Reiseführer Schweiz
Entdecken Sie die Schweiz!Tun Sie das! Obwohl es die Schweiz, Schweizerinnen und Schweizer eigentlich gar nicht gibt
Wir sagen erst einmal artig »Hallo!« und kommen gleich mächtig in Schwierigkeiten. Es ist nämlich eine nicht aus der Welt zu schaffende Mär, dass alle Schweizer zur Begrüßung ein herzliches »Grüezi mitenand« in den Raum werfen. Ein für allemal: Sie tun es nicht! Sie sagen tschou und tschüss, ciao und hoi, sali, salü zämä - und wir sind mittendrin im Schlamassel! Denn auch im deutschsprachigen Teil der Schweiz wird nicht einfach Schweizerdeutsch gesprochen, sondern verschiedene Dialekte. Reisenden wird das Einpauken der Höflichkeitsformeln also nicht gerade leicht gemacht, aber wer die Ohren offen hält, kann sicher das eine oder andere Wort aufschnappen.
Der Schweizer Bundesstaat besteht aus 23 beziehungsweise 26 Kantonen - je nachdem, ob man die dreimal zwei Halbkantone als eigenständig ansieht oder nicht. Die Schweizer Kantone heißen in alphabetischer Reihenfolge: Aargau, Appenzell-Außerrhoden, Appenzell-Innerrhoden, Basel-Land, Basel-Stadt, Bern, Freiburg (Fribourg), Genf (Genève), Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg (Neuchâtel), Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Tessin (Ticino), Thurgau, Uri, Waadt (Vaud), Wallis (Valais), Zürich und Zug. Die Kantone senden Vertreter in den so genannten Ständerat, der - vergleichbar dem Senat in den Vereinigten Staaten von Amerika - das Oberhaus des eidgenössischen Parlaments bildet. Die Volkskammer dieses Parlaments heißt Nationalrat. In ihn werden alle vier Jahre 200 Abgeordnete gemäß dem Einwohnerverhältnis der einzelnen Kantone gewählt. Eine politische Besonderheit, die in der Schweiz häufig ...
mehr
Wir sagen erst einmal artig »Hallo!« und kommen gleich mächtig in Schwierigkeiten. Es ist nämlich eine nicht aus der Welt zu schaffende Mär, dass alle Schweizer zur Begrüßung ein herzliches »Grüezi mitenand« in den Raum werfen. Ein für allemal: Sie tun es nicht! Sie sagen tschou und tschüss, ciao und hoi, sali, salü zämä - und wir sind mittendrin im Schlamassel! Denn auch im deutschsprachigen Teil der Schweiz wird nicht einfach Schweizerdeutsch gesprochen, sondern verschiedene Dialekte. Reisenden wird das Einpauken der Höflichkeitsformeln also nicht gerade leicht gemacht, aber wer die Ohren offen hält, kann sicher das eine oder andere Wort aufschnappen.
Der Schweizer Bundesstaat besteht aus 23 beziehungsweise 26 Kantonen - je nachdem, ob man die dreimal zwei Halbkantone als eigenständig ansieht oder nicht. Die Schweizer Kantone heißen in alphabetischer Reihenfolge: Aargau, Appenzell-Außerrhoden, Appenzell-Innerrhoden, Basel-Land, Basel-Stadt, Bern, Freiburg (Fribourg), Genf (Genève), Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg (Neuchâtel), Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Tessin (Ticino), Thurgau, Uri, Waadt (Vaud), Wallis (Valais), Zürich und Zug. Die Kantone senden Vertreter in den so genannten Ständerat, der - vergleichbar dem Senat in den Vereinigten Staaten von Amerika - das Oberhaus des eidgenössischen Parlaments bildet. Die Volkskammer dieses Parlaments heißt Nationalrat. In ihn werden alle vier Jahre 200 Abgeordnete gemäß dem Einwohnerverhältnis der einzelnen Kantone gewählt. Eine politische Besonderheit, die in der Schweiz häufig genutzt wird, ist das Referendum. Der Volksentscheid beruht auf dem Gedanken, dass sämtliche Gesetze der Volksabstimmung zu unterbreiten sind (»obligatorisches Referendum«) oder dass eine bestimmte Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern einen solchen Volksentscheid über parlamentarisch beschlossene Gesetze verlangen kann (»fakultatives Referendum«).
Die beiden legislativen Kammern (Nationalrat und Ständerat) bilden gemeinsam die Bundesversammlung. Die Kammern tagen viermal jährlich getrennt. Gemeinsam kommen sie dagegen zur Wahl des Bundesrates, des Bundespräsidenten, des Bundesgerichts, zur Ausübung des Begnadigungsrechts und zur Entscheidung von Zuständigkeitsauseinandersetzungen zusammen. Der Bundesrat, in den die Bundesversammlung sieben Mitglieder auf vier Jahre bestimmt, ist das, was man in anderen Ländern die Regierung nennt. Der jährlich im Dezember alternierend aus dem Kreis der sieben Bundesräte gewählte Bundespräsident übernimmt für ein Jahr die Funktion eines Regierungschefs. Ein paar Zahlen zur Eidgenossenschaft, die italienisch Svizzera, lateinisch Helvetia und französisch Suisse heißt: Die Schweiz liegt im südlichen Mitteleuropa und umfasst ein Fläche von 41 000 km². Sie ist ein Gebirgsland, denn 60 Prozent ihres Territoriums entfallen auf die Alpen. Das Mittelland macht 30 Prozent der Fläche aus, weitere zehn Prozent zählt man zum Gebiet des Juras. 7,3 Mio. Menschen leben in der Schweiz, zwei Drittel davon in städtisch geprägten Gebieten. Die größten Städte sind Zürich (343 000 Ew.), Genf (180 000), Basel (170 000), Bern (127 000) und Lausanne (126 000). Knapp 4,1 Mio. Schweizer sind erwerbstätig. Nur noch 4,2 Prozent der Schweizer verdienen ihr Geld in oder mit der Landwirtschaft. Erwähnenswert ist dabei, dass bereits jeder zehnte Bauernbetrieb nach biologischen Kriterien wirtschaftet. 26 Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Industrie, knapp 70 Prozent sind im Dienstleistungsbereich tätig. Eine wichtige Einnahmequelle ist dabei der Tourismus: Immerhin 22 Mrd. Franken wurden im vergangenen Jahr umgesetzt. In den Berggebieten arbeitet bereits jeder Dritte im Tourismusbereich. Womit wir beim Fremdenverkehr wären. Noch vor der Uhren- und Textilindustrie ist der Tourismus der drittgrößte Wirtschaftszweig der Schweiz. Mehr als die Hälfte der Buchungen kommt aus dem Ausland. An der Spitze der ausländischen Feriengäste rangieren die Deutschen, beliebt ist die Schweiz als Reiseziel aber auch bei Engländern, Belgiern und Nordamerikanern.
Zahlen können nicht verdeutlichen, wie schön das Land ist. Und die Schweiz kann geradezu schmerzend schön sein. Ein Sonnenuntergang am Vierwaldstätter See, der Blick auf das Matterhorn, der illustre Weg von der mondänen Glitzerwelt von St. Moritz über den Malojapass in die ärmste Ecke der Schweiz bei Stampa kurz vor der italienischen Grenze, die Rebberge bei Lausanne, der Jura mit seinen Freiberger Pferden, das Emmental mit seinen mächtigen Bauernhöfen, Genf mit seinem so zauberhaften Umland, Zürich mit seiner kulturellen Vielfalt, Biel oder Bienne, wie die Westschweizer lieber sagen, mit den Enten und Schwänen an der Uferpromenade, St. Gallen und seine Bratwurst, Davos und sein »Zauberberg«; das Tessin, das schon so italienisch ist und doch mit Italien nicht viel am Hut hat - Augenblicke, im buchstäblichen Sinn, Momentaufnahmen. Die Schweiz ist wie ein andauernder Blick in ein Kaleidoskop. Bunt klicken die Rauten und Kreise zu immer neuen Bildern zusammen. Ständig entsteht ein neues Gesamtbild, das sich beim nächsten Drehen, bei der nächsten Wendung wieder verändert. Die Schweiz ist nicht zu fassen! Im übertragenen Sinn nicht, denn immer wenn auch der häufige Besucher glaubt, jetzt kenne er das Land, tut sich eine neue, manchmal nur winzige, geheimnisvolle Welt auf. Und auch im tatsächlichen Sinn kann man die Schweiz nur schwer fassen, nur lückenhaft beschreiben. Die Schweiz ist mehr als »einfach ein großer, buckliger, massiver Felsen mit einer dünnen Grashaut«, wie der große Mark Twain einst witzelte. Die Bergwelt der Alpen ist geradezu bezaubernd.
»Mutter Helvetia« prägt auch jene, die schon längst im Ausland leben: Der Theaterregisseur Luc Bondy, in Wien lebend, aber 1948 in Zürich geboren, bekennt: »Ich komme heute immer wieder in die Schweiz zurück: Das Engadin ist mein liebster Ferienort überhaupt; die Luft dort inspiriert mich. Und ich mag an Zürich, dass diese Stadt keine wirkliche Stadt ist, dass der Übergang zum Land unklar ist. Wenn der Zürichsee vor einem Gewitter dunkel wird und die Schwäne fahler, dann wird Zürich sogar mysteriös, traumhaft. Das sehe ich von überall aus.« Und wer möchte das nicht immer mal wieder sehen?
