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Reiseführer Spanien

Entdecken Sie Spanien!

Burgen und Klöster, Strände und Berge - und Überraschungen in jedem Landeswinkel

Der Aufzug stürzt hinab in den Schacht. Lichter zucken, aus den Lautsprechern zischt und heult es, ein paar Gäste drücken sich verängstigt gegen die Wände. Mit einem kräftigen Ruck stoppt der Lift in Galerie 8. »Alles raus!« ruft Ángel, lacht über die Wirkung der Special Effects und setzt hinzu: »Willkommen im Stollen, 600 m tief, alles simuliert!« Ángel ist Kumpel in der örtlichen Kohlezeche und führt an freien Tagen Besucher durch das Minenmuseum im asturischen El Entrego. Die Abfahrt ins Schattenreich ist im Eintrittspreis enthalten; im Halbdunkel schart sich das Grüppchen um den Bergmann. »Alles gefahrlos und nachgebaut hier unten, kein Gestank und kein Schlamm wie bei uns im Alltag und Lärm nur vom Band«, sagt er. Bedrückend eng bleibt es trotzdem. Man duckt sich unter die niedrigen Balken der Gänge, zwängt sich hinter Ángel durch steile Schneisen hinauf. Unterwelt für Neueinsteiger, ein Hauch von Abenteuer …

Der im Herzen Asturiens gelegene Museumsstollen von El Entrego zeigt, welch breit gefächerte neue Wege Spanien im Tourismus beschreitet. Selbst aus industriellem Gepräge versteht das Land Kapital zu schlagen und Besucher damit in Bann zu ziehen. Trotz ungebremster Zugkraft all der goldgelben Strände und einer mehrere Tausend Kilometer langen Küste ist sich das gut 500 000 km² große España in den letzten Jahren mehr und mehr seines ungemein facettenreichen Binnenlands bewusst geworden.

Nach dem Motto »Spanien neu entdecken« driften Einheimische und Auswärtige vom puren Badeaufenthalt immer öfter in sattgrüne Täler und Berge ab. Statt Kokosöl- und Sangriaschwade ...
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Impressionen



Klima

Barcelona, Spanien Klima

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchsttemperatur °C 13 14 15 17 20 24 27 28 25 21 16 14
Tiefsttemperatur °C 4 5 7 9 12 16 19 20 17 13 8 6
Luftfeuchtigkeit % 76 73 74 72 73 72 71 73 74 76 71 73
Sonnenstunden h 5 7 7 8 8 9 10 9 8 6 5 4
Regentage 8 8 8 10 10 9 6 7 8 9 9 8
Wassertemperatur °C 14 14 14 15 16 22 24 26 24 22 19 15

Bilbao/Sondica, Spanien Klima

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchsttemperatur °C 12 13 15 16 19 22 25 25 24 20 16 13
Tiefsttemperatur °C 5 6 6 7 10 13 15 15 14 11 8 7
Luftfeuchtigkeit % 75 75 68 70 74 75 77 77 72 71 73 77
Sonnenstunden h 3 3 4 3 5 6 5 5 4 4 2 2
Regentage 15 15 15 17 16 12 11 11 11 15 15 14
Regenmengen mm 78 79 66 101 50 41 62 75 61 94 157 82

La Coruna, Spanien Klima

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchsttemperatur °C 12 13 14 15 17 19 21 21 21 18 15 13
Tiefsttemperatur °C 8 8 9 10 12 14 16 16 15 13 11 9
Luftfeuchtigkeit % 75 76 73 74 77 75 80 80 78 78 78 75
Sonnenstunden h 3 5 6 6 7 8 8 8 6 5 3 3
Regentage 21 15 13 20 18 13 13 9 12 18 22 20
Regenmengen mm 120 103 91 89 70 48 29 36 64 104 125 133
Wassertemperatur °C 13 13 13 13 15 16 18 19 18 17 15 13




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Stichworte

Vom Flamenco bis zur Siesta

Tradition und Moderne gehen Hand in Hand - bestes Beispiel ist das Nebeneinander von Homoehen und der überkommenen Männerwelt der Stierkämpfe

Bevölkerung

Mit seinen 506 000 km² ist Spanien mehr als zwölfmal so groß wie die Schweiz, wird dabei aber nur von etwa 40 Mio. Menschen bewohnt. Im internationalen Vergleich nimmt sich die Bevölkerungsdichte mit knapp 80 Einwohnern pro Quadratkilometer damit recht gering aus. An der Spitze der Besiedlung steht die Hauptstadt Madrid mit 3,2 Mio. im Kernbereich und annähernd 6 Mio. Menschen im Großraum. Allerdings wohnen in Spanien nicht nur Spanier: Angelockt durch Arbeit und die vergleichsweise stabile Wirtschaftslage, hat das Land in den letzten Jahren riesige Einwanderungswellen geschluckt. Immigranten kommen vor allem aus Südamerika, speziell Ecuador und Kolumbien, doch auch aus dem nördlichen Afrika - als »Boat People« oder über die beiden spanischen Enklaven in Marokko, Ceuta und Melilla. Wie einst zu Wirtschaftswunderzeiten in Deutschland, weiß der Staat um die Notwendigkeit des Zuzugs. Spaniens Geburtenrate steckt im tiefen Keller, die Gesellschaft überaltert, und die Zuwanderer sind bei der Art der Beschäftigung nicht wählerisch.

Blindenlotterie

Parkplätze, Rampen, behindertengerechte Zimmer - Spanien macht deutliche Fortschritte. Mit Blick auf soziale Fortschritte gehört die landesweit verbreitete Blindenorganisation ONCE (Organización Nacional de Ciegos Españoles) zu den Vorreitern. Sie unterhält Ausbildungszentren, vergibt Stipendien und hilft bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Die dazu notwendigen Gelder werden in erster Linie durch den Verkauf von Losen rekrutiert. Diese bekommt man an winzigen ONCE-Kiosken oder bei Straßenverkäufern, die oft mit einem lautstarken, lang gezogenen »Para hoooyyy« auf die Ziehung am selben Abend aufmerksam machen.

Corridas de toros

Für viele Spanier sind Stierkämpfe (corridas de toros) selbstverständlich und aus der Volkskultur kaum wegzudenken, während sich die meisten Auswärtigen an dem ebenso blutigen wie unfairen Spektakel stoßen und die begeisterten Schilderungen Ernest Hemingways (»Fiesta«, »Tod am Nachmittag«) nicht nachvollziehen können. Das stärkste Argument der Stierkampfbefürworter lautet, dass ohne die corridas die Zucht der Kampfstiere (toros bravos) schon längst erloschen wäre. Spanien ohne Stiere - welch eine nationale Katastrophe! Und noch ein Argument schieben die Befürworter hinterher: besser vier oder fünf Jahre lang frei auf der Weide und ein kurzes, schlechtes Ende als ein Leben in der Enge des Stalls mit Endziel Schlachthof.

Natürlich bewegen corridas Unmengen an Geld, von denen sowohl die professionellen Stierzüchter als auch die Toreros und ihre Teams (cuadrillas) profitieren. Viele Toreros werden in Spanien wie Fußballstars verehrt und fürstlich entlohnt. Ausgebildet werden sie in speziellen Schulen, in denen sie die Stierfechterkunst (tauromaquia) erlernen. Stierkampf ist ohne Zweifel eine der letzten Domänen des machismo, Frauen haben sich in den Arenen (plazas de toros) auf Dauer nicht durchsetzen können. Auch eine durchaus erfolgreiche matadora wie Cristina Sánchez hat sich längst aus der Männerwelt der corridas zurückgezogen.

In den eigenen spanischen Reihen - vielleicht unter dem »zivilisierenden« Einfluss aus Mitteleuropa - hat sich das Blatt ein wenig zu wenden begonnen. Unlängst hat sich Kataloniens Metropole Barcelona offiziell zur ersten Antistierkampfstadt (ciudad antitaurina) erklärt. An heiligen Stätten des Stierkampfs wie Madrid mit der Arena Las Ventas oder Sevilla mit der Arena La Maestranza interessiert das jedoch herzlich wenig. Und in Provinzarenen geht das Töten vor allem im Rahmen von Patronatsfesten munter weiter. Oberstes Gebot für Stierkampfgegner: Nicht mit einem einzigen Cent Eintrittsgeld die Schlächterei unterstützen!

