dem Auto

In der Slowakei benötigen Sie für die Nutzung der Autobahnen eine Vignette, die es für 15 Tage (150 Sk/3,75 Euro) oder ein Jahr (750 Sk/19 Euro) an den Grenzen und an Tankstellen zu kaufen gibt. Die gängigste Anreise aus dem Westen ist über Wien, ein großer internationaler Übergang befindet sich in Kittsee/Jarovce. Vom Nordwesten können Sie über die Tschechische Republik, über die Autobahn von Brünn anreisen.

Mit der Bahn

Mit der Bahn verläuft die Anreise ähnlich wie mit dem Pkw. In Wien müssen Sie meist den Bahnhof wechseln (Züge nach Bratislava gehen vom Südbahnhof ab) oder zum Busbahnhof Wien-Mitte fahren: Von hier verkehren mehrmals täglich Busse. Über Prag und Brünn gibt es mehrere Bahnverbindungen in die Slowakei.

Mit dem Flugzeug

Üblich ist die Anreise über den Wiener Flughafen Schwechat, der schon auf halber Strecke nach Bratislava liegt. Die kleine Fluggesellschaft SkyEurope (Tel. 02/48 50 48 50, www.skyeurope.com) bietet zum Teil sehr günstige (ab 25 Euro plus Flughafengebühr) Städteverbindungen von Stuttgart und Zürich nach Bratislava an. Seit dem EU-Beitritt fliegt auch die Lufthansa von München und Berlin in die slowakische Hauptstadt, allerdings zu sehr viel höheren Preisen.

Auskunft

SACR - Staatliche Slowakische Tourismus-Agentur

- Nám. L. Štúra 1, P. O. Box 35, 97405 Banská Bystrica, Tel. 048/413 61 46 (-48), Fax 413 61 49, www.sacr.sk

- Zimmerstr. 27, 10969 Berlin, Tel. 030/25 94 26 40, Fax 25 94 26 41

- Fillgraderstr. 7/IV, 1060 Wien, Tel. 01/513 95 69, Fax 513 97 63

Viele städtische Tourismusbüros garantieren im Allgemeinen einen guten Service vor Ort (Adressen in den Regionenkapiteln). Für Versand von Prospektmaterial sind aber keine Finanzmittel vorhanden.

Auto

Die Straßenverhältnisse sind gut bis sehr gut, an Tankstellen herrscht kein Mangel. Die meisten der großen Ölfirmen haben nonstop geöffnet und verbuchen die Tankfüllung in der Regel mit einer der gängigen Kreditkarten. Es gibt im ganzen Land bleifreies Benzin (NATURAL und SUPER PLUS). Geschwindigkeitslimits: Stadtgebiet 60 km/h, Landstraßen 90 km/h, Autobahnen 130 km/h. Achtung, die Polizei ist wachsam und ahndet Übertritte mit saftigen Geldbußen. Am Steuer gilt: 0,0 Promille! In der Winterzeit (15. Okt.-15. März) ist es Pflicht, mit eingeschaltetem Licht zu fahren.

Bahn

Das Netz der Slowakischen Staatsbahn ŽSR (www.zsr.sk) ist dicht geknüpft, Sie können zu fast allen Touristenzielen mit der Bahn fahren. Das Kursbuch ist an Bahnhöfen und in einigen Buchhandlungen erhältlich.

Banken und Kreditkarten

Geldwechsel wird von vielen privaten Wechselstuben und in allen größeren Hotels angeboten. Zu empfehlen sind jedoch die Banken, die nahezu überall, auch in kleinen Orten, über internationale Bankomaten verfügen. Die Benutzung von gängigen Kreditkarten wie MasterCard und Visa setzt sich zunehmend durch, nicht nur in großen Hotels und guten Restaurants, auch in vielen Geschäften und Supermärkten.

Öffnungszeiten

Fast alle Museen, staatliche Galerien und Höhlen unterscheiden zwischen einer Winter- und Sommersaison, mit jeweils unterschiedlichen Öffnungszeiten. In der Regel beginnt die Sommersaison April/Mai und endet September/Oktober. Auch wenn manchmal keine Mittagspause angegeben ist, kann es vorkommen, dass ein Museum um die Mittagszeit für kurze Zeit geschlossen hat! Die Eintrittspreise sind etwa um die Hälfte günstiger als bei uns. Für Fotografieren wird meist ein Extra-Entgelt erhoben. Bei Kirchen steht man leider - auch in größeren Städten - häufig vor verschlossener Tür. Als Gründe werden Diebstahl und mangelnde Finanzen für Alarmanlagen genannt. Fragen Sie in den Infobüros nach - nur mit interessierter Nachfrage könnte sich da etwas ändern.