Andere Reiseführer
Alle Reiseführer in Schweiz
Schweiz
Tessin
Waadtländer Alpen
Wallis
Jura
Freiburg
Berner Oberland
Zentralschweiz
Graubünden
Surselva
Ostschweiz
Impressionen







Klima
Cimetta (1672m), Schweiz
Klima
| | Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
| Höchsttemperatur |
°C |
1 |
2 |
4 |
5 |
11 |
15 |
15 |
16 |
11 |
9 |
3 |
1 |
| Tiefsttemperatur |
°C |
-2 |
-1 |
0 |
1 |
6 |
10 |
10 |
12 |
7 |
6 |
0 |
-2 |
| Luftfeuchtigkeit |
% |
55 |
55 |
63 |
71 |
76 |
71 |
75 |
78 |
77 |
72 |
70 |
59 |
| Sonnenstunden |
h |
5 |
7 |
6 |
6 |
6 |
9 |
7 |
7 |
6 |
5 |
4 |
5 |
| Regentage |
|
7 |
6 |
10 |
15 |
16 |
13 |
6 |
11 |
11 |
11 |
14 |
9 |
| Regenmengen |
mm |
48 |
71 |
123 |
199 |
396 |
279 |
405 |
193 |
116 |
202 |
100 |
57 |
Crans Montana (1508m), Schweiz
Klima
| | Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
| Höchsttemperatur |
°C |
2 |
4 |
7 |
9 |
15 |
19 |
19 |
20 |
15 |
12 |
5 |
2 |
| Tiefsttemperatur |
°C |
-3 |
-2 |
0 |
1 |
6 |
9 |
10 |
11 |
7 |
5 |
0 |
-2 |
| Luftfeuchtigkeit |
% |
67 |
68 |
69 |
68 |
65 |
66 |
66 |
70 |
73 |
71 |
74 |
70 |
| Sonnenstunden |
h |
5 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
7 |
8 |
6 |
6 |
3 |
4 |
| Regentage |
|
11 |
11 |
12 |
13 |
12 |
13 |
8 |
11 |
13 |
10 |
14 |
13 |
| Regenmengen |
mm |
77 |
106 |
169 |
96 |
85 |
128 |
126 |
102 |
55 |
73 |
152 |
87 |
Disentis/Sedrun (1190m), Schweiz
Klima
| | Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
| Höchsttemperatur |
°C |
3 |
4 |
9 |
10 |
17 |
20 |
20 |
21 |
15 |
14 |
5 |
3 |
| Tiefsttemperatur |
°C |
-3 |
-2 |
0 |
2 |
7 |
10 |
10 |
12 |
8 |
6 |
0 |
-2 |
| Luftfeuchtigkeit |
% |
64 |
71 |
70 |
71 |
67 |
70 |
72 |
73 |
75 |
73 |
78 |
73 |
| Sonnenstunden |
h |
3 |
2 |
4 |
4 |
5 |
7 |
6 |
6 |
4 |
4 |
2 |
2 |
| Regentage |
|
11 |
12 |
14 |
14 |
13 |
16 |
12 |
14 |
14 |
12 |
16 |
13 |
nach obenAngesagt
Angesagt!
Was Sie wissen sollten über Trends, die Szene und Kuriositäten in der Schweiz
Angesagt
Mode
Die Globalisierung fördert nicht nur die Internationalisierung, sondern auch eine Rückbesinnung auf regionale Stärken. Swissness heißt das Zauberwort in der Schweiz. Das Skimodetrendlabel alprausch (www.alprausch.ch) setzt die Swissness gekonnt in Mode um. Schon länger im Trend: die praktischen Umhängetaschen der Gebrüder Freitag (www.freitag.ch) aus Zürich. Die auffällig schönen Taschen sind aus LKW-Planen und bei Fahrradkurieren beliebt, weil der Inhalt auch bei stärkstem Regen nicht nass wird.
Musik
Zu den Publikumslieblingen gehören Gölä und seine Männer. Die Alben des ehemaligen Berner Bauarbeiters verkaufen sich wie »frische Weggli« (frische Brötchen). Gölä besingt in rockigen Balladen das Leben als »Büezer« (Arbeiter) mit Staub an den Händen und Sehnsucht nach einem anderen Leben im breitesten Berndeutsch. Eine gewaltige Stimme hat auch die Rocksängerin Sina. Die aufmüpfigen Texte in Walliser Mundart haben es in sich, erzählen in poetischer Sprache von starken Frauen und den süßen und bitteren Seiten des Lebens. Die Singer- Songwriterin besingt auch das eigene Geschlecht kritisch, wie im Song »Tummi Chüa« (dumme Kuh). Nicht verpassen dürfen Sie die Berner Band Stiller Has, die sich in ihren Songs kritisch und witzig mit der Schweiz auseinandersetzt.
Sport
Die Schweiz ist das Mekka der so genannten Trendsportarten: Biken, Surfen, Skaten und Fliegen in allen Variationen. Neu hinzu kommt die »Mikromobilität«. Der Zürcher Tüftler Wim Ouboter hat mit seinen Microscootern und Kickboards den urbanen Transporttrend lanciert. Auf Schulhöfen bewegen sich die Kids nur noch (wenn erlaubt) mit Microscootern, Kickboards und andern Trottinets, wie die zweirädrigen Fortbewegungsmittel ohne Sitz in der Schweiz genannt werden. Selbstverständlich gibt es die entsprechenden Events. Hier die wichtigsten Adressen: www.freestyle.ch, www.asphaltsurfing, www.freestyle-ski.ch, www.silvaplana.ch/surf
nach obenAusflüge und Touren
Bewegung und Gesundheit
Ausflüge und Touren
Veloland Schweiz: Die Jura-Route
Diese Tour führt von Basel bis Nyon am Genfer See über die schönen Hochebenen des Jura entlang der französischen Grenze. Sie begegnen halb wilden Pferdeherden und genießen grandiose Ausblicke über fast die halbe Schweiz. Es liegt Ihnen das Mittelland zu Füßen, das sich zwischen dem Jura und den Alpen vom Bodensee bis zum Genfer See erstreckt und das man an klaren Tagen fast ganz zu überblicken glaubt. Auf alle Fälle ist der Blick auf den Alpenkranz überwältigend, diese Kette der schnee- und eisbedeckten Viertausender, aus denen - vom Jura her gesehen - das berühmte Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau herausragt. Das breite Angebot öffentlicher Verkehrsmittel lässt alle Optionen offen: Man kommt mit Bahn und Bus praktisch überallhin, kann die Tour also an beliebigen Orten beginnen und beenden. Von St. Ursanne nach Nyon braucht man 2-7 Tage, je nach Tempo und Routenwahl. Länge: 200-300 km.
Unter dem Label »Veloland Schweiz« überzieht ein Radwegenetz das ganze Land: Auf neun Hauptrouten, die über verkehrsarme Wege führen, vorzüglich mit dem Fahrrad (in der Schweiz: Velo) zu befahren und vorbildlich ausgeschildert sind, ist es in der überschaubaren Schweiz ein Genuss, gerade so lange zu radeln, bis Durst oder Müdigkeit sich melden. Jedes kleine Dorf verfügt über mindestens eine Kneipe oder eine Pension. Alle Routen sind in drei Ringbüchern gesammelt, mit Karten dokumentiert und mit Informationen über Steigungen, öffentliche Verkehrsmittel, Werkstätten etc. versehen. Zudem haben sich viele Restaurants, Hotels, Bauern, Transportbetriebe etc. als Partnerbetriebe zu velo-freundlichen Dienstleistungen verpflichtet. Herausgeber ist die Stiftung Veloland Schweiz. Erhältlich sind die Ringbücher im Buchhandel, an Kiosken oder bei Schweiz Tourismus, Postfach, 8027 Zürich, Tel. 00800 100 200 30, Fax 00800 100 200 31, www.veloland.ch.
In unserem Beispiel fahren Sie mit dem Zug über Delémont, die Hauptstadt des Kantons Jura, nach St. Ursanne, einem mittelalterlichen Städtchen am Lauf des landschaftlich äußerst reizvollen Grenzflusses Doubs. Gleich zu Beginn erwartet Sie eine der wenigen happigen Steigungen. Die Belohnung folgt sogleich, finden Sie sich doch auf der für den Jura typischen Hochebene wieder, den so genannten Freibergen, wo sich karges Weideland, Baumgruppen und Waldstücke mit gigantischen Schirmtannen zu einem der schönsten Landschaftsbilder der Schweiz formieren. Sie gelangen leicht bis Saignelégier, das für seine Tradition und die Zucht der robusten Freiberger Pferde berühmt ist. Auch müde Beine kommen zu ihrem Recht, etwa im kollektiv geführten Café du Soleil (Tel. 032/951 16 88, Fax 951 22 95, www.cafe-du-soleil.ch, €), wo sieben schön renovierte Zimmer und im Anbau 22 weitere Zimmer zum Übernachten einladen.
Am nächsten Tag führt der Weg vorbei am idyllischen Étang de la Gruère, einem Moorsee in einem nordisch anmutenden Naturschutzgebiet. Ein Bad im seifigen Moorwasser ist zwar nicht die Sache von Sauberkeitsfanatikern, aber ungewöhnlich und gesund!
Über den Mont Crosin mit seinen Windturbinen erreichen Sie den Mont Soleil über St. Imier, wo der Schweiz größtes Sonnenkraftwerk arbeitet. Das dortige Sporthotel hat schon bessere Zeiten gesehen, dafür ist die Aussicht beim Frühstück auf der Terrasse grandios.
Überall stoßen Sie auf Landgastoder Bauernhöfe, wo Sie auch gut hätten übernachten können, und freuen sich, dass die Route nach La Chaux-de-Fonds fast nur noch abfallend ist. Die Hauptstadt der Schweizer Uhrenindustrie hat Charme und ist interessant, weil man sie nach einem verheerenden Feuer im 18. Jh. entlang eines exakt rechtwinklig angelegten Straßennetzes wieder aufgebaut hat.
Wer nicht bleiben möchte oder noch vorwärtskommen will, lädt das Fahrrad in den Zug und fährt am Rand einer zauberhaften Ebene nach Les Ponts-de-Martel, wo die Fahrt am nächsten Tag durch eine ebenso zauberhafte Hochmoorlandschaft fortgesetzt werden kann. Vorbei an einsamen Höfen und den staunenden Straußen einer Farm erreichen Sie nach einer tollen Schussfahrt das Val de Travers, ein dicht besiedeltes und wasserreiches Tal. Dort können Sie eine noch bis 1986 betriebene Asphaltmine besichtigen, sich im hübschen Schwimmbad bei Boveresse eine willkommene Abkühlung gönnen oder im Bezirkshauptort Môtiers das Wohnhaus, in das sich der Naturphilosoph Jean-Jacques Rousseau zurückzog, besichtigen.