Wer sich dennoch eine corrida ansehen will, hat die Auswahl zwischen den teuren Plätzen im Schatten (sombra) und den preiswerteren in der Sonne (sol); auf der Mittelpreisschiene liegen Sonne und Schatten (sol y sombra). Eine corrida beginnt im Regelfall am späten Nachmittag gegen 17.30/18 Uhr und besteht aus sechs einzelnen Kämpfen, bei denen drei Toreros zum Einsatz kommen. Traditionelle Stierkampfsaison ist von März/April bis Oktober.

Eta

Zu Zeiten der Franco-Diktatur, als das Baskenland in jederlei Hinsicht unterdrückt wurde, ging 1959 aus radikalen Studentenkreisen die Terrororganisation Eta (Euskadi Ta Askatasuna, »Baskenland und Freiheit«) hervor. Ende der Sechzigerjahre begann die Eta ihren bewaffneten Kampf, der bis zum heutigen Tag andauert und knapp 1000 Menschenleben gefordert hat. Auch wenn der legale politische Arm der Eta, die Partei Batasuna, inzwischen verboten ist - die Haltung der Eta-Sympathisanten ist natürlich nicht erloschen, die Lenker und Denker sind geblieben bzw. rücken immer wieder nach. Gegenwärtig bleibt die Gewalt der Eta eines der brennendsten Probleme Spaniens. Zu den Opfern zählen vor allem Polizisten, Gemeinderatsmitglieder und Justizbedienstete. Trotz vielfacher Fahndungserfolge und einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen spanischer und französischer Polizei hat man die Eta bis heute nicht in den Griff bekommen. Noch immer sind Schutzgelderpressungen von baskischen Industriellen an der Tagesordnung, selbst Mitglieder kleiner Ortsparlamente sind mit Bodyguards unterwegs. Für die Extremisten gibt es einzig die Unabhängigkeit - obwohl es vielen nicht einmal mehr darum zu gehen scheint, sondern lediglich um das Ausleben blinder Gewalt unter dem Deckmäntelchen »Freiheit fürs Baskenland«. Eine blutige, unsinnige Realityshow auf Spaniens Straßen. Ende offen.

2005 geriet die sozialistische Regierung Zapatero ins Kreuzfeuer der Kritik, als man ihr geheime Kontakte zu den Eta-Separatisten anlastete. Kein Geheimnis hingegen ist, dass die baskische Regionalregierung in ständigem Kontakt zu den einstigen Batasuna-Führern steht und sich der ein oder anderen Vorgabe der Terroristen beugt.

Familiennamen

Spanier können die Kette ihrer Ahnen mühelos zurückverfolgen, denn in manchen Dokumenten reihen sich die übernommenen Familiennamen (apellidos) über Generationen hinweg aneinander. Im Alltag werden jedoch nur die beiden aktuellsten benutzt: der erste Nachname vom Vater, gefolgt vom ersten Nachnamen der Mutter. Nehmen wir eine fiktive Carolina Pérez López als Beispiel, so hieß Carolinas Vater mit erstem Zunamen Pérez und die Mutter mit erstem Zunamen López. Für Auswärtige verwirrend ist, dass Eheleute - ob Frau oder Mann - ihren kompletten Namen immer behalten und auf dem Papier durch nichts ersichtlich ist, dass sie verheiratet sind.

Flamenco

Echter Flamenco ist alles andere als folkloristische Show, er ist ein Ausdruck tiefen, inneren Gefühls. Und so ist es kein Zufall, dass der Flamenco im heißen und heißblütigen Andalusien zur Perfektion reifte, entwickelt durch die einst aus Asien zugewanderten Zigeuner (gitanos). Tanz (baile), Gesang (cante) und Gitarrenspiel (toque) sind die drei Säulen des Flamencos, dessen Traditionen sich bis heute ständig weiterentwickeln. Mitunter fließen auch Strömungen aus Pop, Rock, Jazz und sogar Punk ein. Kommerzielle Flamencolokale (tablaos) in den andalusischen Zentren Granada, Córdoba und Sevilla bieten mitunter beachtliche Qualität. Ansonsten bekommt man aktuelle Querschnitte bei diversen Flamencofestivals geboten; besonders populär ist die Flamencobiennale in Sevilla in geraden Jahren.

Literatur und Film

Das Land von Miguel de Cervantes und Federico García Lorca hat bis heute nicht weniger als fünf Literaturnobelpreisträger gestellt - zuletzt Camilo José Cela (1916-2002, Nobelpreis 1989). Die neuere spanische Literatur ist im In- und Ausland im steten Aufwind begriffen, angeführt von Carlos Ruiz Zafón, der mit »Der Schatten des Windes« einen Weltbestseller landen konnte. Weitere bekannte Romanciers sind Enrique Vila-Matas, Javier Marías, Bernardo Atxaga, Antonio Muñoz Molina, Manuel Rivas und Josan Hatero. Die Werke von Arturo Pérez Reverte sind ein ums andere Mal verfilmt worden, darunter die Abenteuer des Kapitäns Alatriste (mit Viggo Mortensen) und »Die neun Pforten« (mit Johnny Depp, Regie Roman Polanski).

Apropos Film. Hier hat der aus der Mancha stammende Regisseur und Drehbuchautor Pedro Almodóvar erfolgreich den Nährboden für das spanische Gegenwartskino bereitet: mit einfallsreichen Storys, pikanten Szenen und krassen Typen. In seinen Frühzeiten wurde Almodóvar zum Aushängeschild der Madrider Kulturrevolution (Movida Madrileña) und verhalf aufstrebenden Schauspielerstars wie den inzwischen längst in Hollywood populären Antonio Banderas und Penélope Cruz zum Durchbruch. Mittlerweile ist Almodóvar selbst ein Star und doppelter Oscar-Preisträger: für den besten nichtenglischsprachigen Film »Alles über meine Mutter« und das Drehbuch von »Sprich mit ihr«. Ein weiteres Regiegenie ist Alejandro Amenábar, dessen Streifen »Mar adentro - Das Meer in mir« 2005 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde - was nicht zuletzt an Javier Bardem lag, einem der begnadetsten Schauspieler in der Geschichte des spanischen Kinos.

Mauren

Zwischen 711 und 1492 waren die Mauren knapp 800 Jahre auf der Iberischen Halbinsel präsent - und ihre Spuren sind keineswegs verweht. Die Alhambra in Granada und die Mezquita in Córdoba zählen zu Spaniens Besuchermagneten schlechthin. Noch im heutigen Spanisch zeugen zahlreiche Wörter von den vielen fruchtbaren Neuerungen, die Spanien der maurisch-islamischen Kultur verdankt - in Kunst und Wissenschaft wie in Alltag und Küche. Auch die sommerkühlen Innenhöfe (patios) mit ihrem Wandschmuck aus bunten Kacheln (azulejos) gehen auf die Mauren zurück. Im Spanien unserer Tage ist das morgenländische Erbe außerdem ganz wörtlich in aller Munde: Süßsaure Marinaden, escabeches, sind ebenso arabischen Ursprungs wie zuckersüßes Gebäck und der ajo blanco, eine herzhafte Kaltschale aus zerstoßenen Mandeln, Knoblauch und Olivenöl.

Medien

Spanier sind begeisterte Zeitungsleser und Fernseher. Meist ordert man beim Bäcker »Brot und Zeitung«, pan y periódico, doch viele Spanier gehen liebend gern ins Café oder in die Bar. Dort lassen sich die kostenlos ausliegenden Blätter bei Kaffee oder Wein studieren. Vergebens wird man Magazine wie »Spiegel« oder »Focus« suchen - entsprechende Zeitschriften gibt es in Spanien einfach nicht. Die höchste Auflage erzielt nicht etwa ein seriöses Blatt wie »El País«, sondern die täglich erscheinende Sportgazette »Marca«.

Dazu passt, dass TV-Übertragungen von Fußballspielen die höchsten Einschaltquoten erreichen. Ebenfalls beliebt sind Soap-Operas und tertulias, stundenlange Gesprächsrunden über dies und das, die vor allem vormittags über den Bildschirm flimmern. Auch im Radio finden tertulias hohen Anklang. Zum festen TV-Tagesrhythmus gehören die Nachmittagsnachrichten des ersten Programms (TVE 1) um 15 Uhr und die Abendnachrichten um 21 Uhr. Jede Sendung dauert etwa 40-45 Minuten und wetteifert bei Blutbadszenen um die Gunst der Zuschauer - denn die Senderkonkurrenz der Privaten, Antena 3 und Tele 5, schläft nicht und fährt ebenfalls pietätlose Bilder auf.