Die meisten Geschäfte haben Mo-Fr 9-18 und Sa 9-13 Uhr geöffnet, Lebensmittelläden öffnen oft schon um 7 oder 8 Uhr und haben in großen Städten auch bis 19 oder 20 Uhr auf. Große Supermarktketten wie TESCO und Carrefour verkaufen oft auch am Sonntagvormittag oder sogar nonstop sieben Tage die Woche (Hypermarket).

Bus

Mit dem Bus kommen Sie fast in jeden Winkel der Slowakei, das Netz der Verkehrsbetriebe SAD ist ungewöhnlich dicht. Fahrpläne sind auch an Bahnhöfen oder in gut sortierten Buchhandlungen erhältlich. Und Busfahren ist preisgünstig!

Camping

In allen Touristenregionen gibt es Campingplätze, in vielen werden zusätzlich kleine Häuschen (chaty) vermietet. Freies Campen ist verboten und wird in Naturschutzgebieten und Nationalparks streng bestraft. Es gibt eine Karte mit allen Campingplätzen (autokemping), herausgegeben vom Tourismus-Verband SACR und über dessen deutschsprachige Zweigstellen zu beziehen.

Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Hviezdoslavovo nám. 10, 81303 Bratislava, Tel. 02/59 20 44 00, Fax 54419634, www.germanembassy.sk

Botschaft der Republik Österreich

Ventúrska 10, 81101 Bratislava, Tel. 02/59 30 15 00, Fax 54 43 24 86, www.embassyaustria.sk

Botschaft der Schweiz

Tolstého ul. 9, 81106 Bratislava, Tel. 02/59 30 11 11, Fax 59 30 11 00, Vertretung@bts.rep.admin.ch

Ein- und Ausreise

Trotz des EU-Beitritts benötigt man noch eine gültigen Reisepass oder Personalausweis, da die Slowakei das Schengener Abkommen noch nicht unterzeichnet hat.

Gesundheit

Wer viel im Wald unterwegs ist, kann eine Zeckenimpfung in Erwägung ziehen. Mit der Europäischen Gesundheitskarte, die in den Ländern der EU seit Juni 2004 eingeführt wird, soll im Notfall eine unentgeltliche medizinische Versorgung gewährleistet sein. Zzt. wird von den Krankenkassen eine Ersatzbescheinigung ausgestellt, die aber nicht immer anerkannt wird. Angeraten ist deshalb eine private Auslandskrankenversicherung.

Internet

Infos: www.sacr.sk, www.skonline.sk. Diese und andere genannte Websites bieten Infos z. T. in Deutsch, zumindest aber in Englisch.

Internetcafés

Der eigene PC ist noch die Ausnahme, also sind Internetcafés bei jungen Leuten beliebt. Es sind manchmal versteckte Lokale, nach denen Sie meist fragen müssen.

Internet Centrum Nextra

In der Passage Perlicka in Bratislava, Englisch sprechendes Personal. Michalská 2, Mobiltel. 0905/95 72 07

Cafe Internet

Internetcafé in Liptovský Mikuláš, dem Zentrum der Tatra. 1. Maja 34, Tel. 044/552 60 73, www.imafex.sk

Jugendherbergen

Sie heißen turistická ubytovna und bieten günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Mehrbettzimmern (5-10 Euro/Person). Im Sommer stellen auch Studentenwohnheime (študentský domov) ihre Zimmer jugendlichen Reisenden zur Verfügung.

Reisezeit und Wetter

Die Slowakei liegt in der gemäßigten Klimazone, wobei im Norden kontinentales Klima (trocken, mit größeren Temperaturschwankungen) vorwiegt. Im südlichsten Landestreifen ist der Einfluss ozeanisch feuchten Klimas zu spüren mit den wärmsten Durchschnittstemperaturen. Hauptreisezeit: Mai bis September. Im Juli/August kann es für Stadtbesichtigungen aber recht heiß werden. Wenn Sie wegen der schönen Altstädte und Sehenswürdigkeiten kommen, werden Sie Juni und September schätzen. Da sind auch weniger Einheimische zu Burgen und Schlössern unterwegs.