Lassen Sie sich dann mit dem Postauto noch ins Hochtal von La Brévine, dem Sibirien der Schweiz, fahren, wo im Winter nicht selten minus 40 Grad gemessen werden, und genießen Sie dort oberhalb des geheimnisvollen Lac des Taillères im einsam gelegenen Hotelrestaurant Les Cottards den verdienten Feierabend (nur Mai-Okt., Mo geschl., Tel. 032/935 15 55, €). Oder aber Sie übernachten in Fleurier oder Buttes, nehmen samt Fahrrad am anderen Morgen den Sessellift und erreichen, nachdem Sie auf dem landschaftlich äußerst reizvollen Le Chasseron die prächtige Aussicht über den Genfer See bis zum Montblanc ausgiebig genossen haben, das Städtchen Ste. Croix mit etlichen guten Cafés und Restaurants. Dort dürfen Sie auch das Spieldosenmuseum nicht verpassen!
Die nächste Etappe rund um die imposante Erhebung Aiguille de Baulmes bis Lignerolle ist landschaftlich ebenso reizvoll. Das gilt aber kaum für das Stück bis Vallorbe, und für die Steigung bis zum Lac de Joux auf etwa 1000 m über dem Meer nehmen Sie mit Vorteil den Zug. Dort präsentiert sich jedoch entlang des Sees eine grandiose Landschaft. In diesem abgeschiedenen Tal mit seiner klaren Luft hat sich bis heute die Präzisionsuhrenherstellung halten können. In Le Brassus warten gemütliche Hotels auf die müden Fahrenden, und wer nach ungestörter Ruhe die 300 m auf den Mont de Bière nicht scheut, wird belohnt mit einer Fahrt durch den Parc jurassien vaudois, eine naturnahe Kulturlandschaft mit Mooren, Karstfelsen, Dolinen und Hunderten von Kühen. Schließlich folgt die Abfahrt durch hübsche Weinbauerndörfer am Abhang zum Genfer See bis Nyon, wo Sie als Zückerchen noch das Schiff Richtung Genf oder Lausanne via Evian auf der französischen Seite nehmen können.
Natürlich lässt sich ungefähr entlang der Veloroute eine ähnliche Strecke auch als Autotour zusammenstellen.
Alpenwasser: Wellness in verschiedenen Bädern
Die Alpen bringen gesunde und mineralhaltige Wasser hervor, die schon die Römer nutzten. Entsprechend ist über die Schweiz verstreut eine Vielzahl von Thermalbädern zu finden, die sich im Zug des Wellnesstrends und dank moderner Architektur oder großartiger Lage regen Zulaufs erfreuen. Vor allem die Vielfalt der Umgebung macht in der Schweiz abwechslungsreiche Badeferien möglich. Exemplarisch soll dies auf einer Route von der Nordgrenze zum Südostzipfel der Schweiz dargestellt werden. Die Route kann mit dem Auto, aber auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Angriff genommen werden. Länge: 300 km, Zeitbedarf: nach Lust und Laune.
Wenn Sie aus Deutschland bei Waldshut in die Schweiz kommen, stoßen Sie kurz hinter der Grenze auf das erste Bad: das Glaubersalzbad von Zurzach, dessen 39 Grad warme Quelle man erst in den 1950er-Jahren anzapfte. Auf dem Weg Richtung Zürich treffen Sie auf das Kurstädtchen Baden, das eine 2000-jährige Bädergeschichte aufweist. Seine 19 Quellen gelten als die mineralreichsten der Schweiz, und die alten Hotelkästen zeugen von der langen Tradition.
Sie fahren weiter gen Südosten und lassen Zürich links liegen. Beinahe wäre Zürich auch zur Bäderstadt geworden, schlummert doch in der Tiefe ebenfalls Mineralwasser. Dieses wurde eine Zeit lang auch als solches verkauft, allerdings nie in einem Bad genutzt: Das Stimmvolk hatte sich gegen den Bau eines Thermalbads entschieden.
Vom reichen Wasserhaushalt des Alpenlands zeugen auch die vielen Seen. Dem langen Zürichsee folgt der ebenso schmale Walensee, eingezwängt zwischen zwei Bergmassiven: Imposant auf der linken Seite die Churfirsten, sieben steil in den Himmel ragende Felsklötze, gefolgt vom nicht weniger markanten Alviermassiv. Schnurgerade führen Autobahn und Bahn in die so genannte Bündner Herrschaft, einen Teil des oberen Rheintals, das durch mildes Klima geprägt ist und ebenso milde Blauburgunderweine hervorbringt. Dort liegt das nächste Ziel: Bad Ragaz. In der Taminaschlucht südlich von Ragaz entdeckte man 1242 die heilenden Wasser. Damals wurden die Rekonvaleszenten vom benachbarten Pfäfers noch an langen Seilen zum Bad in die Schlucht hinuntergelassen, doch Ragaz hat sich dank anspruchsvoller Hotellerie, Golf- und Flugplatz sowie reicher Möglichkeiten im Sommer wie im Winter den Ruf einer noblen Erholungsoase erworben. Lassen Sie dann wiederum eine Hauptstadt - Chur, diejenige des Kantons Graubünden - links liegen und folgen Sie zwischen Reichenau und Ilanz der Rheinschlucht, einem grandiosen Cañon von seltener Schönheit. Am Ende eines Seitentals erreichen Sie Vals, eine der wenigen deutschsprachigen Ortschaften inmitten des Teils der Schweiz, in dem die vierte Landessprache, Romanisch, gesprochen wird. Das Valser Mineralwasser ist dank pfiffiger Slogans in aller Munde, der Ort hat aber auch dank seines Thermalbads Schlagzeilen gemacht. Realisiert wurde es von dem einheimischen Stararchitekten Peter Zumthor, der es mit flachen Valser Quarzitplatten sozusagen aufschichtete - derselbe Stein, mit dem auch die Valser Hausdächer gedeckt sind. Entstanden ist ein architektonischer Wallfahrtsort, der mit seiner noblen Schlichtheit die Sinne betört.
Zurück im Rheintal, biegen Sie bei Reichenau in Richtung Engadin ab und folgen dem Landwasser via Davos und dem Flüelapass nach Susch oder mit der Rhätischen Bahn der Landquart nach Klosters und sind dank des Vereinatunnels in kurzer Zeit im Unterengadin. In Scuol - oder Schuls - findet sich eines der schönsten Bäder. Im Bassin im Freien schaut man im Herbst durch die gelben Lärchen auf die schon schneebedeckten Berge gegenüber, und das alles im berühmten, gleißenden Engadiner Licht, das auch den Himmel tiefblau erscheinen lässt.
Eine lange Tradition weist das benachbarte Bad Tarasp-Vulpera auf, das vor allem durch seine Trinkhalle im Gespräch ist. Talabwärts sind weitere Perlen zu finden. So im Val Sinistra, wo ein gut verstecktes Hotel früher noch arsenhaltige Bäder anbot, oder aber in Samnaun, dem hintersten Zipfel Graubündens, das nicht nur als Zollfreigebiet und Skiarena, sondern auch mit seinem Erlebnisbad einen würdigen Abschluss der Bäderreise abgibt.
nach obenBloß nicht
Bloß nicht!
Was Sie bei Ihrem Besuch in der Schweiz besser vermeiden und worauf Sie achten sollten
Bloß nicht
Eine Parisienne mit einer Frau verwechseln
Eine Parisienne ist keine Pariserin, sondern eine typisch Schweizerische Zigarettenmarke. In früheren Jahrzehnten war diese Marke bei Arbeitern sehr beliebt, heute gehört es in intellektuellen Kreisen zum guten Ton, eine Parisienne zu rauchen.
Züri Metzgete für eine Schlachtplatte halten
Eine Schlachtplatte heißt auf Schweizerdeutsch zwar Metzgete, Doch die Züri Metzgete hat mit Blutwürsten, Schweinshaxen, Speck und Innereien nichts zu tun. Die Züri Metzgete ist nämlich das einzige Weltcup-Radrennen der Schweiz, das jeden Sommer in der Umgebung von Zürich stattfindet.
Statt Franken Fränkli sagen
Es stimmt ja: Die Schweizer und Schweizerinnen lieben Verkleinerungsformen. Eine Kasse wird schnell mal zum »Kässeli«. Oder eine Sitzbank zu einem »Bänkli«. Aber ein Einfrankenstück wird nie zu einem »Fränkli«; wenn schon dann zu einem »Eifränkler«, »Schtutz« oder »Schtei«.
Verkehrsschilder missachten
Die Schweizer Polizei ahndet jeden Verstoß gegen die Verkehrsordnung. Besonders Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten Sie überall und jederzeit strikt einhalten - selbst wenn Schweizer mit ihren Verkehrsmitteln deutlich zu schnell an Ihnen vorbeiziehen.
Schneeketten vergessen
Wenn Sie im Winter in die Schweiz reisen, sollten Sie unbedingt Schneeketten im Kofferraum haben. Wenn Sie indessen ohne fahren, gehen Sie das Risiko ein, dass es nach starkem Schneefall selbst in den Tälern unmöglich für Sie wird, weiterzufahren.
Wild zelten
Wer sein Zelt in der freien Landschaft aufstellt, muss mit einer Strafe rechnen. Auch Wohnmobile dürfen nicht einfach am Straßenrand abgestellt werden. Auf eigens ausgewiesenen Parkplätzen ist eine Übernachtung lediglich auf dem Weg zum Campingplatz erlaubt.