Politische Gliederung

Spanien ist eine Monarchie mit einem parlamentarisch-demokratischen Regierungssystem. Der König

fungiert als Staatsoberhaupt und ist gleichzeitig Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Land setzt sich aus insgesamt 17 Autonomen Gemeinschaften (Comunidades Autónomas) zusammen, vergleichbar mit den deutschen Bundesländern. Dies sind: Andalusien, Aragonien, Asturien, Balearen, Baskenland, Extremadura, Galicien, Kanarische Inseln, Kantabrien, Kastilien-La Mancha, Kastilien und León, Katalonien, Madrid, Murcia, Navarra, La Rioja und València. Mit Ceuta und Melilla gibt es noch zwei kleine Exklaven in Nordafrika (Marokko). Flächenmäßig größte Autonome Gemeinschaft ist Kastilien und León (94 224 km²), die kleinste sind

die Balearen (4992 km²).

In der Politlandschaft bestimmen zwei große Parteien das Bild: die Sozialistische Arbeiterpartei PSOE und die konservative Volkspartei PP. Seit den Wahlen im Frühjahr 2004 stellt die PSOE mit José Luis Rodríguez Zapatero den Regierungschef.

Sexuelle Gleichberechtigung

Im einstmals erzkatholischen Spanien sind die Krusten mehr und mehr aufgebrochen, der öffentliche Umgang mit Sexualität hat sich normalisiert. Immer mehr Paare leben »wild« zusammen und schiffen sich - wenn überhaupt - erst jenseits der Dreißig in den Hafen der Ehe ein. Und das ist seit 2005 auch ganz legal für Personen gleichen Geschlechts möglich. Allen Einwänden aus konservativen Kreisen zum Trotz bereitete die sozialistische Regierung von José Luis Zapatero die gesetzliche Basis. Seitdem können Gays und Lesben zu »Mann und Mann« bzw. »Frau und Frau« getraut werden. Im baskischen Barakaldo nahm der dortige Bürgermeister die landesweit erste Eheschließung vor - eine historische Stunde.

Siesta

Die Siesta, jene legendäre Mittagsruhe von etwa drei Stunden (13.30/ 14 bis 16.30/17 Uhr), darf nicht als Ausgeburt spanischer Faulheit missverstanden werden. Sie hängt vielmehr mit den klimatischen Gegebenheiten zusammen: Man umgeht so die heißesten Arbeitsstunden, nimmt sich ausgiebig Zeit für die Hauptmahlzeit des Tages und ist im Gegenzug bis in den späten - kühleren - Abend hinein aktiv. Unter dem Strich arbeitet ein normaler Spanier sicher nicht weniger als sein mitteleuropäischer EU-Kollege.

Wirtschaft

Vom Land der Fischer und Bauern ist Spanien zu einer typischen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft erwachsen. Das Bruttoinlandsprodukt wächst jährlich um 3 Prozent, doch auch die Inflation ist mit 3,5 bis 4 Prozent im europäischen Vergleich hoch. Die offizielle Arbeitslosenquote bewegt sich um die zehn Prozent der aktiven Bevölkerung.

Zigeuner

Die so genannten Zigeuner, auf Spanisch gitanos, sollen vor Jahrhunderten aus dem asiatischen Raum her zugewandert sein und wurden schon zu Zeiten der Inquisition verfolgt. Allzu leicht wird eine gewisse »Zigeunerromantik« mit temperamentvollen Schönheiten und Flamenco verklärt, andererseits fristen viele gitanos ein Dasein am sozialen Tellerrand. Das hängt zum einen mit ihrer selbst gewählten Abschottung und der Pflege ihrer Traditionen zusammen, andererseits werden sie von der spanischen Gesellschaft nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen.



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Angesagt

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Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten in Spanien

Angesagt

Ausgehen

Tapeo heißt das Zauberwort: eine Tapatour im Freundeskreis, wo man sich bei vino und cerveza zu den Häppchenspezialiäten der einzelnen Bars durchtankt. Ob in den Altstädten von Madrid, San Sebastián und Sevilla oder durch die legendäre Calle del Laurel in der Riojastadt Logroño: Verpönt ist es, einzeln zu zahlen oder eine Rechnung auf den Cent genau nach dem individuellen Konsum aufzuschlüsseln. Das Geld wirft man vorab in einen Topf (bote) zusammen, oder es zahlt immer abwechselnd einer für alle.

Mode und Outfit

Die meisten Spanierinnen und Spanier lieben es weder besonders schrill noch extrem salopp. Man hält sich tendenziell eher etwas bedeckt und bewahrt einen gewissen Level an Grundeleganz: keine ausgelatschten Turnschuhe, keine ausgeleierten Spaghettishirts und knappe Shorts nur am Strand. Bei den Schuhen ist Spanien voll von der Sneakerswelle erfasst worden. In den Frisiersalons geben Blond und Rot die künstlichen Farbtöne an.

Musik

Spanier rocken gerne ab, am besten mit Interpreten in der eigenen Sprache. Jüngster Shootingstar ist Sängerin Bebe, ein Energiebündel aus der Extremadura, die mittlerweile selbst in ganz Lateinamerika bekannt ist. Für Frauenpower steht die aus Zaragoza stammende Eva Amaral, kurz Amaral. Eine erfolgreiche Wiedergeburt hat das madrilenische Trio Mecano gefeiert, ansonsten sind die Popbands La Oreja de van Gogh (»Das Ohr von van Gogh«) und Café Quijano populär.

Outdooraktivitäten

Spanier haben echten Schwung bekommen, ob bei Kanutrips, Canyoning oder Mountainbiketouren. Auch Pilgern auf dem Jakobsweg liegt voll im Trend, gepaart mit einem zusätzlichen Anreiz: Die Ankunft in Galicien in der Pilgerstadt Santiago de Compostela wird mit einer Urkunde belohnt - und eine Kopie davon legt man in Spanien gerne Bewerbungsunterlagen bei.



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Ausflüge und Touren

Wo Spanien noch authentisch ist

Ausflüge und Touren

Navarra, Baskenland und La Rioja für Genießer

Startpunkt der Tour ist der legendenumwobene »Hexenort« Zugarramurdi, der wenige Kilometer hinter der französischen Grenze bei Dancharinea (ausgeschilderter Abzweig ab der N 121-B) ins Berggrün gebettet liegt. 1610 ging hier ein Inquisitor dem Leben von verdächtigen Frauen nach, denen man Hexerei zur Last legte - und hatte »Erfolg«! Eine ganze Reihe von »Hexen« wurde verurteilt und verbrannt. In der bäuerlich geprägten Gegend hat sich Gras über eines der schwärzesten Kapitel in der Geschichte Navarras gelegt, doch noch heute sind die Hexengeschichten in aller Munde. Vor allem, weil die Cueva de Zugarramurdi, die am Dorfrand gelegene »Hexenhöhle«, an die mysteriösen nächtlichen Zusammenkünfte der brujas erinnert. Ein kleiner Pfad führt an die Höhle heran, für die das Wort Tunnel treffender wäre. An den Enden des 120 m langen und über 10 m hohen Schlunds flutet gedämpftes Licht hinein, im Innern führt der Weg am glucksenden Höllenbach entlang. In und um Zugarramurdi herum liegen schöne Landhäuser wie die Casa Martienea (Tel. 948 59 90 79, €) und die Casa Iriartea (Tel. 948 59 90 83, €), in denen man sich wochen- oder wochenendweise einquartieren kann.

Der N 121-B Richtung Pamplona folgend, geht es über den Pass von Otxondo ins beschauliche Tal des Río Baztán, in dem sich sattgrüne Wiesen und Weiden ausbreiten. Zentrum des Tals ist die Kleinstadt Elizondo, in der sich prachtvolle Herrenhäuser aufreihen. Wer weder auf den Preis noch auf sein Körpergewicht zu achten braucht, wird den hausgemachten Trüffeln in Süßwarenläden nicht widerstehen können. Die überzähligen Kalorien können Sie auf den Wanderwegen im nahen Naturpark Señorío de Bértiz wieder abarbeiten. Rustikale Unterkunft in Elizondo bietet das Hostal Trinquete Antxitonea (25 Zi., Braulio Iriarte 16, Tel. 948 58 18 07, Fax 948 58 18 53, www.antxitonea.com, €-€€), ein Landhaus aus dem 19. Jh. an den Ufern des Baztán.