Notruf

Ärztlicher Notruf 155, Polizei 158, Straßenrettung 154, Feuerwehr 150, Pannenhilfe 18124

Post

Briefmarken gibt es nur noch auf der Post. Öffnungzeiten der Postämter: Mo-Fr 8-17, Sa 8-12 Uhr. In kleineren Orten kann früher Schluss und mittags geschlossen sein. Eine Postkarte innerhalb Europas kostet 35 Cent.

Preise und Währung

Die Währnungseinheit ist die Slowakische Krone (Sk, Slovenská koruna), unterteilt in 100 Heller (h, halier). Die Slowakei ist im Hinblick auf Gastronomiepreise (etwa ein Drittel des deutscher Niveaus) und Freizeitaktivitäten wie Besichtigungen, Baden und Sport (etwa die Hälfte und weniger) ein relativ günstiges Reiseland. Bei Hotels und Pensionen sind die Preise nur um etwa 20 Prozent niedriger als bei uns.

Sonstiges

Schiffsverkehr

Außer den Ausflugsschiffen auf dem Orava-Stausee und der Liptovská Mara verkehren Schiffe nur auf der Donau zwischen Wien, Bratislava und Budapest. Info: Slovenská plavba, Fajnorovo nábr. 2, Tel. 02/529 32-224 (-226), Fax 52 93 22 31, www.lod.sk

Strom

220 Volt Wechselstrom, europäische Standardsteckdosen.

Taxi

Taxifahren ist relativ günstig, doch leider gibt es viele unehrliche Fahrer. Am besten vorher fragen, was die Fahrt kosten wird. Und es ist immer besser, ein Taxi telefonisch (z. B. über die Rezeption) zu bestellen, als auf der Straße einzusteigen. Fragen Sie an der Rezeption auch, ob es sich um ein ehrliches und zuverlässiges Unternehmen handelt, das man für Sie herbeiruft.

Telefon

Öffentliche Telefonzellen funktionieren fast nur noch mit Karten, die es an Kiosken und in Postämtern gibt. Vorwahl in die Slowakei 00421, nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Der Spaß der Einheimischen am Handy sorgt dafür, dass Sie in der Slowakei in kein Sendeloch fallen - außer vielleicht in sehr abgelegenen Gegenden.

Trinkgeld

Es ist üblich, Trinkgeld zu geben. Dabei sollten Beträge im Pub oder Restaurant sinnvoll aufgerundet werden, ohne gleich ein in Euro angemessenes Trinkgeld zu zahlen.

Unterkunft

Die Situation der Hotellerie hat sich in den vergangenen Jahren zum Besseren gewendet. Viele neue, auch familiär geführte Betriebe (Pensionen) sind hinzugekommen. Leider haben auch die Preise fast Westniveau erreicht, ohne dass in jedem Fall westeuropäischer Standard erreicht wird. Die Unsitte, von westlichen Besuchern einen höheren Zimmerpreis zu verlangen, sollte sich mit dem EU-Beitritt erledigt haben. Dies verbieten zumindest die EU-Richtlinien. Günstig sind noch Privatunterkünfte (6-9 Euro pro Person, Auskunft bei den offiziellen Infobüros).

Zeit

Es gilt die MEZ, die von März bis Oktober ebenfalls auf Sommerzeit umgestellt wird.

Zoll

Bei der Ausreise aus der Slowakei dürfen Sie 200 Zigaretten oder 50 Zigarren, 1 l Schnaps und 2 l Wein sowie 50 g Parfum und 250 ml Toilettenwasser pro Person ausführen (für die Einfuhr gelten dieselben Regelungen). Devisen und Slowakische Kronen sind bis zu einem Wert bzw. der Summe von 150 000 Sk nicht meldepflichtig.



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Sport und Aktivitäten

Aktiv sein in urwüchsiger Natur

Fahrrad fahren, Wandern, Wassersport - in der Slowakei können Sie sich mit einer ganzen Reihe von Aktivsportarten fit halten

Urlaub in der Slowakei, das ist fast gleichbedeutend mit sportlicher Aktivität. Wandern und Skifahren sind die gängigsten Sportarten. Ein Routenführer verzeichnet über 1200 markierte Wanderwege im Land. Das bedeutet kilometerlanges Wandern bis in die höchsten Regionen der Zweitausender-Gipfel. Über Skilifte verfügen selbst in der Ebene liegende Städte wie die Hauptstadt selbst. Ansonsten müssen die Slowaken nicht lange zu neuen, auch extremen Sportarten überredet werden. Für Fahrrad- und Mountainbikerouten werden zunehmend eigene Karten herausgegeben. Kanu, Kajak und Rafting können Sie betreiben, und selbst das Golfen ist im Kommen. Tennis ist dagegen schon fast ein alter Hut.