Schweizer als humorlos bezeichnen
Sicher gibt es Schweizer und Schweizerinnen, die humorlos sind. Aber alle in den humorlosen Topf zu werfen, ist zu einfach. Denken Sie nur an Emil oder den Clown Grock - beide Schweizer. Der hier gepflegte Witz ist vielleicht skurril und nicht immer offensichtlich - es gibt aber eine lange komödiantische Tradition in der Schweiz.
nach obenEinkaufen
Mehr als Edelweiß und Kuhglocken
In der Schweiz ist ein Einkaufsbummel nicht gerade preiswert. Dafür kann, wer sucht, viel Typisches finden
Es kann witzig sein, ein kitschiges Andenken aus einem der vielen Souvenirläden aus der Schweiz mit nach Hause zu bringen, z. B. eine Armbrust aus Plastik, ein pfeildurchbohrter Holzapfel, ein Edelweiß, eine Schweizer Kuh oder ein Sennenchäppli (eine Sennenmütze). Die Schweizer selbst bevorzugen hochwertiges Handwerk in ansprechender Form. Gut zu gebrauchen und obendrein praktisch ist das bekannteste Taschenmesser der Welt: Das rote Schweizer Militärmesser (in der Schweiz heißt es Sackmesser) mit dem weißen Kreuz gibt es als Offiziers- (mit Korkenzieher) oder als Soldatenmesser (einfachere Version) in mehr als zwanzig Größen und ebenso vielen Preisstufen. Ein Vergleich lohnt daher!
Eine andere, fast in Vergessenheit geratene Spezialität sind die Spieldosen. Im Jura, vor allem in Ste. Croix oberhalb von Yverdon am Neuenburger See, entwickelte sich schon im 19. Jh. aus dem Uhrenhandwerk eine blühende Tradition der (Musik-)Automatenherstellung, die auch heute noch Spezialanfertigungen hervorbringt.
Das Schweizer Heimatwerk ist die Verkaufsorganisation all jener Handwerker, die unter dem Motto »von hier, von heute, von Hand« nützliche, schöne und qualitativ hochwertige Schmuck- und Gebrauchsgegenstände herstellen. In den Verkaufsstellen finden Sie geschnitzte Kühe, Fonduesets, naive Kunst, Schnitzereien, Schmuck, Stickereien, Sankt Galler Spitze, Gürtel mit aufgestanzten Messingkühen oder Edelweißblüten. Als nettes Souvenir bietet sich auch die girolle an. Mittels eines Schabers wird der Tête de Moine (ein Käse aus den Freibergen) zu Rüschen verarbeitet und so genossen. Der geschabte Käse sieht tatsächlich wie ein Pfifferling aus (girolle = franz.: Pfifferling). Diese Delikatesse samt Schaber können Sie in vielen Käsereien oder Warenhäusern kaufen oder auch über das Internet bestellen: www.lagirolle.ch.
Die Geschäfte öffnen zwischen 8 und 9 Uhr. In den Großstädten geht es dann ohne Mittagsruhe bis 18.30 oder 20 Uhr - wie in Zürich, wo die Geschäfte nicht mehr an Ladenschlusszeiten gebunden sind.
nach obenEssen und Trinken
Währschaft und gluschtig
Das Genießen ist in der Schweiz gar nicht so einfach, denn die Auswahl an Spitzenlokalen ist groß
Einfach ist es allemal, sich in der Schweiz satt zu essen. Gasthäuser gibt es reichlich. Und die meisten sind, verglichen mit dem internationalen Standard, mehr als gut. Doch genau da beginnt die Schwierigkeit. Reisende haben wohl in keinem Land der Welt so sehr die Qual der Wahl. Gar nicht einfach also, den richtigen Platz zu finden, an dem man sich in der Schweiz satt essen mag. Was für die Sprachen und das Wetter gilt - dass die Schweiz so etwas wie ein Europa im Kleinen ist -, muss man auch als Maßstab für Essen und Trinken ansetzen. Gerade an den Grenzen gibt es die Einflüsse aus den Nachbarländern. Aber: Was die Schweizer daraus machen, ist und bleibt einzigartig. Der Platz reicht hier bei weitem nicht aus, um auch nur annähernd allen besuchenswerten Wirtschaften gerecht zu werden, denn nach dem bekannten Schweizer Gastrokritiker Beat Wüthrich hat jeder Kanton mindestens ein Spitzenlokal der Nobelklasse.
Wer jedoch nicht gleich ein Riesenloch in seine Reisekasse bekommen möchte, wird in einfacheren Gasthäusern den Spezialitäten des Landes nachspüren.
Nach wie vor stehen Schweizer nämlich auf »währschaftes« (einfaches) Essen: Es muss den Magen füllen, einfach in der Zubereitung sein und darf nicht allzu viel kosten. Zum Beispiel eine Rösti mit Bratwurst oder Spiegelei oder Älpler Maggronen (Makkaroni) mit Apfelmus zum Mittagessen. Sehr beliebt in der ganzen Schweiz sind nach einer Wanderung oder dem Sonntagsspazierung Z'Vieri-Plättli (Vier-Uhr-Teller) oder ein Wurst- oder Thonsalat (Thunfischsalat) mit einer Unmenge Zwiebeln. Am besten schmecken die Z'Vieri-Plättli in einer der vielen Berg- oder Ausflugsgaststätten. Käse (meist Greyerzer, Emmentaler, Appenzeller, Hobelkäse oder ein Alpkäse), Trockenfleisch, Speck und Butter werden auf einem Holzteller zusammen mit Brot serviert. »Gluschtig« oder »aamächelig« (verlockend) muss der Teller schon aussehen, und das Brot sollte »chüschtig« (schmackhaft) sein. Dazu trinkt man Rot- oder Weißwein aus der jeweiligen Gegend. Das Angebot an Schweizer Weinen, die man in »Dezi« (0,1 l) bestellt (ein, drei oder fünf Dezi), ist groß. Aus dem Wallis kommen Petite Arvine, Fendant und Johannisberg als Weiß-, Dôle und Humagne rouge als Rotweine. Das Waadtland liefert Féchy, Vinzel und Dézaley als Weiß-, Salvagnin und Pinot Noir als Rotweine. Vom Neuenburger See gibt es Chardonnay, Chasselas, Pinot blanc und Neuchâtel als Weiß-, Pinot Noir als Rot- und Oeil de Perdrix als Rosé, vom Genfer See Chasselas als Weiß- und Gamay als Rotwein. Und im Tessin findet man einen sehr guten weißen und roten Merlot. Nicht zu vergessen die Weine aus Aargau, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich. In diesen Gegenden wird vor allem Riesling-Sylvaner (Weißwein) und Blauburgunder (Rotwein) produziert.
Einen Sonderstatus als Hauptgerichte nehmen Käsefondue und Raclette ein. Oft ist das gesellige Beisammensein dabei wichtiger als das Essen selbst. Für ein gutes Fondue braucht es Käse - mindestens zwei verschiedene Sorten -, Knoblauch und Weißwein. Das caquelon, wie die bauchige Fonduepfanne heißt, wird auf dem Rechaud mitten auf den Tisch gestellt. Mit einem gabelartigen Spieß taucht man die Brotstücke in die heiße Käsesuppe. Achtung: Wer ein Brotstück verliert, wird nicht ausgepeitscht, wie im Band »Asterix bei den Schweizern« beschrieben, sondern muss etwas spendieren! Das kann ein Kuss, ein Schnaps oder eine Runde Wein sein. Das bekannteste Fondue in der Schweiz ist das moitié-moitié (halb Greyerzer, halb Vacherin). Zu einem Fondue und einem Raclette trinkt man spritzigen Weißwein oder schwarzen Tee. Einfacher in der Zubereitung ist das Raclette. Der Raclettekäse aus dem Wallis wird mit Hilfe eines Tischgrills geschmolzen und dann Schicht für Schicht abgeschabt. Dazu werden Pellkartoffeln und Salzgurken und Silberzwiebeln gereicht. Ein Gläschen Kirsch nach den beiden Käsegerichten hilft beim Verdauen.
Wer Desserts mag, ist in der Schweiz selbstverständlich auch am richtigen Platz. Torten gibt es in allen Variationen, Teig-, Frucht- und Nussmischungen. Drei besondere seien herausgehoben, weil sie in der ganzen Welt einen Namen haben: die Engadiner Nusstorte, die Rüeblitorte aus dem Aargau aus geriebenen Karotten und Haselnüssen, Eiern, Zimt und Zucker sowie die Zuger Kirschtorte aus Buttercreme, Biskuit und einem Japonaisboden von geschlagenem Eiweiß.
Wer nach dem Essen einen Digestif braucht, muss auch in der Schweiz nicht auf einen Schnaps verzichten. Neben dem bereits erwähnten Zuger Kirschwasser, das besonders weich ist, wenn es wenigstens zwölf Jahre gelagert wird, kredenzt man Pflümli oder Pruneau, das Zwetschgenwasser, Le Bon Père William, den Williamsbirnenschnaps, oder ein Eau-de-vie de Pommes, einen klaren Geist vom Gravensteiner Apfel. Eine besondere Spezialität sei hier noch verraten: Probieren Sie einmal einen Kafi fertig oder Kafi Lutz: heißer, dünner Kaffee mit viel Zucker und viel Kirsch, Pflümli, Zwetschgen- oder Kräuterschnaps.
Wenn dann die Kellnerin, die in der Schweiz Serviertochter heißt, kommt und fragt: »Sind Sie bedient?«, dann heißt das so viel wie: »Haben Sie noch einen Wunsch?« Doch den haben Sie nach so viel Üppigkeit kaum noch.
nach obenFeste und Events
Feste, Events und mehr
Wenn die Mädchen Knabenschießen und im Wallis die Kühe kämpfen...
Es ist Revolutionäres zu melden: Seit 1991, dem Jubiläum 700 Jahre Schweiz, dürfen beim weithin berühmten Zürcher »Knabenschießen« auch Mädchen teilnehmen. 335 Jahre lang mussten sie auf diese Gleichstellung bei einem der ganz großen Schweizer Volksfeste warten. Jahrhundertelang haben immer in der ersten Septemberwoche 13- bis 16-jährige Jungs ihren Schützenkönig ausgeschossen. Ganz früher einmal - Tell grüßt! - mit der Armbrust, dann mit Büchsen und seit 1962 mit einem Sturmgewehr.