Tags darauf erreichen Sie Pamplona, wo sich in der Altstadt alles auf engem Raum bündelt: Boutiquen, Bars und Vorzeigebauten wie Kathedrale und Rathaus. Im Bereich um die Calle San Nicolás können Sie stilvoll einkehren oder zum Sturm auf Kneipen und Tapas blasen.

Eine kombinierte Autobahn- und Schnellstraßenroute trägt Sie von der Hauptstadt Navarras an herrlichen Bergflanken vorbei in die Hauptstadt des Baskenlands: Gasteiz (spanisch Vitoria, 223 000 Ew.). Hierhin verirren sich nicht allzu viele auswärtige Besucher, manche lassen sich von den Hochhauskränzen der Neustadt abschrecken. Halten Sie bis ins historische Viertel durch, es lohnt sich! Dort bietet Vitoria ein buntes Wechselspiel aus urgemütlichen Einkaufsgassen und breiten Flanierpromenaden. Ins Bild gehören moderne Skulpturen, altes Kopfsteinpflaster und Bürgerhäuser mit ihren typischen miradores, einer Mischung aus Balkon und Wintergarten. Besonders schöne Glasbalkone umziehen die Plaza de la Virgen Blanca, den Dreh- und Angelpunkt in der City. In der Mitte des weit ausgreifenden Platzes erhebt sich ein Monument im Gedenken an den Sieg über die Franzosen in der Schlacht von 1813, eine Etage höher macht die Fassade der gotischen Iglesia de San Miguel einen imposanten Eindruck. An der Kirche blickt man zum glasgeschützten Bildnis der Schutzpatronin Virgen Blanca auf, in deren Zeichen das große Stadtfest Anfang August steht.

Von der Plaza de la Virgen Blanca geht die ausgedehnte Fußgängerzone zum Arkadengeviert der Plaza de España und Plaza de los Fueros ab, auf der Gegenseite geht es hinein in lang gestreckte Altstadtgässchen wie Calle Zapateria und Calle Correría. Noch geschäftiger geht es in der Calle Siervas de Jesús zu, an der das wuchtige Turmhaus Doña Ochanda (15. Jh.) liegt. Ein kurzer Aufstieg durchs Altstadtviertel Casco Viejo führt zur Kathedrale Santa María, einem gotischen Bau, der im 17. Jh. durch einen 60 m hohen Turm ergänzt wurde. Aus Vitorias blühender Museumslandschaft (alle Di-Fr 11-14 und 16-18.30, Sa 10-14, So 11-14 Uhr) stechen das Archäologische Museum (Correría 116), das im Palacio Agusti untergebrachte Museum der schönen Künste (Paseo de Fray Francisco 8) mit Werken von Miró, Tàpies und Picasso und vor allem das kuriose Spielkartenmuseum (Museo Fournier de Naipes, Cuchillería 54) hervor. Kunstfreunde zieht es ins Museum für zeitgenössische Kunst Artium (So und Di-Do 11-20, Fr/Sa 11-20.30 Uhr, Francia 24, www.artium.org).

Nach so viel Kultur lädt der große Parque de la Florida zum Bummel ein; an die Grünanlage stoßen die Neue Kathedrale und das baskische Parlament. Die Touristeninformation finden Sie an der Plaza General Loma (Tel. 945 16 15 98, www.vitoria-gasteiz.org). Als Unterkunft empfiehlt sich das zentral gelegene und recht günstige Hotel Dato (14 Zi., Dato 28, Tel. 945 14 72 30, Fax 945 23 23 20, www.hoteldato.com, €). Ein erlesener Speisetempel ist das preisgekrönte Restaurante El Portalón (Correría 151, Tel. 945 14 27 55, www.restauranteelportalon.com, €€€) in einem Holzhaus aus dem 15. Jh. in der Altstadt.

Ab Vitoria nehmen Sie die schnelle Autobahnstrecke (zunächst A 1, dann A 68) nach Haro (10 000 Ew.) und gelangen so mitten in die Hochburg der weltberühmten Riojaweine. Rund um Haro ziehen sich Weingärten über die Hügel des Ebrobeckens, reifen die edlen Tropfen in zahlreichen Bodegas heran. Geführte Weinkellertouren bieten gewöhnlich die im Barrio de la Estación gelegenen Bodegas Rioja Santiago (Tel. 941 31 02 00, www.bodegasriojasantiago.com) sowie die Bodega Ramón Bilbao (Avenida Santo Domingo 34, Tel. 941 31 02 95, www.bodegasramonbilbao.es) an. Auskunft im Touristenbüro an der Plaza Monseñor Florentino Rodríguez (Tel. 941 30 33 66, www.haro.org/turismo). Auch ohne Bodegabesuch brauchen Sie den Freuden des Weins in Haro nicht zu entsagen: Ab der Plaza de la Paz taucht man ins Altstadtviertel La Herradura ein, wo sich die Kneipen in einigen wenigen Gassen bündeln. Das Preisniveau ist erfreulich niedrig, die Qualität exzellent. An der Avenida Bretón de los Herreros liegt das Weinmuseum (Museo del Vino, Mo-Sa 10-14 und 16-20, So 10 bis 14 Uhr). Wenige Kilometer von Haro entfernt findet man in Briñas eine ausgesprochen stilvolle Unterkunft in einem Palais aus dem 18. Jh.: die Hospedería Señorío de Briñas (14 Zi., Travesía de la Calle Real 3, Tel. 941 30 42 24, Fax 941 30 43 45, www.hotelesconencanto.org, €€).

Östlich von Haro setzen Sie die Wein- und Genießertour bis nach Laguardia fort, einem schwer befestigten Örtchen, das weithin sichtbar auf einem Hügel thront. Im mittelalterlichen Mauermantel stecken die romanisch-gotische Kirche Santa María de los Reyes und die von Arkaden beherrschte Plaza Mayor. Über die Grenzen der Region hinaus hat sich die Küche der rustikalen Posada Mayor de Migueloa (Mayor 20, Tel. 945 62 11 75, €€€) einen Namen gemacht. Auskunft: Plaza de San Juan, Tel./Fax 945 60 08 45, www.laguardia-alava.com. In einigen Geschäften kann man gut Wein kaufen; im Ort wird der edle Rebensaft unterirdisch in riesigen Lagern aufbewahrt.

Ab Laguardia sind es dann noch knapp 20 km in die riojanische Hauptstadt Logroño, in der Sie sich vor allem in der Calle del Laurel erneut den Ausgehfreuden hingeben können.

Erlebnistour durchs Hinterland Kataloniens

Sie verlassen Barcelona auf der N II Richtung Lleida und werden bereits bei Martorell gewahr, wie die Märchenlandschaft Muntanya de Montserrat aus der Ebene aufsteigt: ein Gebirge wie aus einer Fantasystory, durchsetzt von spitzen Türmen und gigantischen Flanken. Am besten, Sie dringen ab Monistrol de Montserrat 10 km in die Bergwelt vor und winden sich in langen Kehren auf eine Höhe von über 700 m hinauf.

In windiger Frische und im Schatten eines gewaltigen Zwischenmassivs liegt das Allerheiligste Kataloniens: das Kloster von Montserrat, das seit knapp 1000 Jahren bezeugt ist und dem heute eine stattliche Gemeinschaft aus 80 Benediktinermönchen angehört. Erwarten Sie keine weltferne Einsamkeit, denn Montserrat ist eine der wichtigsten Wallfahrtsstätten Spaniens mit entsprechenden Megaparkplätzen (gebührenpflichtig). In der Klosterkirche verehren die Gläubigen das romanische Bildnis der Schwarzen Madonna, stehen sich gelegentlich die Beine in den Bauch und investieren ihre Euro in reichlich Kerzenopfer. Zum Klosterplateau gehören nicht nur Restaurants und Andenkenläden, sondern auch ein äußerst lohnendes Museum: Das Museu de Montserrat vermittelt Einblicke in verschiedene Kunstepochen und Länder und nennt Werke von El Greco, Picasso und Dalí sein Eigen.