Sport und Aktivitäten

Angeln

Ein beliebter Volkssport, dem Sie an den zahlreichen Flüssen, Bächen und Seen nachgehen können, wenn Sie sich in der zuständigen Gemeinde (oft über das Infobüro) einen Berechtigungsschein geholt haben.

Fahrrad fahren

Jede Tourismuszentrale, die auf sich hält, gibt Spezialkarten für die cykloturistika heraus. Besonders interessante Gelände: am Fuß der Hohen Tatra mit Extrembiken bis ins Hochgebirge hinauf (Broschüre mit Routen verkauft das Infobüro Liptovský Mikuláš) sowie in der Zips und im Mittelgebirge. Gemächlicher geht es rund um Nitra und an der Donau dahin. Vom Verlag VKÚ gibt es für alle Regionen Radkarten (cykloturistická mapa) mit detaillierten Wegbeschreibungen (auch auf Deutsch). Organisiert sind die slowakischen Radler im: Slovenský cykloklub, P.O.B. b-2, A. Trajana 2, 92101 Piešt'any, Tel. 033/774 05 48, Fax 774 05 49, sck@nextra.sk

Golf

Dieser Sport ist noch Neuland in der Slowakei. An drei touristisch attraktiven Punkten gibt es 9-Loch-Plätze mit Driving range, die auch öffentlich zugänglich sind: in Bernolákovo, in einem barocken Kastell bei Bratislava (Kaštielska 4, Tel./Fax 02/45 99 42 21, www.golf. sk), in Velká Lomnica am Fuß der Hohen Tatra, (Tel. 052/788 17 81, www.golfinter.sk) und im Stadtteil Alpinka bei Košice (Cermelská dolina, Kontakt über Herrn Sopko, Tel. 0903/90 16 63). An den Südhängen der Niederen Tatra unweit von Brezno in Tále eröffnete jüngst der erste 18-Loch-Platz: Sivy Medved' (»Grauer Bär«), www.graybear.sk.

Höhlenwandern

Auch dies ein echter Geheimtipp! Auf Englisch spelunking genannt, bieten die Höhlenführer des Slowakischen Paradieses und Karsts sowie der Liptauer Region Führungen durch Höhlen an, die normalerweise der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Ein Untergrundabenteuer für trainierte Bodys, die Herausforderungen suchen (Speological Guide Service, Rožnava, Tel. 058/734 34 26, www.svssk.sk). In den slowakischen Mittelgebirgen bei Banská Bystrica geht es auf ähnliche Weise durch die Fledermaus-Höhlen: Dead Bats Cave, Tel. 048/617 54 28, jaskyna@aja.sk

Kanu & Rafting

Die an Flüssen reiche Slowakei bietet für alle Bootstypen gute Reviere: von den träge fließenden großen Flüssen bis zu den im Frühjahr gefährlich sprudelnden Bergbächen der Tatra. Garantierte und kontrollierte Wildwasserkraft können Sie in den künstlichen Anlagen in Cunovo bei Bratislava und in der Nähe von Liptovský Mikuláš erproben (Auskunft über die jeweiligen Infobüros). In der Nähe von Žilina, beim Waag-Durchbruch, bietet ein Rafting-Verein seine Dienste an (Tel. 041/569 76 73, www.strecno.sk).