Offizielle Feiertage
1. Januar:
Neujahrstag
März/April:
Karfreitag; Ostermontag
1. Mai:
Tag der Arbeit
Mai/Juni:
Auffahrt (Christi Himmelfahrt); Pfingstmontag
1. August:
Nationalfeiertag
25./26. Dezember:
Weihnachten
Die katholischen Feiertage wie Fronleichnam, Mariä Empfängnis, Allerheiligen und Berchtoldstag (2. Jan.) kommen in einigen Kantonen hinzu.
Feste und Veranstaltungen
Januar
Appenzeller Silvesterkläuse: Etwas nach der Zeit feiern die Appenzeller ihren Jahreswechsel am 13. Jan. - in sehenswerten Kostümen.
Vogel Gryff: Als Auftakt zur Fasnacht haben die Basler Zünfte Leu, Vogel Gryff und Wilder Mann ihre ersten tänzerischen Auftritte am 13., 20. oder 27. Jan.
Februar/März
Fasnacht: An der Schweizer Fasnacht wird noch Brauchtum gepflegt. Am schönsten kann man sie im Walliser Lötschental, in Luzern oder in Basel genießen - die Stadt am Rheinknie wartet mit dem »Morgestraich« auf: Am Montagmorgen nach Aschermittwoch um 4 Uhr verwandelt sich die ganze Stadt in ein Getümmel von Masken, Pfeifen und Trommeln.
Chalandamarz: Mit Schellen und Peitschen verjagen die Engadiner am 1. März die Dämonen des Winters.
Engadiner Skimarathon: Am 2. Märzwochenende laufen mehr als 10 000 Langläufer über die zugefrorenen Oberengadiner Seen.
April
Zürcher Sechseläuten: Am ersten Mo nach dem 16. April treiben die Handwerkerzünfte den Winter aus.
Mai
Kuhkämpfe: Ende Mai lassen die Bauern im Walliser Dorf Aproz ihre »Kampfkühe« aufeinander los (bis Ende Juli auch in anderen Walliser Dörfern).
Juli
Literaturfestival Würfel Komma Dampf: Feines Literaturfestival inmitten steiler Berge in Leukerbad.
Jazzfestival: In Montreux treten internationale Jazz- und Popmusikgrößen auf.
Paléo-Festival: In Nyon am Genfer See treten Rockstars auf; größtes Openairfestival der Schweiz.
August
Streetparade Zürich: Gewaltiges Technospektakel mit 500 000 Ravern.
Marché-Concours: Nationales Pferdefest in Saignelégier im Jura.
Filmfestival Locarno: International hoch angesehene Filmtage.
La Bâtie: Ende Aug. bis Mitte Sept. steht Genf im Zeichen der Kultur.
September
Knabenschießen: Das größte Zürcher Volksfest in der ersten Septemberwoche hat sich gewandelt. Jetzt dürfen auch Mädchen teilnehmen.
Jazzfestival Willisau: Im Luzerner Hinterland treffen sich illustre Jazzer.
Musik-Festwochen: Klassikfestival in Luzern, weltweit gerühmt.
Oktober
Olma: Auf der Ostschweizer Land- und Milchwirtschaftsausstellung in St. Gallen zeigen die Bauern, was sie haben, produzieren und brauchen.
November
Zibelemärit: Am 4. Mo ist »tout Bern« morgens auf dem Zwiebelmarkt, um Zwiebelkränze zu kaufen und Konfettischlachten zu schlagen.
nach obenPraktische Hinweise
Von Anreise bis Zoll
Hier finden Sie kurz gefasst die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Schweiz-Reise
Anreise
Flugzeug
Per Linienflug erreicht man die internationalen Flughäfen Zürich-Kloten und Genf-Cointrin, von wo im 7- bis 20-Min.-Takt Züge in die Innenstadt fahren, sowie den französisch-schweizerischen Euro-Airport Basel-Mulhouse. Lugano und Bern haben kleine Flughäfen, die auch einige internationale Destinationen bedienen.
Bahn
Die großen Verbindungen in die Schweiz führen von Deutschland aus über Frankfurt und Karlsruhe, über München und Lindau oder über Stuttgart und Singen bis nach Zürich und weiter nach Bern in die Schweiz hinein. Die Intercity-Züge aus Nord- und Westdeutschland fahren im Stundentakt bis Basel bzw. Zürich. Alles über Sparpreise und weitere gute Angebote erfahren Sie unter www.bahn.de bzw. unter www.oebb.at. Von Österreich aus führt die Hauptbahnlinie über das St. Galler Rheintal auf Schweizer Staatsgebiet.
Auto
Die Hauptrouten führen durch das Rheintal über Basel, über Stuttgart, Singen und Konstanz nach Zürich oder von München aus über Wangen im Allgäu und das österreichische Bregenz über St. Gallen in die Schweiz. Es besteht auch die Möglichkeit, mit Autofähren über den Bodensee, der die Grenze zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich bildet, ins Land zu gelangen. Von Österreich kommt man nördlich über Bregenz oder über Feldkirch und Schaan in Liechtenstein oder über Landeck und Tösens in die Schweiz hinein. Autoreisezüge nach Lörrach gibt es von Hamburg, Bremen, Hildesheim, Düsseldorf, Köln sowie von Berlin aus.
Auskunft vor der Reise
Schweiz Tourismus
- Rossmarkt 23, 60311 Frankfurt/M.
- Neuer Markt 4, 1015 Wien
Gebührenfreie Telefonauskunft: 00800 100 200 30, Fax 00800 100 200 31, www.myswitzerland.com, info@switzerlandtourism.ch
Auskunft vor Ort
Schweiz Tourismus
8027 Zürich, Tödistr. 7, Postfach 695, Tel. 0800 100 200 30, Fax 0800 100 200 31, www.myswitzerland.com
Schweizer Tourismus-Verband
3001 Bern, Finkenhubelweg 11, Postfach 8275, Tel. 031/307 47 47, Fax 307 47 48, www.swisstourfed.ch
Auto
Die Autobahnen sind als Verbindungswege zwischen Mittel- und Südeuropa häufig verstopft. In der Schweiz liegt die Höchstgeschwindigkeit innerorts bei 50, auf Landstraßen bei 80 und auf Autobahnen bei 120 km/h (im Juli/Aug. in vielen Kantonen aus Umweltschutzgründen sogar nur bei 100 bzw. 80 km/h). Verstöße werden streng geahndet. Wer mehr als 20 km/h zu schnell fährt, muss mit Führerscheinentzug rechnen. Das gilt auch für Alkohol am Steuer (Promillegrenze: 0,5). Auf den grün ausgeschilderten Autobahnen ist eine Vignette hinter der Windschutzscheibe Pflicht, die es für 40 Franken an Grenzübergängen, Postämtern und Tankstellen sowie beim Automobil-Club der Schweiz (ACS, Tel. 031/328 31 11, Fax 311 03 10), beim Touring-Club der Schweiz (TCS, Tel. 022/417 27 27, Fax 417 20 20) und beim Verkehrsclub der Schweiz (VCS, Tel. 062/956 56 56, Fax 956 56 57) gibt. In den Geschäftsstellen dieser Klubs gibt es auch die Parkscheiben, ohne die man in den meisten Innenstädten (blaue Zonen) kaum noch parken darf. Bei Unfällen muss die Polizei (Tel. 117) gerufen werden. Notruf bei Personenschäden: 144; Pannendienst: 140
Autofähren gibt es auf dem Bodensee, dem Zürichsee, dem Vierwaldstätter See und dem Lago Maggiore. Die ganzjährig geöffneten Alpenpässe sind Bernina, Brünig, Forclaz, Jaun und Pillon. Alle anderen Pässe sind meist Mai bis Oktober befahrbar. Am Pass hat das bergaufwärts fahrende Fahrzeug Vorfahrt. Alpentunnel mit spezieller Verladung auf Autozüge finden sich an Albula, Furka, Lötschberg, Simplon sowie zwischen Klosters und dem Unterengadin. Über Wetterlage und Straßenzustand besonders auch in den Bergen informiert eine automatische Ansage unter 162 bzw. 163. Sie kann auch vom Ausland angewählt werden (Vorwahl von Deutschland und Österreich: 0041/1). Auf keinen Fall sollte man im Winter ohne einen Satz Schneeketten im Kofferraum durch die Schweiz reisen.
Bahn
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) machen attraktive Angebote: Mit dem Swiss Pass z. B. genießen Sie während 4, 8, 15, 21 oder 30 Tagen (240-525 Franken) freie Fahrt auf fast dem gesamten Schienennetz, den Straßenbahnen und Bussen von 36 Städten und erhalten Ermäßigungen auf vielen Bergbahnen und Panoramastrecken. Dasselbe gilt für die Swiss Card (1 Monat, 170 Franken), nur dass Sie damit einfach alles zum halben Preis erhalten. Mit dem Swiss Flexi Pass (1 Monat, 230 bis 420 Franken) erhalten Sie die Leistungen des Swiss Pass an 3, 4, 5, 6 oder 8 frei wählbaren Tagen. Kinder und Jugendliche (6-16 Jahre) reisen in Begleitung mindestens eines Elternteils gratis. Allein reisende Jugendliche bis 16 Jahren bezahlen den halben Fahrpreis. Die Züge fahren oft, sind bequem und meist pünktlich. www.sbb.ch, www.myswitzerland.com
Camping
Die Campingplätze der Schweiz gehören zu den schönsten Europas. Drei Viertel der über 600 Plätze liegen an See- oder Flussufern. Auskunft und eine Übersicht: www.camping.ch und www.swisscamps.ch. Wildes Campen ist bei hohen Strafen verboten!
Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft
Willadingweg 83, 3006 Bern, Tel. 031/359 41 11, Fax 359 44 44, Mo bis Fr 9-12 Uhr
Österreichische Botschaft
Kirchenfeldstr. 77/79, 3005 Bern, Tel. 031/356 52 52, Fax 351 56 64, Mo-Fr 9-12 Uhr
Ein- und Ausreise
Ein bisschen sorgfältiger als alle anderen europäischen Staaten achten die Schweizer darauf, dass Touristen auch nur als Touristen kommen. Deshalb Personalausweis oder Reisepass immer bei sich tragen! Kinder brauchen einen Kinderausweis, der für Kinder ab 10 J. ein Lichtbild enthalten muss.