Nach dem Kloster- und Museumsabstecher führt Sie der Weg nach Monistrol de Montserrat zurück und weiter gen Norden über Manresa nach Cardona, das von einem imposanten Burghügel beherrscht wird. Auf der obersten Spitze bietet der Parador (Tel. 938 69 12 75, Fax 938 69 16 36, cardona@parador.es, €€) Traumblicke über grüne Hügel, den Genuss der regionalen Küche im Spezialitätenrestaurant und angenehme Unterkunft in einem der 54 Zimmer. Zum Kastell gehört die Kirche Sant Vicenç, ein Prachtbeispiel katalanischer Romanik. Am Ortsrand Cardonas liegt das Salzbergwerk Muntanya de la Sal (Besuche anmelden, Tel. 938 69 24 75).

Setzen Sie die Fahrt über Solsona und durch das Segretal nach La Seu d'Urgell fort, wo Ihnen bereits die herrlichste Pyrenäenluft um die Nase weht. Hier sind Sie umgeben von Gebirgsriesen, können Altstadtstimmung schnuppern oder sich im nahen Andorra in den Kaufrausch stürzen.

Östlich von La Seu d'Urgell folgen Sie der N 260 nach Puigcerdà, einem ansehnlichen Städtchen mit schönem Park und Fußgängerzone. Im kurvigen Auf und Ab über den 1800-m-Pass Collada de Toses werden Sie mit phantastischen Bergblicken belohnt. Ribes de Freser dient als Ausgangspunkt zu einer Zahnradbahntour zum Heiligtum von Núria, doch auch ohne diesen Ganztagesabstecher stehen die nächsten Stopps im Zeichen des Kreuzes: die einstige Benediktinerabtei Santa Maria in Ripoll mit eindrucksvollem Portal und Kreuzgang sowie die romanische Klosterkirche in Sant Joan de les Abadesses.

Quartier nimmt man am besten in Olot. In Olots Vulkanmuseum (Museu dels Volcans, Sommer Mo bis Sa 10-14 und 17-19, So 10-14 Uhr, Winter Mo und Mi-Sa 10-14 und 16-18, So 10-14 Uhr, Avinguda de Santa Coloma) können Sie sich auf den umliegenden 120-km²-Naturpark La Garrotxa einstimmen. Das Gebiet ist von 40 erloschenen Vulkanen durchsetzt; gute Wandermöglichkeiten von Olot und Santa Pau zum Volcà Croscat und in den grünen Krater des Volcà de Santa Margarida.

Schöne Abschlusstupfer der Tour setzen das urige Steinörtchen Besalú und der Estany de Banyoles, Kataloniens größter Natursee.



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Bloß nicht

Bloß nicht!

Auch in Spanien muss man - wie in allen Reiseländern - ein paar Spielregeln und Vorsichtsmaßnahmen beachten

Bloß nicht

Lärmempfindlich sein

Typisch südländisch, dass es in Spanien laut zugeht. Armadas an Mofas knattern durch die Gassen, in den Kneipen dröhnen die Fernseher, aus Spielhallen schwappen die Schallwellen, Plätze erbeben unter fröhlichem Palaver, Open-Air-Konzerte beginnen kurz vor Mitternacht - und zur selben Zeit rumpeln die Müllwagen durch die Altstädte. Unter den Einheimischen stört das kaum jemanden. Wer als Auswärtiger Ruhe sucht, sollte mit besonderer Bedacht sein Hotelzimmer auswählen. Faustregel: weit oben und nach hinten heraus.

Auf Verkehrsregeln verlassen

Regeln sind eine Sache, ihre Einhaltung eine andere. Wer als Fußgänger bei Grün oder über den Zebrastreifen geht, sollte sich vergewissern, dass wirklich kein Fahrzeug kommt bzw. dass die Fahrer willig sind anzuhalten. Spanische Steuerhalter, speziell Taxi- und Busfahrer, zeigen sich vielfach respektlos und scheren sich wenig um Zebrastreifen oder rote Ampeln. Seien Sie stets auf der Hut!

Auf Profibettler hereinfallen

In größeren Städten sitzen vor Kirchenportalen oft ärmliche Gestalten, Straßenmusiker sehen bedauernswert aus - doch das ist oft nur Show. Nach »Dienstschluss« zieht man das Handy hervor und setzt sich ins nahebei geparkte Auto.

Das Kleingedruckte übersehen

Auf Speisekarten in Restaurants und in Preisaushängen von Hotels steht oft ganz klein zu lesen »IVA no incluido«. Will heißen: IVA, die Abkürzung der spanischen Mehrwertsteuer, ist hier nicht inbegriffen. Dies passiert in Spanien häufig. In Restaurants und Hotels bezahlt man sieben Prozent IVA zusätzlich, ansonsten 16 Prozent. Gelegentlich ist die Mehrwertsteuer jedoch eingeschlossen, dann heißt es »IVA incluido«. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie am besten vorher.

Allzu hölzern wirken

Statt eines eher förmlichen Händedrucks begrüßen sich in Spanien Mann und Frau bzw. Frau und Frau mit zwei Wangenküssen, einmal rechts, einmal links. Hier gilt die Regel: einfach mitküssen! Außerdem pflegt man sich in Spanien, jedenfalls unter Gleichaltrigen, häufig sofort zu duzen, also tú statt das vielleicht aus Lehrbüchern bekannte Usted. (»Sie«). Diesen lockeren Landessitten sollten Sie sich nicht verschließen.



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Einkaufen

Mode, Keramik und mehr

Echtes Kunsthandwerk lohnt ebenso den Kauf wie Delikatessen, Wein und Olivenöl

Flamencopüppchen »made in China«, komplette Jakobspilgersets mit Filzhut und wallendem Umhang, die heilige Maria als verschnörkelte Porzellanfigur - wer in Spanien Kitsch und Nippes will, der bekommt ihn. Einen genaueren Blick hingegen verdient all jenes Kunsthandwerk, das authentisch vor Ort gefertigte Handarbeit ist: von der Gitarre über Schmuck und Fächer bis hin zu Intarsienarbeiten. Mit entsprechender Liebe zum Detail geht man vor allem im Südteil des Landes zu Werke, wo Souvenirs den reißendsten Absatz finden.

Beliebt sind Keramikwaren in allen Farben und Größen, verwendbar als Zierobjekte oder Gebrauchsgegenstände: Teller, Untersetzer, Kerzenhalter, Becher, Salatschüsseln. Da Spanien kein Billiglohnland mehr ist, lässt sich schon durch einen Blick auf den Preis die Spreu vom Weizen trennen, sprich Massenware von individuelleren Artikeln. So auch auf dem Modesektor, auf dem spanische Designer international auf sich aufmerksam machen. Wer sparen will, sucht halt Filialen der Kette »Zara« auf; große Modeabteilungen fährt auch die Kaufhauskette »El Corte Inglés« auf. Wenig zu sparen gibt es bei guten Lederschuhen, da die Preise in den letzten Jahren stark angezogen haben; bei vermeintlichen Schnäppchen sollten Sie Komfort und Verarbeitung vor dem Kauf genauestens prüfen.

Dank touristischer Nachfrage ist echtes Kunsthandwerk wie das Töpfern nicht untergegangen bzw. mancherorts sogar zu neuem Aufschwung gelangt. Zu den Hochburgen zählen Sevilla, Granada, Manises bei València und La Bisbal bei Girona. Toledo ist für seine Keramik und seine geschmiedeten Klingen bekannt, in Galicien sind Klöppelspitzenarbeiten (encajes) von hervorragender Qualität. Im Vergleich zu daheim stechen Delikatessen wie Serranoschinken und Manchegokäse als wirkliche Preisknüller hervor. Auch kaltgepresstes Olivenöl (aceite de oliva virgen extra) und gute Weine mit geschützter Herkunftbezeichnung (DO = denominación de origen) sind zu empfehlen. Der Einkauf von Brandy und Sherry lohnt dagegen kaum, da das Preisniveau in etwa dem deutschen entspricht.



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Essen und Trinken

Im Schlaraffenland der Tapas

Spanien macht mit Häppchen und Feinschmeckermenüs Appetit

Spanier sind echte Genussmenschen, die Essen und Trinken nicht als nüchterne Nahrungsaufnahme begreifen und sich ungern mit anspruchsloser Kost bescheiden. Mindestens ebenso wichtig wie das leibliche Wohl ist der Plausch zwischendurch. Mit Vorliebe lässt man sich zum ausgiebigen Tafeln nieder, wobei ein Essen im Restaurant durchaus zwei bis drei Stunden dauern kann. Dabei bekommen es Urlauber mit einer besonderen Tradition der Bewirtung zu tun, die eine Art innere Zeitverschiebung erfordert. Da der spanische Rhythmus nach hinten ausgelegt ist, beginnt man den Tag relativ spät mit einem bescheidenen Frühstück (desayuno) gegen 8 Uhr. Obgleich sich Hotelbuffets natürlich nach den Ansprüchen der Gäste richten, sind Müsli, Wurst- und Käsestullen Sache der Spanier nicht. Der Tagesauftakt mit starkem Milchkaffee (café con leche) und einem süßen Brötchen (bollo suizo) oder einem Croissant ist eher kärglich, aber umso mehr weiß man sich zu steigern!