Klettern

Klettern in der Tatra - damit können Sie zu Hause punkten! Da alle Tatra-Regionen Nationalparkgebiet sind, wenden Sie sich bitte vor Ort an die Vereinigung der Bergführer, die berät und spezielle Touren anbietet: Kancelária horských vodcov, Starý Smokovec, Tel. 052/442 20 66, Mobiltel. 0905/42 81 70, www.ta try.sk; Notruf der slowakischen Bergrettung: Tel. 183 00

Paragliding

Fans dieser Sportart schätzen die mittleren Berghöhen der Slowakei für ihren Freizeitspaß. Deshalb entstand ein Zentrum für Gleitflieger am Fuß der Hohen Tatra in den ansteigenden Höhen rund um Liptovský Mikuláš, Auskunft, Verleih und Verkauf: M-fly, Peter Mensár, Tel. 0905/35 77 43, www.m-fly.sk. Einen bequemeren Aufstieg (Sessellift) für späteres kilometerweites Fliegen bietet Donovaly unweit von Banská Bystrica: PEGAS paragliding, Camping Kamzík, Mobiltel. 0903/44 14 16, pegasmiro@yahoo.com

Reiten

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Reiterferien auf der »Ranch«. Immer mehr Privatpensionen halten Pferde für Ausritte ihrer Gäste bereit, fast immer Höfe der Agrotouristik. Im großen, bekannten Gestüt von Motešice (unweit von Trencín) können Sie große Pferdeherden nicht nur auf weiten Koppeln bewundern, sondern gegen geringes Entgelt auch Tiere zum Ausreiten in die umliegenden Hügel mieten. Tel. 032/659 47 14

Ski fahren

Sogar die Hauptstadt an der Donau verfügt über einen Schlepplift! Die attraktivsten Skigebiete sind die Hohe Tatra (Smokovec, Štrbské Pleso) und die Niedere Tatra (Jasná und Donovaly am Übergang zur Großen Fatra) sowie die West-Tatra (Zuberec). Ein beliebtes Skigebiet ist auch das Vrátna-Tal der Kleinen Fatra. Die modernsten Liftanlagen dürfen Sie nicht erwarten, aber bei Bedarf werden Pisten mit Schneekanonen präpariert. Aktuelles über Pisten- und Schneeverhältnisse: www.ski.sk.

Langlaufskier heißen auf slowakisch bežky, und dafür gibt es in den Skizentren immer auch Loipen. Besonders schön für Langläufer sind Touren in der West-Tatra, da hier weniger Skirummel herrscht als in den anderen Tatras.

Tennis

Wenn Sie passionierter Tennisspieler sind, müssen Sie auch in der Slowakei nicht auf Ihr Hobby verzichten. Tennis ist sehr beliebt. In vielen Hotels und allen Touristenzentren können Sie sich zu einem Ballwechsel auf den Court begeben.

Wandern

Die Slowakei ist ein wahres Wanderparadies. Sie können hier in allen Höhenlagen wandern und werden sicher auf Ihre Kosten kommen. Sie werden kaum einen Fleck finden, wo Sie nicht zumindest für einen ausgedehnten Rundweg aufbrechen können. Jedes Tourismusbüro hält detaillierte Wanderkarten bereit, oder Sie gehen vor Ort in eine Buchhandlung.



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Stichworte

Berge, Bäder, Burgen

Das Land hat große Kulturschätze und eine herrliche Natur zu bieten. Die Gesellschaft befindet sich noch immer im Umbruch

Stichworte

Artikularkirchen

In der Zeit der Gegenreformation sollte der Protestantismus eingedämmt werden. Den Glaubensabweichlern wurde das Leben schwer gemacht, indem sie ihre Kirchen nur nach bestimmten Grundsätzen, den so genannten Artikeln (daher die Bezeichnung Artikularkirchen) eines Reichstagsbeschlusses bauen durften: außerhalb der Stadtmauer, nur aus Holz und ohne Verwendung von Nägeln. So entstanden wunderbare hölzerne Gotteshäuser, die heute zu den Touristenattraktionen zählen. Das Schönste steht in Kežmarok.

Bevölkerung

Sehr spät und unter Mühen zur Nation geworden, kehrt die slowakische Bevölkerung ihr Nationalbewusstsein manchmal etwas zu beflissen hervor. Dabei könnte gerade sie in einem sich vereinenden Europa auf die lange Tradition friedlicher Völker-Koexistenz hinweisen und darauf stolz sein! Von den etwa 5,5 Mio. Einwohnern gehören 14,4 Prozent zu einer der Minderheiten. Die größte bilden die Ungarn mit 10,6 Prozent; sie konzentrieren sich in den südlichen Landesteilen, wo es erst seit dem Friedensvertrag von 1918 eine Staatsgrenze gibt. Die Roma scheinen mit der statistisch ermittelten Zahl von 1,4 Prozent eine verschwindend kleine Volksgruppe zu bilden. Ihr tatsächlicher Anteil an der Bevölkerung wird jedoch auf 4,8 Prozent geschätzt. Sie gehören vielfach zu den Verlierern der slowakischen Gesellschaft - sie haben z. B. die höchsten Arbeitslosenquoten -, auch wenn inzwischen Integrationsmaßnahmen durchgeführt werden. Neben den ungarischen im Süden finden sich zweisprachige Ortsschilder auch im Osten. Hier lebt die ruthenische Minderheit (0,6 Prozent). Die einst besonders in den westslowakischen Städten sowie in der Zips und den mittelslowakischen Bergbaustädten ansässigen Deutschen kommen heute nur noch auf 0,1 Prozent. Sie heißen hier Karpatendeutsche.