Gesundheit
Die Schweiz ist ein teures Pflaster, und somit sind auch die Arzt- und Krankenhauskosten horrend. Für ambulante Behandlungen kann von den Patienten eine Kaution verlangt werden, am besten wird der Betrag bar oder mittels Kreditkarte beglichen. Die Krankenhäuser (Spitäler) rechnen nicht mit ausländischen Krankenkassen ab. Bei längerem Spitalaufenthalt sieht das anders aus. Deshalb wird gerade älteren Reisenden empfohlen, eine Reiseversicherung abzuschließen.
Internet
Das Internet ist in der Schweiz weit verbreitet. In besseren Hotels gehört ein Internetanschluss im Zimmer bereits zum Standard. Starten Sie doch vor der Reise mit einer kleinen, virtuellen Tour: Auf www.myswitzerland.com, der offiziellen Seite von Schweiz Tourismus, finden Sie Angebote, Veranstaltungskalender, Reisevorschläge, Tipps u.a.. Ein Quiz, mit dem Sie Ihr Wissen über die Schweiz prüfen können, findet sich auf www.schweizin-sicht.ch. Unter www.dsk.ch können Sie sich über das kulturelle Leben in der Schweiz vorab kundig machen.
Internetcafés
Internetcafés finden Sie mittlerweile in allen größeren Städten. Preise pro Stunde 8-18 Franken. Hier ein paar Adressen:
Backpackers
Hotel Glocke, Rathausgasse 75, 3007 Bern, Tel. 031/311 37 71, www.chilispackbackers.ch
Café Parterre
Mythenstr. 7, 6003 Luzern, Tel. 041/220 20 43, www.parterre.ch
Internetcafé
Uraniastr. 3, 8001 Zürich, Tel. 01/210 33 11, www.cafe.ch
Jugendherbergen
In den rund 60 Schweizer Jugendherbergen stehen ca. 7000 Betten bereit. Mit einem Mitgliedsausweis ist die Übernachtung 6 Franken billiger. Die Mitgliedschaft kann man bei unten stehender Adresse beantragen. Eine Übernachtung mit Frühstück kostet je nach Saison 19 bis 109 Franken. Eine Liste der Jugendherbergen gibt es bei: Schweizer Jugendherbergen, Schaffhauserstr. 14, 8042 Zürich, Tel. 01/360 14 14, Fax 360 14 60, www.youthhostels.ch
Reisezeit und Wetter
Meteorologen behaupten, die Schweiz sei klimatisch ein Europa im Kleinen. Es gibt nördliche Polarluft, atlantische Winde, eisiges Kontinentalklima und südliche Wärme vom Mittelmeer. Die Bergwelt sorgt für rasche Witterungsumschwünge auf kleinem Raum. Besonders am Alpennordrand kommt es häufig zu Niederschlägen. Die geschützten Bergtäler bleiben nicht selten von Wind und Regen verschont, wenn das Wetter auf den Berggipfeln noch wütet. Eine Besonderheit ist der Föhn. Er entsteht, wenn ein Tiefdruckgebiet über Frankreich warme Luft von Süden an die Alpen heranführt. Über den Bergen entsteht dann eine Wolkenwand, die sich auf ihrem Weg ins Tal auflöst. Besonders in den nördlichen Alpentälern kommt es dann häufig zu plötzlichen Temperaturanstiegen um bis zu zehn Grad, was Menschen mit Herz- und Kreislaufbeschwerden besonders belasten kann. Die Luft in den Hochtälern, besonders im Engadin, hat Heilwirkung.
Literatur
Charles-Ferdinand Ramuz: Das große Grauen in den Bergen (1926), ein Bergdrama. Max Frisch: Stiller (1954), die Nachkriegszeit in der Schweiz. Laure Wyss: Briefe nach Feuerland (1997), die Schweiz mit fremden Augen betrachtet. Peter von Matt: Die tintenblauen Eidgenossen (2001), eigenwillige Ansichten über die literarische und politische Schweiz. Peter Pfrunder: Seitenblicke (1998), die Schweiz 1848 bis 1998, eine Fotochronik.
Notruf
Sanitätsnotruf: 144
Notruf Rettungshelikopter: 1414
Wer die Ferien oft in den Schweizer Bergen verbringt, hat die Möglichkeit, bei der Rettungsflugwacht (Rega) mit mindestens 30 Franken jährlich Gönnerstatus zu erlangen. Gönner werden im Notfall vom Rettungshelikopter gratis transportiert (www.rega.ch).
Post
Öffnungszeiten: zumeist Mo-Fr 7.30-12 und 14-18, Sa 8-11 Uhr. Porto ins Ausland (A-Post garantiert die Zustellung innerhalb eines Tages, B-Post dauert 2-3 Tage): bis 20 g A-Post 1,30; B-Post 1,20; bis 50 g A-Post 2,20; B-Post 1,80; bis 100 g A-Post 3,30; B-Post 2,50 Franken.
Preise und Währung
Schweizer Geld besteht aus Münzen zu 5, 10, 20 und 50 Rappen (100 Rappen sind ein Franken), 1, 2 und 5 Franken. Darüber hinaus gibt es Noten zu 10, 20, 50, 100, 200, 500 und 1000 Franken.
Bankschalter sind 8.30 bis 12.15 und 13.15 bis 16.30 Uhr geöffnet. Sa/So sind die Banken geschlossen. Auf Bahnhöfen und Flughäfen haben die Wechselstuben länger und auch an Wochenenden geöffnet. In der Schweiz werden alle großen Kreditkarten akzeptiert. Die Ein- und Ausfuhr von Landes- und Fremdwährung ist unbeschränkt zulässig. Obwohl die Schweiz nicht EU-Mitglied ist, wird der Euro bereits vielerorts akzeptiert. Häufig gibt es auch schon eine doppelte Preisauszeichnung in Franken und Euro. Das soll u. a. zeigen, dass die Schweiz kein sündhaft teures Ferienland ist. Teuer ist aber der Museumseintritt: 10-15 Franken. Deshalb lohnt es, einen Schweizer Museumspass für 30 Franken für einen bzw. 90 Franken für 12 Monate zu kaufen (www.museumspass.ch).
Telefon
Wer in die Schweiz telefonieren will, muss 0041, die Ortsvorwahl ohne Null und die Rufnummer wählen. Aus der Schweiz ins Ausland: 0049 für Deutschland bzw. 00 43 für Österreich. Zum Telefonieren in der Zelle braucht man eine Taxcard, die es bei der Post oder an Kiosken gibt.
Bevor Sie mit dem Handy reisen, erkundigen Sie sich bei Ihrem Provider nach den Auslandspreisen. In der Schweiz gibt es drei Anbieter: Swisscom, Orange und Sunrise. Swisscom hat die beste Abdeckung. Keinen Empfang haben Sie in entlegenen Gebirgsregionen. Auskünfte über SIM-Karte, Preise und Abdeckung: Tel. 0800 55 64 64.
Zoll
In die Schweiz zollfrei eingeführt werden dürfen: 2 l Alkohol unter bzw. 1 l über 15 % und 200 Zigaretten. In die EU zollfrei eingeführt werden dürfen: 1 l Alkohol über 22 %, 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 50 g Parfüm oder 250 g Eau de Toilette und andere Artikel im Gesamtwert von 175 Euro.
nach obenSport und Aktivitäten
Abenteuer am Berg
Ob auf Skiern oder am Gleitschirm, auf dem Snowboard oder im Fahrradsattel - die Schweiz ist ein Eldorado für Winter- und Trendsportler
Breitensport wird in der Schweiz groß geschrieben. Bewegung und Sport fangen bereits mit der frühkindlichen Erziehung an. Kein Dorf ohne Turn-, Wander- oder Skiverein! Während der Sportferien (vor allem im Februar) sind die Wintersportorte regelmäßig überlaufen. Also buchen Sie frühzeitig. Neben Fußball sind Eishockey, Handball und Hockey beliebte Mannschaftssportarten. Im Sommer verreisen Familien gerne für Wanderferien in die Berge. Und die Jungen? Die tun das, was in anderen Ländern auch in ist: Skateboarden im Sommer und Snowboarden im Winter - möglichst zu lautem Sound. Termine für Events finden Sie unter www.freestyle.ch.
Sport und Aktivitäten
Bergsteigen & Wandern
Die Schweiz ist und bleibt ein traditionelles Wander- und Bergsteigerland. Schweizer wandern gern und viel. Insgesamt gibt es über 60 000 km markierte Wanderwege. Gelbe Schilder mit schwarzer Schrift und gelbe Markierungen am Wegrand weisen den Weg. Neuerdings finden sich thematische Wanderwege, die sich großer Beliebtheit erfreuen wie z. B. Barfußwege, Murmelitrails, Bibel-, Sagen- und Skulpturenwege oder der »Weg der Schweiz« am Vierwaldstätter See. Klassische Kantone für Wanderungen und Bergtouren sind Graubünden, Bern und Wallis. Wer sich mehr fürs Wandern in den weniger gefährlichen Regionen interessiert, findet viel Wissenswertes unter www.swisshiking.ch. Unter dieser Adresse können Sie auch Informationsmaterial mit Wanderkarten für die klassischen Wandergebiete bestellen. Vorschläge für außergewöhnlich schöne Wanderungen und Bergtouren finden Wanderfreudige noch auf zwei weiteren Websites: www.tourenguide.ch und www.wanderweb.ch. Auf Letzterer erfahren Sie Historisches und Anekdotisches über die bewanderte Region, zudem finden Sie Tipps, wo Sie gut und preiswert essen und übernachten können.