Um die Mittagszeit, ab etwa 12/12.30 Uhr, schlägt in den Bars die erste große Stunde der Tapas, Appetithäppchen jedweder Art. Mit einem Gläschen Rotwein (vino tinto), einem trockenen Sherry (fino) oder einem frisch gezapften Bier (caña) gibt man sich den Freuden der Schlemmerkleinkunst hin und stimmt sich auf das Mittagessen ein. Viele Bars sind kleine Schlaraffenländer für Tapas, deren Spannbreite von eingelegten Sardellen (boquerones) über Fleischbällchen (albóndigas) bis zu einem russischen Salat aus Kartoffeln, Ei und Mayonnaise (ensaladilla rusa) reicht. Die Tapas werden meist in glasgeschützten Auslagen präsentiert, was Sprachfremdlingen zugute kommt - man braucht einfach nur auf das Gewünschte zu deuten. In Städten wie Granada und León pflegt man die Tradition, Tapas kostenlos zum Wein oder Bier zu reichen; allerdings hat sich der Grundpreis in den letzten Jahren entsprechend erhöht, die Definition gratis trifft also nur begrenzt zu.

Das üppige Mittagessen (comida) steht ab 14/14.30 Uhr an. Zu später Stunde folgt ab etwa 21/ 21.30, oft auch erst gegen 22 Uhr das Abendessen (cena), das man ebenfalls gerne mit Tapas einläutet. Alternativ dazu lässt sich ein komplettes Abendessen durch eine ausgiebige Tapatour ersetzen. Dabei sollten Sie den Spaniern nacheifern, die von Kneipe zu Kneipe ziehen und immer Neues ausprobieren; in einer einzigen Bar hängen zu bleiben ist ganz und gar unüblich.

Mittags wie abends setzt sich die klassische Speisefolge aus drei Gängen zusammen: Vorspeise (primer plato bzw. entrante oder entremés), Hauptspeise (segundo plato oder plato principal) und Nachtisch (postre). Klassische Desserts sind Karamellpudding (flan), Milchreis (arroz con leche) oder die sahnige Cremespeise natillas. Den Schlusspunkt setzt man gerne mit einem Brandy und einem Kaffee, wobei man sich bei Letzterem auf einen Espresso (café solo), eventuell mit einem Schuss Milch (cortado) oder Schnaps (carajillo), beschränkt. Der bekannteste Tresterschnaps ist der aus Galicien stammende orujo. Ein typisch spanisches Erfrischungsgetränk ist die horchata, eine Art Mandelmilch.

In Spanien ist ein Abend- meist teurer als ein Mittagessen. Preisbewusste sind gut beraten, mittags ein Tagesmenü (menú del día) zu ordern, so wie es viele spanische Arbeiter und Angestellte während ihrer langen Mittagspause tun. Ein solches Menü kostet um die 10 Euro (auf dem Land mitunter weniger) und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Meist kann man unter mehreren Vor- und Hauptspeisen und Desserts wählen, im Preis enthalten sind Brot, Wasser und Wein. Wasser kommt meist aus der Leitung und ist trinkbar, aber stark gechlort. Im Zweifelsfall bestellen Vorsichtige zusätzlich ein Mineralwasser (agua mineral), entweder mit Kohlensäure (con gas) oder ohne (sin gas). Beim Wein darf man keinen erlesenen Tropfen zu einem Tagesmenü erwarten, eher einen Tafelwein (vino de mesa).

Wer in puncto Wein Ansprüche stellt, wird bestens bedient. Zu den wichtigen Anbauregionen von Qualitätsweinen zählen La Rioja, Katalonien, Navarra, Kastilien-León, Kastilien-La Mancha und Andalusien. Spanischer Sekt (cava), der überwiegend im hier método tradicional genannten Champagnerverfahren hergestellt wird, stammt fast ausnahmslos aus Katalonien. In letzter Zeit sind Weine aus dem Duerogebiet groß in Mode. Gute fassgereifte Tropfen sind die crianzas, auf höherem Niveau stehen die reservas und gran reservas.

Diese wiederum passen ideal zu einem abendlichen Feinschmeckermenü (menú de degustación), das mit seinen entsprechend kleinen Portionen durchaus acht bis zehn Gänge umfassen kann. Landesweit sind Spitzenrestaurants auf dem Vormarsch - im internationalen Vergleich hat sich Spanien nach ganz oben katapultiert und genießt einen exzellenten Ruf. Hier haben Köche aus Regionen mit langer kulinarischer Tradition wie Katalonien und dem Baskenland Pionierarbeit geleistet, darunter der zum Kultkoch avancierte Ferrán Adrià aus Roses an der Costa Brava und Juan Mari Arzak aus dem Baskenland. Was die preisgekrönten Köche mit den Küchenmeistern der kleinsten Tavernen verbindet, ist die Verwendung von ernte-, fang- und jagdfrischen Zutaten. Und natürlich von Knoblauch und Olivenöl.



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Feste und Events

Feste, Events und mehr

Im Durchschnitt steigt in Spanien alle paar Minuten eine Fiesta - das ist Europarekord!

Offizielle Feiertage

Je nach Region kommen weitere Feiertage dazu. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, ist meist der Montag Feiertag; fällt er auf Dienstag oder Donnerstag, macht man häufig eine »Brücke« (puente) zum bzw. vom Wochenende.

1. Januar

Año Nuevo

6. Januar

Día de los Reyes Magos

Karfreitag

Viernes Santo

1. Mai

Fiesta del Trabajo

15. August

Asunción de la Virgen

12. Oktober

Día de la Hispanidad

1. November

Todos los Santos

6. Dezember

Día de la Constitución

8. Dezember

Inmaculada Concepción

25. Dezember

Navidad

Feste und Veranstaltungen

Januar

Reyes Magos: am 5. Januar, dem Vorabend des Dreikönigstages, vielerorts bunte Umzüge.

Am 20. Januar Stadtfest in San Sebastián mit 24-stündiger Trommelparade (tamborrada).

Februar

Einer der Festpole des Karnevals ist Cádiz, wo man besonders ausgelassen feiert.

März

Am 19. März wird San José in València mit wahrem Feuereifer gefeiert: Bei den Fallas de València gehen Hunderte Kolossalfiguren aus Holz und Pappmaché in Flammen auf.

März/April

Die Semana Santa, die Karwoche, nimmt großen Raum im Festkalender ein. Bei zahlreichen Prozessionen sind die Mitglieder von Laienbruderschaften (cofradías) in gespenstischen Aufzügen unterwegs und rufen die Passionsgeschichte ins Gedächtnis. Spitze Kapuzen und Tuniken verhüllen ihre Identität, manche gehen barfuß und schleppen gemeinschaftlich Aufbauten mit tonnenschweren Standbildern (pasos) durch die Straßen. In Sevilla, Málaga, Granada, Cuenca, Valladolid und León erlebt man die Karwoche besonders ergreifend. Außerdem Trommelparade im aragonesischen Calanda und Passionsspiele im andalusischen Riogordo.

April

In Sevilla Feria de Abril auf einem riesigen Festgelände.

Mai

Mitte Mai Pferde-Feria in Jerez de la Frontera.

Mai/Juni

Zu Pfingsten Massenwallfahrt mit geschmückten Karren und Traktoren ins andalusische El Rocío.

Juni

24. Juni: San Juan, das Mittsommerfest, geht vielerorts mit großen Feuern einher, die man in der Nacht zuvor entzündet.

In Galicien vielerorts eine rapa das bestas, Auftrieb halbwilder Pferde, die in Pferchen ihre Brandzeichen bekommen. Wichtige Veranstaltungen z. B. der Curro de Torroña am ersten (Oia/Pontevedra) und der Curro de A Capelada (Cedeira/A Coruña) am letzten Junisonntag.