Burgen

Wehrhaft mussten die slowakischen Städte und wichtigen Grenzfestungen sein. Gefahr drohte immer wieder von den Osmanen, die mehr als ein Jahrhundert lang das heutige ungarische Staatsgebiet besetzt hielten, auch nach »Oberungarn« schielten und Beutezüge bis in die Tatra wagten. Über 100 Burgen verzeichnet das Denkmalschutzamt, manche als kaum beachtete Ruinen, einige als stattliche Museen zugänglich gemacht, wieder andere zu Schlössern verfeinert.

Chata

Auf keinen Fall mit einem »sch« sprechen, sonst versteht Sie keiner! Chata (mit kehligem »ch«-Laut) bedeutet eigentlich »Hütte« - doch können sich dahinter wahre Landsitze verbergen. Jeder Stadtbewohner hätte gern eine, und wer eine besitzt, flüchtet am Wochenende oder im Sommer dorthin. Wochenendhäuschen oder Datsche ist also ihre tatsächliche Bedeutung, im Tourismusbereich sind mit chaty Ferienhäuschen gemeint, die zur Vermietung stehen.

Freilichtmuseen

In der Slowakei gibt es zurzeit zehn Freilichtmuseen. Die spät einsetzende Industrialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg brachte vor allem die traditionelle Dorfarchitektur zum Verschwinden. Jeder wollte auch auf dem Land »modern« wohnen und ließ sich ein nichtssagendes Normhaus hinstellen. In den skanzen genannten Freilichtmuseen sind heute Gebäude zu sehen, die einmal charakteristisch für die jeweilige Gegend waren.

Gastfreundschaft

Die Gastfreundschaft ist bei den Slowaken sprichwörtlich, und im noch unverbrauchten Tourismusland werden Sie ihr häufig begegnen. Vor schwarzen Schafen, die freie Marktwirtschaft mit Betrügen verwechseln, sei allerdings gewarnt. Im Allgemeinen werden Sie aber auf offenherzige, unkomplizierte Menschen stoßen, die Ihnen gerne behilflich sind.

Höhlen

Die Karstgebirge der Slowakei sind ein wahres Paradies für Höhlenfans! Die geologische Beschaffenheit des Landes hat die Herausbildung ungewöhnlich vieler Höhlen begünstigt. Unter Naturschutz stehen die Karstgebiete rund um Rožnava, ein seltener Hochgebirgskarst kommt in der Hohen Tatra vor. Einige Höhlen hat die Unesco als Weltnaturerbe anerkannt. Insgesamt sind in der Slowakei über 4000 Höhlen registriert - die schönsten und größten sind öffentlich zugänglich. Ein Zentrum der Höhlenforschung (mit Museum) ist Liptovský Mikuláš.

Jánošík

Er gilt als »Robin Hood der Karpaten«, und die Slowaken identifizieren sich auch heute noch gern mit ihm. Nachgesagt werden ihm Mut und Kraft sowie Klugheit und Gerechtigkeitssinn. Der slowakische Mythos geht auf eine reale Gestalt zurück, die 1688 in Terchová unweit von Žilina geboren wurde. Jánošík trieb sein »Unwesen« als Räuberhauptmann, der Händler und Reisende auf ihrem Weg über die Karpatenpässe beraubte. Unschuldig in Not geratene Bauern und andere Leibeigene soll er dagegen beschenkt haben. Seinen Tod fand er 1713 nach einem Gerichtsprozess im Gefängnis von Liptovský Mikuláš. Sein unrühmliches Ende lieferte zahlreichen Liedern, Sagen und Märchen weiteren Stoff.