Wer in den höheren Bergregionen klettern will, sollte dies nur unter sachkundiger Leitung mit einem lokalen Bergführer tun. Gletscherspalten, brüchiger Fels und rasante Wetterumschläge sind nicht zu unterschätzende Gefahren in den Alpen. Unter www.4000plus.ch finden Sie alle Bergsteigerschulen und Bergführer, die sich an den Ehrenkodex des Schweizer Verbandes für Bergführer halten. Hier können Sie auch Kurse - z. B. für Sportklettern, Felsklettern, Trekking oder Gleitschirmfliegen - buchen. Wenn Sie in den Alpen unterwegs sind, sollten Sie die Notrufnummer der Schweizerischen Rettungsflugwacht stets im Kopf haben: 1414.
Inlineskating
Die Schweiz fliegt auf Skates: Kein Land auf der Welt kennt eine höhere Skaterdichte als die Schweiz. Äußerst beliebt sind die verschiedenen Wettkampfveranstaltungen, wie der Marathon für Skater im Engadin im Sommer. Mit Ihren Rollschuhen können Sie fast durchgehend durch die ganze Schweiz fahren. Es gibt drei schöne Routen, die die Rhône und den Rhein entlang und durch das Mittelland führen. Es handelt sich dabei um insgesamt 600 km geteerte Wege. In dem Führer »Skatelines Schweiz« finden Sie weitere Tipps. Wissenswertes und Streckenvorschläge finden Sie auch auf www.veloland.ch. und auf www.myswitzerland.com.
Rad fahren & Mountainbiking
In der Schweiz heißt ein Fahrrad Velo. Ohne weiteres kann man die Schweiz als Veloland bezeichnen. Ein paar Zahlen: Im Jahr 2002 fuhren 3,4 Mio. Radler rund 200 Mio. km. Neun nationale Radwanderrouten von insgesamt 3300 km Länge führen quer durch alle Regionen der Schweiz. Diese neun Routen - ausführlich beschrieben in den Broschüren »Veloland Schweiz« - sind einheitlich ausgeschildert (rote Tafeln mit einem Fahrrad als Signet, Ziel- und Distanzangaben sowie Höhendifferenz) und bringen Sie in reizvolle Regionen der Schweiz. Das nationale Netz wird von über 3000 km regionalen Routen ergänzt. Höhendifferenzen werden im Flachland erst ab 100 m und in den Bergregionen ab 200 m angezeigt. Mountainbiker finden in der Großregion Flims/Laax/Falera ein wahres Paradies vor: 237 km Straßen und Wege über Wiesen, durch Wälder und felsiges Gebiet, Cross-Country- und Downhill-Strecken. Routenvorschläge, Spezialangebote und weitere Informationen finden Sie unter www.veloland.ch. Hier können Sie auch die Broschüren und Streckenbeschreibungen bestellen. Unter www.tourenguide.ch finden Sie weitere Vorschläge für Touren. Biker schauen sich www.move.ch an.
Trendsportarten
Die Schweiz scheint mit ihren natürlichen Gegebenheiten und Herausforderungen für die so genannten Trendsportarten geradezu prädestiniert zu sein. Riverrafting, Gleitschirmfliegen, Canyoning, Bungeejumping, Trekking und Klettern sind nur einige der abenteuerlichen Sportarten, die in der Schweiz regelrecht boomen. Unzählige Wagemutige stürzten sich seit James Bonds berühmtem Bungeesprung in »Goldeneye« von der Staumauer im wilden Tessiner Verzasca-Tal 220 m in die Tiefe. Das Berner Oberland, Tessin und Graubünden sind bekannt für Schluchten und Flüsse, die sich für Riverrafting, Hydrospeed und Canyoning eignen. Auskunft: Schweizerischer Trendsportverband, 6652 Tegna, Tel. 081/911 52 50, www.swisstrendsport.ch). Informatives finden Sie auch unter www.trekking.ch und www.swissraft.ch. Jüngere finden Angebote und Veranstaltungshinweise auch unter www.myswitzerland.ch.
Wintersport
Die Schweiz ist ein Wintersportland, das kaum Wünsche offen lässt. Jede Sportart, die mit Schnee zu tun hat, lässt sich hier ausüben. Die Klassiker sind Abfahrts- und Skilanglauf, Snowboarden, Rodeln und Eislaufen. Hinzu kommen die neueren Trends: Carven, Freeriden (Fahren im Neuschnee), Schneeschuhlaufen, Snowbiken (»Schneeradeln«) und Winterwandern, Halfpipe und Snowparty (Hip-Hop im Freien). Fast in jedem Wintersportort gibt es eine breite Palette an Angeboten für Anfänger bis Fortgeschrittene. Zahlreiche Sportschulen bringen Erwachsenen und Kindern (ab 3 Jahre) das Wedeln bei. Weitere Auskünfte: Schneesport Schweiz (Tel. 031/810 41 11). Unter www.snowsports.ch finden Sie rund 200 Ski- und Snowboardschulen und an die 10 000 professionelle Skisportlehrer aufgelistet. Die nötige Ausrüstung kann man in jedem Sportgeschäft mieten: Von Skiern, Boards und Schlitten über Eislaufschuhe bis zur Winterkleidung finden Sie alles. Die schönsten Skigebiete des Landes sind die Jungfrau-Region, Gstaad/Saanenwald, Adelboden/Lenk im Berner Oberland, Les Quatres Vallées (mit Verbier), Crans Montana, Zermatt und Saas Fee im Wallis, Davos/Kloster, Flims/Laax, Oberengadin (mit St. Moritz) und Lenzerheide/Valbella in Graubünden. Informationen über die Skigebiete und einen kostenlosen Schneeferienkatalog gibt es bei Schweiz Tourismus (www.myswitzerland.com). Über Tel. 187 oder unter www.slf.ch erhalten Sie Informationen über die Schnee- und Lawinenverhältnisse.
nach obenStichworte
Von Alpabtrieb bis Weltliteratur
Warum die Schweiz keine eigentliche Nation ist. Und noch ein paar Informationen, mit denen man die Schweiz besser verstehen kann
Stichworte
Alpaufzug und -abtrieb
In der Schweiz findet sich noch unverfälschtes Brauchtum, z. B. die Alpaufzüge und -abtriebe im Juni und September im Appenzellerland und im Berner Oberland, aber auch in den Fribourger Alpen. Der für die Qualität der Milchprodukte und des Fleisches wichtige Aufenthalt auf der Alp wird an seinem Anfang und Ende gefeiert. Dies umso mehr, als der sommerliche Aufenthalt auch für viele Bauern und ihre Familien immer noch etwas Besonderes darstellt. Ein wunderbares Spektakel, das es lohnt, die gesperrte Straße in Kauf zu nehmen!
Architektur
Die Schweiz hat eine lange Tradition der Architektur. Bekannte Bauwerke der Renaissance, so die Rialto-Brücke in Venedig, wurden von Tessiner Architekten gebaut. Auch in St. Petersburg und Moskau finden sich Bauten, die von Tessiner Architekten geplant wurden. Der Schweizer Le Corbusier (Charles-Edouard Jeanneret, 1887-1965) gehört zu den bekanntesten Architekten des 20. Jhs. Internationale Anerkennung fanden Luigi Snozzi, Mario Botta oder Jacques Herzog und Pierre de Meuron.
Bahnland
Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten Bahnnetze der Welt. Die Länge des Schienennetzes beträgt rund 5100 km. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bieten täglich rund 4000 Reisezüge oder 248 000 Zugkilometer an. Davon entfällt etwa die Hälfte auf Eurocity-, Intercity- und Schnellzüge, die andere Hälfte auf Regionalzüge. Jährlich befördern die SBB 320 Mio. Personen. In der Schweiz gibt es zudem 1821 Bergbahnen: 12 Zahnrad-, 59 Standseil-, 214 Pendel-, 124 Gondel- und 307 Sesselbahnen sowie 1104 Skilifte. Auf einer Streckenlänge von gut 1950 km überwinden diese Bahnen eine Höhendifferenz von ca. 600 km. Alles Wissenswerte über Preise, Fahrpläne, Strecken und Sonderangebote erfahren Sie unter www.sbb.ch.
Birchermüesli
Benannt ist diese Köstlichkeit, die in Zeiten körperbewussten Essens ihren Siegeszug weit über die Schweizer Grenzen angetreten hat, nach dem Schweizer Arzt Dr. Bircher Benner. Er wollte gesunde Ernährung und gutes Essen miteinander verbinden. Sein klassisches Mus, das sehr luftig sein soll, geht so: Haferflocken werden 20 Minuten in Milch eingeweicht und - nach Geschmack - mit Joghurt angereichert. Anschließend werden geriebene Haselnüsse, gehackte Walnusskerne, ein geriebener Apfel und frische Saisonfrüchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Zwetschgen oder Aprikosen untergehoben.
Föderalismus
Dass die Schweiz keine eigentliche Nation ist, macht schon die Topografie deutlich: Das Dach der Alpen mit seinen 41 Viertausendern liegt auf Schweizer Staatsgebiet, das Land entwässert sich in vier große Stromgebiete - mit dem Rhein zur Nordsee, der Rhône und dem Ticino zum Mittelmeer und dem Inn zum Schwarzen Meer. Dementsprechend haben sich auch kulturelle und sprachliche Identitäten ausgebildet. Im Einzugsgebiet des Rheins werden vor allem alemannische Dialekte gesprochen, der Rhône entlang herrscht das Französische vor, im Tessin ist man nach Italien ausgerichtet, und in Graubünden wird noch das Rätoromanische gepflegt, das erst seit 1938 offiziell als vierte Landessprache anerkannt ist. Die Schweiz ist also ein föderalistischer Bund verschiedener Gemeinwesen, der relativ autonomen Kantone, die allesamt mit wichtigen Aufgaben wie Gesundheitswesen und Ausbildung betraut sind. Jede Region besitzt ihre kulturellen und politischen Hauptorte; einen zentralistischen »Wasserkopf« wie Paris kennt die Schweiz nicht. Der von dem 1996 verstorbenen Historiker J. R. von Salis formulierte Grundsatz »Einheit ja, Einheitlichkeit nein« könnte gut auch für die problemgeplagte EU gelten, denn ist es nicht die Schweiz, die seit langem vormacht, wie nordische Kühle und mediterranes Heißblut kooperieren können?