Juli

6.-14. Juli: Fiesta de San Fermín in Pamplona, eingehend von Ernest Hemingway in »Fiesta« beschrieben. Morgens um 8 Uhr Stiertreiben durch die Altstadt.

Riesiges Stadtfest mit Konzerten und Feuerwerk in Santiago de Compostela rund um den Gedenktag des heiligen Jakobus (25. Juli).

August

Anfang/Mitte des Monats zehntägiges Flamencofestival in La Unión (Murcia).

Mysterienspiel (Misterio de Elche) der Stadt Elx am 14./15.

Ende August Tomatenschlacht von Bunyol (València).

September

Um den 20. Weinfest in Logroño (La Rioja).

Dezember

Jahreswechselfiesta in Madrid: Zu jedem der von der Puerta del Sol im TV übertragenen Glockenschläge isst man eine Glückstraube.



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Praktische Hinweise

Von Anreise bis Zoll

Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Spanienreise

Anreise

Auto

Die beiden Hauptrouten führen über Paris-Bordeaux nach Nordspanien und Madrid sowie über Lyon-Nîmes ans Mittelmeer und weiter nach Südspanien. Die Autobahnen in Frankreich sind mautpflichtig, in Spanien gilt es zwischen gebührenfreien Schnellstraßen (autovías) und gebührenpflichtigen Autobahnen (autopistas) zu unterscheiden. Von mehreren deutschen Städten verkehren im Sommer Autozüge nach Narbonne in Südfrankreich - eine bequeme, aber nicht preiswerte Alternative.

Bahn

Die Bahnanreise nach Spanien erfolgt meist über den französischen Knotenpunkt Paris oder über Genf-Lyon. Innerhalb Spaniens garantiert der Superschnellzug Ave gute Verbindungen (von Madrid bis Sevilla weniger als drei Stunden), ansonsten muss man mit zuweilen langwierigen Umsteigeverbindungen rechnen.

Bus

Feste Fahrplän halten die Europabusse (www.deutsche-touring.com) ein, die von vielen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz aus diverse spanische Ziele ansteuern. Allerdings ist die Anreise sehr zeitaufwändig.

Flugzeug

Seit dem Vormarsch der Billigflieger dürfen sich Spanienurlauber über günstige Preise und mehr Verbindungen freuen. Ein dichtes Streckennetz in Spanien bedient Air Berlin (www.airberlin.com), österreichischer Kooperationspartner ist Niki. Weitere Billigfluglinien, die Spanien ansteuern, sind u. a. Ryanair, Easyjet und Germanwings.

Auskunft

Spanische Fremdenverkehrsbüros

- Kurfürstendamm 63, 10707 Berlin, Tel. 030/882 65 43, Fax 882 66 61

- Grafenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, Tel. 0211/680 39 80, Fax 680 39 85

- Prospektbestellung: Tel. 06123/ 991 34

- Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt, Tel. 069/72 50 33, Fax 72 53 13

- PF 15 19 40, 80051 München, Tel. 089/530 74 60, Fax 532 86 80

- Walfischgasse 8, 1010 Wien, Tel. 01/512 95 80, Fax 512 95 81

- Seefeldstrasse 19, 8008 Zürich, Tel. 044/253 60 50, Fax 252 62 04

Auto

Höchstgeschwindigkeit 50, auf Landstraßen 90, teilweise 100 km/h, auf Schnellstraßen (autovías) und Autobahnen (autopistas) 120 km/h, die Promillegrenze liegt bei 0,5. Handyverbot am Steuer (empfindliche Strafen!). Vorgeschrieben ist das Mitführen von zwei Warndreiecken und einer reflektierenden Warnweste.

Banken und Kreditkarten

Öffnungszeiten der Banken: üblicherweise Mo-Fr von 9 bis 14 Uhr. Kreditkarten sind weit verbreitet, vor allem Visa. Geldautomaten sind überall in großer Zahl vorhanden.

Camping

Campingplätze sind vor allem in den Küstengegenden verbreitet, doch manche Anlagen im Hinterland (z. B. La Rioja, Navarra) sind noch echte Geheimtipps. Gute und übersichtliche Website: www.infocamping.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft Madrid

Fortuny 8, Tel. 915 57 90 00, www.embajada-alemania.es

Österreichische Botschaft Madrid

Paseo de la Castellana 91, Tel. 915 56 53 15, www.aussenministerium.at/madrid

Schweizer Botschaft Madrid

Núñez de Balboa 35, Edificio Goya, Tel. 914 36 39 60, www.eda.admin.ch/madrid

Ein- und Ausreise

Personalausweis genügt. Bei der Einreise aus Deutschland, Österreich, Frankreich und anderen Schengen-Ländern findet normalerweise keine Passkontrolle statt.

Gesundheit

In Spanien gilt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC. Wer sichergehen will, schließt zusätzlich eine Reisekrankenversicherung ab. Lassen Sie sich zwecks Erstattung vom behandelnden Arzt die Rechnung (auch für Medikamente) detailgenau aufschlüsseln!

Internet

Allgemeine Website zu Spanien

Breites Informationsangebot, auch auf Deutsch: www.spain.info

Touristeninformation der Autonomien

- Andalusien www.andalucia.org

- Aragón www.staragon.com

- Asturien www.infoasturias.com

- Baskenland www.turismopaisvasco.com

- Extremadura www.extremadura.com

- Galicien www.turgalicia.es

- Kastilien und León www.jcyl.es

- Kastilien-La Mancha www.jccm.es

- Katalonien www.gencat.net

- Kantabrien http://turismo.cantabria.org

- La Rioja www.lariojaturismo.com

- Madrid www.descubremadrid.com

- Murcia www.murciaturistica.es

- Navarra www.navarra.es

- València www.comunitatvalenciana.com

Internetcafés

In vielen Städten gibt es Internetcafés, die Adressen wechseln allerdings häufig, Infos unter www.ciber-cafes.com. Preise: meist 15 Min. für 50 Cent, 1 Std. 2 Euro.

- Barcelona: Ciber Time Station, Travessera de les Corts 316

- Bilbo: Ciberteca, José María Escuza 23

- Madrid: Ciberzonia, Paseo Muñoz Grandes 32

- València: València: CiberCafé, Cartagena 5

Mietwagen

Die internationalen Autoverleiher haben Vertretungen an allen Flughäfen, in Städten und größeren Urlaubsorten. Für einen Mittelklassewagen müssen Sie inklusive Freikilometer etwa 50 bis 60 Euro pro Tag rechnen, Kleinwagen gibt es bei Privatanbietern günstigstenfalls ab ca. 30 Euro. Einige Reiseveranstalter bieten Flug- und Mietwagenpauschalen an. Damit fährt man mitunter wesentlich günstiger, als wenn man vor Ort alles selbst arrangiert. Angebote für Mietwagen finden Sie unter www.marcopolo.de.

Notruf

Landesweit 112

Öffnungszeiten

In Spanien gibt es keine geregelten Ladenschlusszeiten. Überwiegend sind die Geschäfte Mo-Fr von 9.30 oder 10 bis 13.30 oder 14 und von 16.30 oder 17 bis 20 Uhr geöffnet, Sa mitunter nur vormittags.

Post

Normale Postgebühren: 53 Cent für internationale Briefe bis 20 g und Postkarten. Briefmarken gibt es auch in Tabakwarenläden (estancos).

Telefon

Für Auslandsgespräche 00 und die Landeskennzahl wählen (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne die erste Null und dann die Telefonnummer eingeben. Vorwahl nach Spanien: 0034, dann direkt die Rufnummer.

Das eigene Handy lässt sich in Spanien problemlos benutzen. Vor Ort wählt es automatisch den frequenzstärksten Netzbetreiber aus - ohne Rücksicht auf den Preis. Am besten, Sie loten von zu Hause aus, welche Gesellschaft die günstigsten Tarife anbietet, und geben das ausgewählte Netz vor Ort ein.

Trinkgeld

Üblich sind in Bars und Restaurants fünf bis zehn Prozent, vorausgesetzt, Sie waren zufrieden.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden, u. a. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein. Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 1 l Spirituosen, 2 l Wein, 200 Zigaretten.