Musik

Das traditionell reiche Volksliedgut ist aus dem alltäglichen Leben nahezu verschwunden und Rock und Pop gewichen, die allerorten aus den Lautsprechern dröhnen. Volksmusik ist nur noch auf Folklore- oder häuslichen Familienfesten zu hören. Es gibt aber noch immer das staatliche Folkloreensemble SLUK mit Sitz in Rusovce bei Bratislava sowie daneben Dutzende von Laien- oder Halbprofitruppen, die zu den zahlreichen Festivals antreten. Auch Kindervolkstanzgruppen zeigen auf einer eigenen Großveranstaltung ihr Können. In den größeren Städten stehen klassische Konzerte und Opernaufführungen in der Gunst des Publikums. Slowakische Opernstimmen, die auch an der New Yorker Met zu Hause sind: Edita Gruberová, die Königin des Koloratursoprans, und Peter Dvorský. Komponisten von nationaler Bedeutungen sind Ján L. Bella und Eugen Suchón, die slowakische Opern geschrieben haben. Eine eigene Fangemeinde hat auch der slowakische Jazz, der in ambitionierten Kneipen und Kellerlokalen live geboten wird.

Nationalparks

Der älteste und berühmteste ist der Nationalpark Hohe Tatra (1948); flächenmäßig an zweiter Stelle steht derjenige der Niederen Tatra (1978). Dann gibt es noch den Nationalpark der Pieninen (1967) sowie den des Slowakischen Paradieses und der Kleinen Fatra. In den 1990er-Jahren kamen noch die Nationalparks des Murán-Plateaus und der Poloniny an der polnisch-ukrainischen Grenze hinzu. Inzwischen wurde auch die Große Fatra zu dieser besonderen Schutzzonen erhoben. Für die Nationalparks gelten strenge Vorschriften. Wer sie missachtet, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Und die Beamten der Nationalparkverwaltungen sind täglich unterwegs. Viele der Zentren bieten geführte Touren durch die schönsten und für Individualbesucher mitunter auch gesperrten Gebiete an.

Panelák

In der Slowakei ist er ein fester Bestandteil jeder städtischen Peripherie: der panelák (Plattenbau). Um nach dem Zweiten Weltkrieg möglichst schnell Wohnraum zu schaffen, wurden in der damaligen Tschechoslowakei 92 Prozent aller Staats- und Genossenschaftswohnungen in dieser äußerlich eintönigen Bauweise errichtet. In Žilina produziert der letzte Betrieb die notwendigen Platten, und in dieser Region werden sie heute auch hauptsächlich noch verbaut.

Politik und Wirtschaft

Seit der tschechoslowakischen Staatsgründung 1918 hatte sich die Slowakei nie als gleichberechtigter Partner im Verbund mit den Tschechen gefühlt. Nach 1968 erreichte sie zwar eine staatspolitische Gleichstellung in einer neu gestalteten Föderation, doch das nationale Minderwertigkeitsgefühl blieb. Erst nach der Wende von 1989 wurde eine tiefgreifende - und friedliche - Veränderung möglich, und zum 1. Januar 1993 trat die Trennung der beiden Landesteile in Kraft.

Die »bunte« Koalition unter Mikuláš Dzurinda, die die autokratische Regierung Vladimír Meciars 1998 ablöste, wurde in vier Amtsjahren zerrüttet. Dennoch schaffte sie in etwas veränderter Konstellation die Wiederwahl. Im Mai 2004 trat das Land nach tief greifenden und schmerzlichen Reformen der EU bei. Immer noch bestimmen Privatisierung und Modernisierung das tägliche Geschäft. Einst gemieden, wird die Slowakei bei ausländischen Firmen zunehmend beliebter. Seit Beginn 2004 macht das Schlagwort vom »Tatra-Tiger« die Runde. Mit dem südkoreanischen KIA-Konzern (Hyundai) will sich nach Volkswagen (Bratislava) und Peugeot-Citroën (Trnava) die dritte Autofabrik im Westen (Žilina) des Landes ansiedeln. Außerdem sorgt ein allgemeiner Steuersatz von 19 Prozent auch bei den europäischen Nachbarn für Wirbel. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt dennoch erst bei ca. 380 Euro. Und glücklich ist, wer überhaupt einen Arbeitsplatz hat. Die ländlichen Regionen ohne nennenswerten Tourismus und teilweise auch die Ostslowakei bringen der Arbeitslosenstatistik hohe Zuwächse ein - zurzeit beträgt die Arbeitslosenquote landesweit 17 Prozent. Die traditionellen Schwerpunkte der slowakischen Wirtschaft liegen in der Metallverarbeitung und im Maschinenbau, gefolgt vom Fahrzeugbau und der Gummiherstellung (Matador-Reifen). Land- und Forstwirtschaft rangieren mit weniger als je 10 Prozent weiter hinten. Tourismus und Dienstleistungssektor heißen die Branchen der Zukunft. Im Übrigen hat die slowakische Wirtschaft auch nach Meciar mit Vetternwirtschaft und Korruption zu kämpfen.