Giacometti
Das ist der Name einer berühmten Künstlerfamilie aus dem Ort Stampa in Graubünden. Vater Giovanni Giacometti, der in München und Paris Malerei studierte, gilt als einer der führenden Schweizer Nachimpressionisten. Sein Vetter Augusto kam über den Jugendstil zur abstrakten Malerei. Aber erst Giovannis Sohn Alberto Giacometti wurde weltberühmt. Der am 10. Oktober 1901 in Graubünden geborene und am 11. Januar 1966 in Chur verstorbene Maler und Bildhauer entwickelte in den Vierzigerjahren seinen Stil: ausgedünnte, überlange Figuren, Büsten und Köpfe mit rissigen Oberflächen, die heute in den großen Museen der Welt stehen. Alberto Giacomettis Bruder Diego lebte und arbeitete mit ihm zusammen in Paris. Doch Diego, der sich selbst einen Handwerker nannte, verlegte sich auf das Design von Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen; die Kunst überließ er Bruder Alberto, was der mit dem berühmt gewordenen Satz kommentierte: »Er ist die Hand; ich bin der Kopf.«
Glacier- und Bernina-Express
Wann immer die schönsten Zugfahrten der Welt aufgezählt werden, gehört der Glacier-Express dazu. Für die 270 km von Zermatt über Brig, Andermatt, Chur nach Davos oder St. Moritz braucht der schleichende Express mehr als 7,5 Stunden. Dafür bekommt man aber, besonders im Winter, einzigartige Bilder zu sehen. Bei der Fahrt überwindet der Zug 2500 Höhenmeter, von denen er einige Steigungen nur mit Hilfe von Zahnrädern nehmen kann. Auf der Strecke liegen 291 Brücken und 91 Tunnel, hinter denen sich immer wieder neue Landschaften auftun. Der Glacier-Express verkehrt zweimal täglich; von Mitte Oktober bis Mitte Mai einmal täglich. Die Fahrpreise bewegen sich je nach Klasse und Einstiegsort zwischen 30 und 150 Euro. Auf der Website www.glacierexpress.ch erfahren Sie mehr über Route, Preise und Fahrpläne. Plätze reservieren können Sie entweder über die oben genannte Website oder direkt bei Furka-Oberalp-Bahn (Ueberlandstr. 9, 3900 Brig, Tel. 027/922 81 11). Für das Mittagessen im Speisewagen, das zum Erlebnis einfach dazugehört, ist eine gesonderte Reservation bei der Schweizerischen Speisewagengesellschaft Elvetino in Chur erforderlich (Tel. 081/252 14 25).
Wem das noch nicht reicht, der reist von Chur aus mit der Rhätischen Bahn über die berühmte Albulastrecke ins Engadin. Weiter geht die Reise von St. Moritz bzw. Pontresina aus mit dem bahntechnisch eindrucksvollen Bernina-Express über den gleichnamigen, 2200 m hohen Pass, durch das reizvolle Poschiavo-Tal über diverse Kunstbauten bis hinunter ins nur noch 438 m hoch gelegene Tirano im italienischen Veltlin. Alles über die »kleine Rote«, wie die Rhätische Bahn liebevoll genannt wird, finden Sie unter www.rhb.ch.
Heidi
Das herzige, kraushaarige Kind Heidi wurde zum Markenzeichen der Schweizer Alpenwelt. Geschafft hat dies eine Frau mit nur zwei Büchern: Die Zürcher Stadtschreibersgemahlin Johanna Spyri schrieb 1880 im Alter von 53 Jahren nacheinander die beiden Bücher »Heidis Lehr- und Wanderjahre« und »Heidi kann brauchen, was es gelernt hat«. Für die damalige Zeit wurden die Bücher quasi über Nacht Bestseller und kamen, was bis heute immer noch eine kleine Sensation ist, übersetzt aus dem deutschsprachigen auf den amerikanischen Markt.
Kuhglocken
Sie gehören zur Schweiz wie der Käse. Man hört sie überall und - was mancher als störend empfindet - auch frühmorgens durch das geschlossene Fenster eines hoch gelegenen Hotels. Dabei hat die Eidgenossenschaft höchstrichterlich entschieden, dass Kuhglockengeläut nicht als gesundheitsschädlich einzustufen ist. Ein genervter Waadtländer hatte die Klage beim obersten Gerichtshof angestrengt. Der empfahl dann lediglich, den Kühen Glocken bis maximal Größe acht umzubinden. Immerhin, es gibt auch doppelt so große.
Pflanzen- und Tierwelt
Die Schweiz ist Natur pur. Auf engem Raum gibt es hier einen Artenreichtum wie selten in Mitteleuropa. Die Pflanzenwelt teilt man in fünf Vegetationsstufen ein: Bis zu einer Höhe von 600 m gedeihen Nutzpflanzen. Der Mischwald, den man auch Bergwald nennt, besteht bis in eine Höhe von 1200 m vornehmlich aus Buchen, Föhren und Tannen. Steigt man noch höher, bis ca. 2000 m, beginnt der Lärchenwald. Darüber fängt die Mattenzone mit vereinzeltem Buschwerk und Krüppelkiefern an. Über 2500 m breitet sich die Zone des ewigen Schnees aus. Auf den Almweiden gedeihen im Sommer Blumen wie Alpenanemone, Alpenrose, Eisenhut, Enzian und Männertreu. Noch höher ist das streng geschützte, genügsame Edelweiß zu finden.
Auch die Tierwelt ist vielfältig. Die meisten Arten stehen unter Schutz. In den alpinen Zonen findet man Adler, Bergdohlen, Murmeltiere, Luchse, Gemsen und Steinböcke, in den Wäldern Damwild, Füchse, Hasen und Wildschweine, aber auch so seltene Tiere wie die Aspisviper, den Biber, den Feuersalamander und die Zauneidechse. Zu den heimischen Vögeln zählen Distelfink, Eisvogel, Eule, Kauz und sogar der Bartgeier. Die vielen Seen sind bevölkert von Wasserspinnen und -zikaden, Kröten, Molchen und Libellen. In den großen Seen schwimmen reichlich Fische, vor allem Egli, Felchen, Forellen und Hechte. Angeln ist erlaubt und sogar gebührenfrei. Einzelheiten über die Fischgewässer: www.fischerportal.ch, www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de
Tinguely
Der Maler, Bildhauer und Aktionskünstler Jean Tinguely war bis zu seinem Tod 1991 und noch darüber hinaus so etwas wie ein Nationalheld der Schweizer. Ein abstrakter, versponnener Künstler als nationale Integrationsfigur, geht das? Es ging! Denn Tinguely, am 22. Mai 1925 in Fribourg geboren, war weitaus mehr als ein Provokateur der Kunstwelt. Er galt den Eidgenossen als sympathischer Kauz, als liebenswürdiger Chaot. Er war Inbegriff der modernen Kunst im Land, und gleichzeitig nahm er den Menschen die Schwellenangst vor ihr. Der 100. Geburtstag eines Basler Chemiekonzerns machte es möglich, dass der Künstler fünf Jahre nach seinem Tod in Basel ein eigenes Museum erhielt, das der Schweizer Architekt Mario Botta entwarf.
Uhren
Die Schweiz ist das Land der Uhrenherstellung - seit Chronometer überhaupt hergestellt werden. Die Firmen haben große Namen und lange Tradition. Auch heute kommen die schönsten, teuersten und haltbarsten Uhren noch immer aus der Schweiz. Und es kommt auch der Zeitgeist, wie ihn die Swatch symbolisiert, aus der Schweiz - die Uhr, die jeder trägt.
Weltliteratur
Die berühmtesten Schriftsteller der Schweiz sind Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch. Dürrenmatt, 1921 in Konolfingen im Emmental geboren und 1990 in Neuenburg gestorben, wurde weltbekannt mit Theaterstücken wie »Der Besuch der alten Dame« und »Die Physiker«. Auch seine Kriminalromane »Der Richter und sein Henker«, »Der Verdacht« und »Das Versprechen« wurden in viele Sprachen übersetzt. Ebenfalls zu den Klassikern zählt Max Frisch aus Zürich (1911-91). Seine Theaterstücke »Andorra« und »Herr Biedermann und die Brandstifter« sowie seine Romane »Stiller« und »Homo Faber« wurden internationale Erfolge. Weitere Autoren mit internationalem Renommee sind Corinna Bille, Annemarie Schwarzenbach, Regina Ullmann, Blaise Cendrars, Friedrich Glauser, Gottfried Keller, Charles-Ferdinand Ramuz und Robert Walser.
nach obenEssen und Trinken
Essen und Trinken
Eine eigentliche "Schweizer Küche" gibt es nicht. Jede Region hat ihre Spezialitäten, z.B. im Wallis die typischen Käsegerichte wie Fondue oder Raclette, im Tessin Polenta (Maisgericht), Risotto, Teigwaren usw. Das Trinkgeld ist in den Konsumationspreisen inbegriffen, eine Aufrundung des Betrages wird aber gerne entgegengenommen. In den meisten Restaurants kann man mit Kreditkarten bezahlen.
nach obenAutofahren
Autofahren
Für die Benutzung der Autobahnen muss eine Autobahnvignette gelöst werden. Erhältlich ist diese an der Schweizer Grenze oder bei den Automobilverbänden. Die Vignette kostet CHF 40.- und ist für das ganze Kalenderjahr + 1 Monat gültig (1. Dezember bis 31. Januar). Andere Gebühren wie Tunnelmaut usw. gibt es in der Schweiz nicht (ausgenommen Bahnverladung). Viele Alpenpässe sind im Winter geschlossen. Nach starken Schneefällen können auch in der Regel ganzjährig geöffnete Pässe vorübergehend geschlossen werden oder es werden Schneeketten vorgeschrieben. Eine entsprechende Ausrüstung ist im Winter unerlässlich. Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist 120 km/h, auf Überlandstrassen 80 km/h und in Ortschaften 50 km/h. Alkohollimit ist 0.5 Promille, es besteht Gurtanlegepflicht vorne und hinten.