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Sport und Aktivitäten

Flamenco, Greens und Galoppaden

Mit wehenden Mähnen am Strand entlang, ein Abschlag bis zum Ozean, zu Fuß, auf Rädern oder Brettern ins Gebirge

So vielfältig wie das Land selbst ist, so bunt präsentiert sich Spaniens Sportpaket: Die vielen großen und kleinen Gebirge locken neben den Wanderern auch die Mountainbiker und Skifahrer. Und Atlantik und Mittelmeer bieten alles, was Wassersportler suchen. Die Fluglinie Air Berlin (www.airberlin.com) befördert ausgewähltes Sportgepäck kostenlos.

Sport und Aktivitäten

Flamenco

Im tiefen Süden können Sie sich im Rahmen von Kurz- oder Langzeitkursen in die Kunst des Flamenco und der Sevillanas einweihen lassen. Eine gute Adresse: Carmen de las Cuevas, Cuesta de los Chinos 15, 18010 Granada, Tel. 958 22 10 62, Fax 958 22 04 76, www.carmencuevas.com

Golf

Mit mehreren Dutzend Plätzen ist die andalusische Costa del Sol mittlerweile als »Costa del Golf« in aller Munde; im milden Klima des Südens lässt sich zwischen Herbst und Frühjahr herrlich golfen. Der Parador de Málaga Golf (Tel. 952 38 12 55, Fax 952 38 89 63, malaga@parador.es) hat sich auf eine internationale Klientel der Einlocher eingestellt - mit Golfschule, 27 Löchern, drei Putting Greens und zwei Approach Greens. Golffans quartieren sich ebenfalls gerne im exklusiven Alhaurín Golf Hotel & Resort (Tel. 952 59 58 00, http://alhauringolfhotel.com) in Alhaurín el Grande ein, wo sie Anfänger- oder Fortgeschrittenenkurse buchen können. Auch in anderen Gegenden Spaniens findet man vorzügliche Anlagen, selbst in der häufig im Abseits gelegenen Extremadura. Im Internet finden Sie sehr gute Infos auf der Website der Andalusischen Golfvereinigung Federación Andaluza de Golf (www.fga.org).

Kanu

Ein echtes Erlebnis, auch für Anfänger, ist eine Kanutour auf dem Río Sella in Asturien - vorausgesetzt, er führt genügend Wasser! In Arriondas und Cangas de Onís gibt es diverse Anbieter von organisierten Trips, u. a. die Escuela Asturiana de Piragüismo (Finca Fundición de Coviella, El Portazgo, Arriondas, Tel. 985 84 12 82, Fax 985 84 71 55, www.piraguismo.com). Die Ausrüstung wird gestellt, die Teilnehmer werden zumeist mit Kleinbussen zum Ausgangspunkt zurückgebracht. Die beliebteste Strecke führt über 16 km von Arriondas bis zur Brücke San Román.

Radfahren & Mountainbiking

Leider zählt Spanien zu den radfahrerfeindlichen Ländern, Rücksichtnahme seitens motorisierter Verkehrsteilnehmer ist oft ein Fremdwort. Außerhalb geschlossener Ortschaften herrscht Helmpflicht. Als Radelgebiete sind außerhalb der sommerlichen Hochsaison die galicischen Fjordlandschaften zu empfehlen, um die sich zuweilen kleine Nebenstraßen legen. Im Binnenland kann man auf dem Jakobsweg von der spanisch-französischen Grenze rund 760 km nach Santiago strampeln, auch mit dem Mountainbike. Hier sind jüngst viele Erdtrassen, die sich nur für Wanderer oder Mountainbiker geeignet hatten, im Sinne von Freizeitradlern verbreitert worden. Ansonsten sind die Pyrenäen sehr gut für Mountainbiking geeignet. Vielerorts in Spanien werden neuerdings unter dem Begriff Vías Verdes (»Grüne Wege«) Trassen stillgelegter Bahnlinien in Achsen für Radler und auch Wanderer verwandelt. Zu den bereits bestehenden Strecken zählen die Vía Verde del Tarazonica zwischen dem navarresischen Tudela und Tarazona (Aragón) sowie die Vía Verde de la Terra Alta von Puebla de Híjar nach Tortosa in der katalanischen Provinz Tarragona.

Reiten

Reiten auf der Ranch, mit fliegenden Hufen durch Ölbaumhaine, im gemütlichen Trab an Kampfstierweiden entlang - Andalusien ist eine wahre Hochburg für Sattelfeste. Empfehlenswerte Fincaferien für Reiter u. a. in Andalusien auf der Rancho Los Lobos in Jimena de la Frontera (Tel. 956 64 04 29, Fax 956 64 11 80, www.rancholoslobos.com) und auf der Finca Los Cerrillares (Carretera Las Navas km 17, La Puebla de los Infantes, Tel. 955 95 61 30, Fax 955 95 61 82, www.cerrillares.com). Auf der Rancho Los Lobos kümmern sich Wolf und Esther Zissler rührig um die Gäste. Es gibt Anfängerunterricht auf der eigenen Reitbahn, Ausritte in den Naturpark Los Alcornocales und auf Wunsch Mondscheinritte. Ein deutscher Anbieter von organisierten Reiterreisen mit Schwerpunkt Andalusien ist Pferd & Reiter (Rader Weg 30 a, 22889 Tangstedt, Tel. 040/607 66 90, Fax 60 76 69 31, www.reitferien.de).

Segeln

Spaniens Küsten sind von zahlreichen Sporthäfen und Hunderten Segelclubs gesäumt, vor allem am Mittelmeer. Information: Real Federación Española de Vela, Tel. 915 19 50 08, Fax 914 16 45 04, www.rfev.es

Tauchen

Bestens geeignet für den Unterwassereinstieg sind die katalanischen Illes Medes, ein kleiner Archipel rund eine Seemeile vor der Küste bei L'Estartit. Im Ferienstädtchen L'Estartit zeigen sich Anbieter von Tauchkursen und Schnorcheltrips gut für die Nachfrage gerüstet. Tauchexkursionen im andalusischen Naturpark Cabo de Gata mit Centro Buceo Alpha (Puerto Deportivo San José, Tel. 950 38 03 21, www.alphabuceo.com). Am besten, man taucht sich im Internet unter www.fedas.es zu den regionalen Kontaktstellen vor.

Wandern

Wanderer finden auf dem Jakobsweg, den Fernwanderwegen Senderos de Gran Recorrido und in einer Reihe von Nationalparks ideale Terrains. In Schutzgebieten wie dem katalanischen Parc Natural de la Zona Volcànica de la Garrotxa und dem aragonesischen Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido sind die Wege gut ausgewiesen, andernorts hinkt man bei der Kennzeichnung noch ein wenig hinterher.

Windsurfen

Windsurfingfreaks kommen vor allem an den Atlantikküsten auf ihre Kosten, insbesondere im andalusischen Tarifa. Nordwestlich von Tarifa findet man mehrere Surfcenter an der Carretera de Cádiz.

Wintersport

Die Alpin- bzw. Langlaufaktivitäten konzentrieren sich auf die Pyrenäen, die Kantabrische Kordillere, die Gipfel der Meseta und die andalusische Sierra Nevada. In den Pyrenäen ist auch der gut erreichbare Zwergstaat Andorra beliebt, wo insgesamt über 100 Lifte und Seilbahnen zur Verfügung stehen. Informationen über die Website der Wintersportvereinigung Real Federación de Deportes de Invierno (www.rfedi.es).



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Essen und Trinken

Essen und Trinken

Die Mahlzeiten sind meist reichlich und bestehen üblicherweise aus 4 oder 5 Gängen. Charakteristisch für die spanische Küche ist die Zubereitung der Speisen mit Olivenöl und die Verwendung von viel Knoblauch. In Meeresnähe sind Fischspeisen und Meeresfrüchte die Hauptnahrungsmittel, im Landesinneren Lamm, Kaninchen und andere Fleischspeisen. Typisch spanisch sind die Tapas, kleine Appetithäppchen. Gegessen wird in Spanien in der Regel zwischen 13.30 und 15.30 sowie 21.00 und 23.00 Uhr. Trinkgeld ist in der Regel im Konsumationspreis inbegriffen, üblicherweise erwartet das Bedienungspersonal jedoch noch ein zusätzliches Trinkgeld.



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Autofahren

Autofahren

Die Autobahnen sind gebührenpflichtig. Höchstgeschwindigkeit ist auf Autobahnen 120 km/h, auf Schnellstrassen 100 km/h und 60 km/h innerorts. Das Anlegen der Sicherheitsgurten hinten und vorne ist obligatorisch. Alkohollimit ist 0.8 Promille.