Pub

Eigentlich kannten die Slowaken die aus Großbritannien stammenden gemütlichen Gasthäuser unter der Bezeichnung pivnica (Bierkeller) schon lange. Doch nach der Wende war es einfach schicker, sich »im Pub« zu verabreden, das denn auch meist eine angelsächsisch angehauchte Einrichtung erhielt. Selbst in der tiefsten Provinz rühmt man sich dieser vor allem bei jungen Leuten beliebten Lokale.

Slowakischer Nationalaufstand

Allerorten werden Sie auf Ihrer Reise durchs Land Hinweisen zum Slowakischen Nationalaufstand begegnen. Das Slovenské národné povstanie (Kurzform: SNP) bezeichnet den bewaffneten Partisanenkampf im Sommer 1944 gegen das klero-faschistische Regime des Slowakischen Staates, der unter dem Schutz Nazi-Deutschlands nach der Zerschlagung der ersten Tschechoslowakischen Republik entstanden war. Die kämpfenden Einheiten wurden von der Exilregierung in London geleitet und von den Alliierten, später auch von der Sowjetarmee militärisch unterstützt. Als Staatspräsident Jozef Tiso deutsche Truppen gegen die Rebellen im eigenen Land zu Hilfe rief, eskalierte der lange vorbereitete Widerstand. Am 29. August 1944 begannen die blutigen Auseinandersetzungen, in denen Tausende Slowaken und Tschechen ihr Leben ließen. Im sozialistischen Regime einseitig heroisiert, begann nach 1989 eine nüchterne Aufarbeitung der Epoche des unheilvollen Slowakischen Staates. Sie verschweigt auch die massenhafte Deportation slowakischer Juden in die Gaskammern nicht, die nicht zuletzt durch slowakische Kollaborateure ermöglicht wurde.

Thermalwasser

Die Slowakei ist ein Land, in dem an allen Ecken und Enden mineralhaltiges Wasser aus dem Boden sprudelt. Insgesamt gibt es 40 Thermalbäder, in denen Sie ein entspannendes Bad nehmen können. Einige sind Bestandteil der traditionsreichen Kurorte wie Piešt'any, Trencianske Teplice oder Bardejovské Kúpele. Die Unterkünfte sind inzwischen weitgehend modernisiert, die Dienstleistungen rund um den Kurbetrieb wurden erweitert. Auch ohne wochenlange Kuranwendung gebucht zu haben, können Sie sich an diesen Orten wohltuende Wannenbäder, Schlammpackungen und Massagen gönnen, die auch für Kurzzeitgäste in Heilbädern zu moderaten Preisen angeboten werden.



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Essen und Trinken

Essen und Trinken

In der Slowakei bevorzugt man stärker gewürzte Gerichte als in Tschechien, denn die slowakische Küche ist sehr stark von der ungarischen beeinflusst. Gulasch, Lammfleisch und verschiedene Spiessbraten sind beliebte Gerichte. Als Beilage zu den Fleischgerichten bevorzugt man Kartoffeln oder Hefeknödel und Paprikaschoten. Typisch für die Slowakei sind auch verschiedene Sorten von Schafskäse – Oštěpok, Hyncica, Korbáciky oder der bekannte ŤLiptauerť (Liptovská Bryndza – ein mit rotem Paprika angemachter Schafkäse). Genauso wie in Tschechien ist auch in der Slowakei Bier das unbestrittene Nationalgetränk.



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Autofahren

Autofahren

Es gibt nur wenige Autobahnen in der Nähe von grösseren Städten. Die maximal erlaubte Geschwindigkeit auf Autobahnen ist 130 km/h, ausserorts 90 km/h, innerorts 60 km/h. Gurtpflicht vorne. Alkohollimit 0,0 Promille!